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Alle Rezensionen zu Sveinbjörn Sveinbjörnsson
(Genre »Klassik«, Land »Island«)

 

Sveinbjörn Sveinbjörnsson: Kammermusik und Klaviermusik
(2007, Naxos 8.570460)

Die Biographie von Sveinbjörn Sveinbjörnsson (1847–1927) ist schon ziemlich kurios. Aufgewachsen in Kopenhagen, sollte er in jungen Jahren zunächst zum Pfarrer ausgebildet werden (der Vater war früh verstorben) – nur durch Zufall schlug er dann doch die Laufbahn als Komponist ein. Doch während man auf Island durchaus Bedarf an geistlichem Beistand hatte, konnte man ihm als Komponisten keine Heimat bieten: Im 19. Jahrhundert war die Insel im Nordatlantik aus der Perspektive bürgerlicher Kultur tiefstes Entwicklungsland. So suchte Sveinbjörnsson für Jahrzehnte in Edinburgh sein Auskommen, später zog es ihn für einige Jahre nach Kanada, bevor er seinen Lebensabend in der dänischen Metropole verbrachte.

Obwohl Schöpfer der isländischen Nationalhymne hat sich in Sveinbjörnssons Klavier- und Kammermusik kaum etwas von der archaischen Musikkultur seiner Heimat niedergeschlagen (ganz anders als später bei Jón Leifs). Nur bei genauem Zuhören mag man hie und da eine Wendung finden, die etwas andeutet. Ansonsten ist Sveinbjörnsson ganz und gar dem musikalischen Salon des britischen Empire verbunden (aber auch das kann ja ein schönes künstlerisches Zuhause sein). Avancierte Töne sucht man jedenfalls bei ihm vergebens, dafür klingt alles nach leicht unterkühltem und verspäteten Schumann. Und dennoch ist die CD eine Entdeckungsreise wert, zeigt sie doch auf höchst glückliche Weise (und dazu noch überaus klangschön), was auf der rauhen Insel im 19. Jahrhundert eben nicht möglich war. (mku)

Sveinbjörn Sveinbjörnsson: Sveinbjörn Sveinbjörnsson: Kammermusik und Klaviermusik



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