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Alle Rezensionen zu The Horror The Horror
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Wired Boy Child
(2008, Tapete TR121)

Die Zerrissenheit ist da. Das Verlorensein, die Sehnsucht, die Suche nach dem richtigen Ausdruck. The Horror The Horror versuchen es wieder mit zwei gegenläufigen Gitarren, einem spritzigen Bass und einem Sänger, der das typisch schwedische Retro-Timbre aus seiner Kehle atmet. Diese Schule ist bewährt und bekannt, klammert aber inzwischen alles Hipstermäßige aus – sind doch die angesagten Klangideale der Rockwelt derzeit anders gelagert.

»WIRED BOY CHILD« knüpft fast nahtlos an seinen Vorgänger an, ohne dessen Hitpotenzial noch einmal zu erreichen: Auf den Punkt gespieltes Slackertum, etwas gesetzter vielleicht, und mit dem ein oder anderen Moll-Akzent mehr auf dem Notenblatt. Die Single » (Yes) I'm Coming Out« zeigt ein freundliches, an Traditionalismen angeknüpfendes Gesicht. Es geht um Selbstaktivierung und ewige Themen. »It Was Everything, Everything! « klaut den Strokes wieder einmal die Gitarren, und der Titeltrack geht gekonnt übers Wasser und quer durch Jahrzehnte des Gitarrenpops. Es scheint, als ob The Horror The Horror dabei sind, ihre eigene Nostalgiewelt zu erschaffen. (maw)

The Horror The Horror: Wired Boy Child

   

Wilderness
(2011, Tapete TR212)

Jammern auf hohem Niveau ist eine eigenständige Kunstgattung im Retro-Power-Pop. The Horror The Horror haben es dabei zu einiger Meisterschaft gebracht mit ihrer knackigen Variante des coolen Großstadt-Wavepops mit deutlichen Bezügen zu Franz Ferdinand und den Strokes. Die Schweden machen auf ihrem dritten Album »WILDERNESS« eigentlich nichts falsch und lassen die Gitarren rhythmisch schrammeln, an den Vocals in bewährer Weise getrieben von der knödelig-nasalen Stimme von Joel Lindström. Sehr tanzbar, sehr hochglanzmäßig, sehr radiokompatibel. Was keine Schande sein muss. Wir sind lässig und unbekümmert, euphorisch und etwas überheblich, das zählt!

Nur: The Horror The Horror haben es sich in ihrer Croone-Ecke allzu gemütlich eingerichtet, mit einem Blick, der dezidiert nach hinten geht. Polieren ihre stylishen Wohklänge und vergessen dabei, zwischendurch das Fenster aufzumachen. Verharren auf dem gepflegtem Niveau eines leicht in die Jahre geratenen Mittelklassehotels. Und somit im Stillstand. Sind sehnsüchtig, aber nie so sehr, dass es wehtut. Höchstens beim letzten Song »Out Of Here« werden sie ansatzweise unbequem. Aber nicht so sehr, dass man sich daran reiben kann. (emv)

   

The Horror The Horror
(2006, Tapete 4015698651720)

Sie gehören zu denen, die etwas spät dran waren. The Horror The Horror kochten ihr Süppchen Schrammelrock zu einem Zeitpunkt, zu denen sie bereits als Strokes-Epigone gehandelt werden mussten. Es ist die Undankbarkeit und Härte des Musikbusiness, dass sie trotz dieser durchweg krisensicheren Platte recht wenig Beachtung fanden. Da mag die Combo auch verranzte Lederjacken und fettige Flickenhosen, löchrige Sex Pistols-Shirts und eine Diagonalfrisur besitzen – der richtige Hype traf nur Mando Diao und im Dutzend englische Bands.

Dabei musizieren sie leichtfüßig, jugendlich und unbeschwert. Drehen wie bei »Kate&Jim« die Melodien in ihre ganz eigenen Richtungen und zerren an den Gitarrenseiten für ihre Hymne »Sound Of Sirens«. Selbst in den Pausen gibt es immer etwas zu entdecken, was dieses Album ins Hier und Jetzt bugsiert. Vielleicht ist es ihre universelle Songsprache? (maw)



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