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Alle Rezensionen zu Hess Is More
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

80 Years
(2017, Edition Records EDN1102 / EDNLP1102)

Edition Records hat sich über die letzten zehn Jahre als lupenreines, obschon vielseitiges Jazzlabel etabliert: Der Genrebegriff wird zwar ernstgenommen, ist aber auch nach allen Seiten hin durchlässig, wie man etwa bei starken Alben von Slowly Rolling Camera, Drifter oder Girls In Airports erleben kann. Da kommt »80 YEARS« als regelrechter Schock. Gut, Mikkel Hess' 2003 als elektronisches Soloprojekt gegründetes Versuchslabor Hess is More hat sich über sechs Alben stetig erweitert und sich um keinerlei Schubladen und Geschmackspräferenzen gekümmert, doch was Hess mit dem zwischenzeitlich zum transatlantischen Pop-Projekt ausgewachsenen Ensemble nun vorlegt, kann ebenso als Geniestreich wie als Werk eines Verrückten empfunden werden.

Label und Leader bezeichnen »80 YEARS« als Jazz, doch das exzentrische Werk legt erst einmal mit einer Art Kraftwerk-Krautpop mit Kantaten-Breitseite los (es singen die East Coast Inspirational Singers, vocoderverfremdet), bevor Trompeter Tom Harrell ein atmosphärisches Solo hinlegen darf. Nach einem veritablen (Avant-)Popausflug mit dem neunminütigen »Chopin« ist die zweite Hälfte der CD/LP die vierteilige Suite »It's Backwards No Matter What I Do«, die sich weit über 20 Minuten lang zu einem haarsträubend unerhörten, gleichwohl ungemein faszinierenden Elektro-Jazz-Epos ausdehnt. An den Keyboards übrigens Daniel »The Whitest Boy Alive« Nentwig und Nikolaj Hess und als Hess' Koproduzenten eine Reihe von Herren, die zuvor mit Miley Cyrus, Hercules And Love Affair, Sting u.a. gearbeitet haben. Der Meister selbst beschließt das extravagante Spektakel mit einem traumhaften, selbst gesungenen Lied, das ein wenig an die zarten Popsongs von Brian Eno und Erik Honoré erinnert. (ijb)



Siehe auch:
Rune Olesen
The Whitest Boy Alive
Girls in Airports
Erik Honoré

 Hess Is More: 80 Years

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.hessismore.com

   

Live At Wood Wood
(2007, Eigenverlag)

UFF-pa-duff-da-UFF-pa–duff-da ... und dazwischen wabert eine Orgel, dann passiert mal wieder nix; ein Drum-Solo mit Uff-pada-buff, dann wieder nix – und das alles in einem Stück: Respekt, das schafft nicht jeder! In einem der nächsten nervt über einem ähnlich stupiden Rhythmus ein ca. 30 Jahre alter Synthesizer mit blöden Melodie-Sprengseln und noch blöderen Sounds. Ziel war hier offensichtlich, die übelsten Bestandteile von 70er-Disco, 80er-Synthi-Pop und 90er-Anfangs-Techno irgendwie mit Orgel-Geblubber zu verlangweiligen.

Das Ganze mag ja live entstanden sein, und wenn man schon seit Stunden in einem Club ist und sich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr wehren kann – ach was, geschenkt. An den Titeln kann man die Songs einschätzen: »Tip Top Dynamo«, »Farfisa Waltz« oder »Walksong« halten alles, was man sich erfürchtet, und die Frage »Would You Like To Go To Disco?« beantwortet sich passend mit ähnlich niveaulosen Wortspielen wie »HESS IS LESS« oder »HESS IS A MESS«. Ach so, die Schuldigen nicht zu vergessen: Jens Bjørnkjær, Nikolaj Hess und vor allem Mikkel Hess als Chef. (tjk)



Siehe auch:
Nikolaj Hess
Sissel Vera Pettersen & Nikolaj Hess
Hess & Etta Cameron
Hess / AC / Hess Spacelab



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