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Alle Rezensionen zu Damn Seagulls
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Soul Politics
(2007, Fullsteam Records FS-051)

Jedem englischsprachigen Touristen, der über den am Meer gelegenen Kauppatori (Marktplatz) in Helsinki schlendert, entfleucht dieser Bandname abrupt. Ob die verdammten Möwen, welche die Hafengegend unsicher machen, wirklich Pate für die helsinkischen Damn Seagulls standen, sei dahingestellt. Fakt ist: Die sechs Freunde flattern bereits seit zehn Jahren durch die finnische Musikszene. Sie gaben unzählige Konzerte und feilten beständig an ihrem Sound, bis sie schließlich 2005 ihr Debüt »ONE NIGHT AT SIRDIE’S« veröffentlichten. Laut eigener Aussage klingt das Sextett wie eine »wiedergeborene E Street Band«.

»SOUL POLITICS« ist nicht nur ein Titel; tatsächlich schwelgt der Nachfolger in groovigem Siebziger Soul – ohne zu plagiieren. Den authentischen Sound bringt die Truppe um Sänger/Gitarrist Lauri Eloranta ebenfalls auf die Bühne: Zur festen Besetzung gehören außer Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug obendrein Jani Liuhanen an der Hammondorgel sowie Tenorsaxofonist Niko Kangas. Noch opulenter agierte das Sextett im Studio; zahlreiche Streicher und Blechbläser tragen zum üppigen Klang bei wie in »The Beat«. Statt mit den Modeströmungen à la Emo'n'Punk'n'Rock'n'Roll zu schwimmen, fliegen die sympathischen Vögel lieber durch frech poppige, soulig groovende und ordentlich rockende Lüfte. Zum Glück. (nat)

 Damn Seagulls: Soul Politics

   

Hunting Season
(2009, Fullsteam Records FS120)

Ist die klassische Rockballade, inbrünstig vorgetragen von einem Sänger mit Reibeisenstimme, überhaupt noch kritiklos hinzunehmen? Ist die Ballade nicht hoffnungslos überstrapaziert? Vor allem die Variante mit Klavierbegleitung und souligen Aha-Backup-Gesängen wie hier in »Sunday 6 AM«? Tiefes Grübeln. Denn »HUNTING SEASON«, das dritte Album der sechs Hemdsärmel-Rocker aus Helsinki, orientiert sich offenkundig und mitunter recht distanzlos an den Glanzzeiten des melodischen US-Rocks der 70er und frühen 80er. Sagen wir Springsteen & The E-Street Band, und, hüstel, sogar eine Prise Foreigner-Pathos.Traditionalisten dürfte dies erfreuen.

Was soll man Kritisches über ehrliche Häute wie Damn Seagulls sagen? Wo es doch eigentlich nichts zu mäkeln gibt? Handwerklich nicht, vom vollen Einsatz her nicht, vom Abwechslungsreichtum der Songs nicht? Alles, wie es sein soll? Nein. Weil das einfach nicht stimmt. Denn obwohl Songs wie »Libertine« flott daherkommen, denkt man unwillkürlich: Oh, das hab ich irgendwo schon mal gehört. Im schlimmsten Fall im Classic Rock-Formatradio. Mehr Mut zu Neuem, bitte! (emv)



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