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Alle Rezensionen zu Jon Balke & Magnetic North Orchestra
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Magnetic Works 1993-2001
(2 CDs, 2012, ECM/Universal ECM2182/83)

Bei ECM gilt bekanntlich: Gute Musik ist zeitlos. Daher kann man bei dieser Zusammenstellung weder von einem »Best of« noch von einer Retrospektive sprechen. Die letzte (veröffentlichte) Aufnahme des Magnetic North Orchestra liegt bereits neun Jahre zurück, und eine ebenso lange Zeitspanne umschließt diese neu geordnete Zusammenstellung eines großen Teils der ersten drei MNO-Alben. Unter dem viel versprechenden programmatischen Titel »Further« entstand im Juni 1993 Balkes erstes ECM-Album nach dem Ende von Oslo13, wofür er einige ältere Weggefährten (Kleive, Jørgensen, Brunborg, Halle), Trompeter Jens Petter Antonsen sowie vor allem Anders Jormin und Marilyn Mazur und obendrein drei Streicher zu einem elfköpfigen Ensemble vereinte, mit denen er neue Wege zwischen komponierter und improvisierter Musik auslotete und als Leader und Komponist mit einer Reihe gestalterischer Fragen experimentierte.

Auf dem Nachfolgealbum »Solarized« wurde 1998 Antonsen von Arve Henriksen ersetzt, und das Cikada String Quartet kam direkt von Balkes »Rotor« mit. Diese einzige nicht bei ECM veröffentlichte CD, die Balke damals ausnahmsweise nicht auf dem Cover nannte, konnte man in den letzten Jahren nur noch als Sammlerstück erwerben, und so findet sich hier - mit Ausnahme eines Stücks - das komplette Album wieder. Eine sinn- und wertvolle (Wieder-)Entdeckung, ist es trotz expressiver Melodik letztlich das »schwierigste«, experimentellste der MNO-Werke, wobei es, bemerkenswerter Weise, in diesem Zusammenhang aber fast noch eingängiger erscheint als einst als alleinstehende Platte.

Für »Kyanos« verschlankte Balke das MNO aufs Kernteam, ein Septett mit Cellist Svante Henryson als einzigem Neuzugang und Streicher im Ensemble. Die deutlich verhaltenere, atmosphärische Stimmung integrierte erstmals vorsichtig Elektronik (siehe auch CD-Rezension unten). Dass die Anthologie hier endet, ist einerseits schade, ergibt aber Sinn, wenn man bedenkt, dass Jon Balke danach sowohl mit dem (fast) komplett umbesetzten MNO als auch auf bisher zwei Batagraf-Alben einen Richtungswechsel hin zu mehr Rhythmus und weltmusikalischem Einfluss verfolgte. Wie das jüngst wieder formierte MNO zwanzig Jahre nach der Gründung klingt, bleibt daher eine hochspannende Frage. Hoffentlich bald bei Balkes Hauslabel ECM. (ijb)



Siehe auch:
Jon Balke | Batagraf
Cikada String Quartet
Marilyn Mazur
Anders Jormin

Jon Balke: Magnetic Works 1993-2001

Video-Link

   

Diverted Travels
(2004, ECM/Universal 9818791)

Auch auf »DIVERTED TRAVELS« herrscht der Geist über die Emotion. Erneut erweist sich Jon Balke als phantasievoller Komponist und listenreicher Pianist und schickt sein Magnetic North Orchestra auf mysteriöse Wege, auf denen sich melodische Sprengsel, harmonische Finessen und rhythmische Variationen die Hand geben.

Per Jørgensen (Trompete, Gesang), der formidable Fredrik Lundin (Saxofon, Flöte) und die Percussionisten Helge A. Norbakken und Ingar Zach nebst drei Streichern haben hörbar Vergnügen an des Meisters Vorgaben, komplexe Kompositionen mit spontanen Improvisationen zu kombinieren, ohne an Dynamik, Energie und »Flow« zu verlieren. Spannend ist das allemal, und wenn man die CD nur oft genug hört, kann man irgendwann auch die Melodien mitsingen. (tjk)



Siehe auch:
Bjarte Eike
Fredrik Lundin
Ingar Zach
Radka Toneff

   

Kyanos
(2001, ECM/Universal)

Sieben Nordmänner flirten mit dem Süden. Zumindest bei Liedtiteln wie »Kyanos«, »Phanai«, »Zygotos« oder »Karyon« denkt das Magnetic North Orchestra ganz in griechischen Bahnen, doch musikalisch präsentiert sich der Olsoer Bandleader Jon Balke geografisch ungebunden. Er kombiniert ein Piano-Trio mit Cello und einem Bläser-Triumvirat, bestehend aus Saxofon und zwei Trompeten.

Statt erwartetem expressivem Ausbruch regiert jedoch asketisch reduzierte Improvisation: Drummer Audun Kleive bleibt fast unhörbar im Hintergrund, während Balke seine Kadenzen mit meditativer Kontemplation in die Tasten tupft. Dazu addieren die Trompeter Arve Henriksen und Per Jørgensen mit raumgreifenden Twin-Melodiebögen eine fast sinfonische Komponente. (peb)



Siehe auch:
Arve Henriksen
Jon Balke
Balke, Jørgensen, Kleive
Svante Henryson & Ketil Bjørnstad

Video-Link



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