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Alle Rezensionen zu Uusikuu
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Hotelli Untola
(2008, Peregrina Music PM50512)

Laura Ryhänen, talentierte und fleißige singende Finnin aus Tübingen, hat eine weitere Leiter in ihrer Karriere erklommen und ein sechsköpfiges Tango-Orchester gegründet, mit dem sie in der Musikgeschichte ihrer Heimat schwelgt. Mit Mikko Kuisma (vi), Norbert Bremes (acc), Leo Laikola (g) und Dominic Lash (b) hat sie kompetente Musiker unter dem Neumond (Uusikuu) versammelt, dazu gesellt sich als Gast Janne Sartorius, der einige Stücke singt.

Uusikuu versinken nicht in (Finn-Tango-Klischee!) Melancholie, sondern frischen die alten Stücke auf, was denen gut tut. Die Lieder von Unto Mononen, Georg Malmstén oder Toivo Kärki gehören zum klassischen finnischen Tango-Kulturgut, interessant auch ihre Version von »Kangastusta«, das sie (verglichen mit M.A. Numminen) ironiefrei interpretieren. Ein paar eigene Kompositionen für den Film »Finnischer Tango« runden eine sehr erfreuliche CD ab. Allein der Opener »Kun Soitti Dallapé«, eine Hommage an ein gleichnamiges Salonorchester aus dem Helsinki der 30er Jahre, ist die CD wert: ein grandioser Ohrwurm im mitreißenden Rhythmus. (tjk)



Siehe auch:
Jääräpäät
M.A. Numminen
Mäkkelä & Orkesteri
Vaaralliset Huulet

 Uusikuu: Hotelli Untola

Offizielle Website

Offizielle Website      www.uusikuu.com

   

Suomi-Neito
(2016, Nordic Notes/Broken Silence NN0078)

Hoch lebe die finnische Maid! Sie hat Grund zum Feiern: Laura Ryhänen und ihre hochlebendige Tangoband Uusikuu feiern im Jahr 2016 bereits den zehnten Geburtstag. Es war ein heißer Juni-Tag in Tübingen während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als Laura zusammen mit ihren Mannen die ersten Töne als Uusikuu spielte. Mit »SUOMI-NEITO« (finnische Maid) lassen sich Uusikuu ein wenig selbst hochleben. Und sie stellen die finnischen Frauen thematisch in den Mittelpunkt: Die meisten Texte dieses Albums stammen aus der Feder von Frauen. Oder es geht um die weibliche Sicht der Dinge. Uusikuu beweisen zudem einmal mehr, dass die finnische Variante des Tango keinesfalls nur eine Angelegenheit für Trauerklöße ist!

Die Band blickt zum Zehnjährigen auch auf die Anfänge des finnischen Jazz in den 30er Jahren zurück. Es gibt hier die skandinavische Variante des Swing zu entdecken! Dazu kann man übrigens bestens das Tanzbein schwingen! Mit einer ganz kleinen Träne im Knopfloch! (emv)

   

Babylonia
(2010, Humppa/Indigo 041)

Beim ersten Hören vermisst man einen Ohrwurm wie »Dallapé« von der ersten CD, aber dann kommt die Qualität dieses Nachfolgers zum Tragen. Haben sich Uusikuu doch ein schönes Konzept überlegt: eine CD mit Reise- oder Fernweh-Liedern, passend dazu die Fotos im Outfit der 30er bis 50er Jahre – aber daher stammen ja auch die Songs.

Mit unveränderter Besetzung reisen Uusikuu durch die Geschichte, mit Tango, Walzer und Jenkka, arrangieren mit Geschmack und interpretieren sehr gekonnt Stücke von Kärki, Malmstén und anderen Größen. Laura Ryhänen und ihre Mannen gewinnen aber Kontur und Eigenständigkeit, sie machen aus den alten Kamellen frische Delikatessen. Auch wenn sie gelegentlich noch etwas mehr Gas geben könnten. (tjk)



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