Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Hjaltalín
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Sleepdrunk Seasons
(2009, Haldern Pop Recordings 36539)

Süß schmeckt die Sommerluft, die Hjaltalín durch die Boxen wehen. Es riecht nach reichhaltigen Blumenwiesen, die mit ihrer einladenden Geste nicht nur Schmetterlinge, Käfer und Vögel anlocken, sondern auch menschliche Wesen. Voll buntgetupfter Ornamentik ist auch die Popmusik dieser Isländer. Mit Kontrabass, Bläsersektion, Fagott und diversem klassischen Instrumentarium dekoriert und liebevoll in einen Zustand der Schwerelosigkeit gehoben. Nichts wirkt überladen oder gar erschlagend. Gutgelaunt und detailreich ergibt sich dieses Debütalbum von selbst und reicht die Hände in besonnener Gutmütigkeit. Eine Einladung, die abzuschlagen ein Verbrechen wäre.

Übersichtlich sind die sehr eingängigen Melodien und die Songs in ihrer Struktur, so dass sich Hogni Egilsson bemühen muss, mit seinem eher schlichten Gesang nicht allzu viel Schaden anzurichten. Das gelingt ihm mit dem Charme des Unperfekten, aber das ist auch gar nicht wichtig: Denn es klingt hier viel bedeutsamer nach Familie und Vertrautheit, nach Sommernächten, nach Euphorie und melancholischem Schmelz. Die Gewissheit ist da, dass perfekte Momente nicht unendlich überdauern. Und irgendwie liegt darin ja auch der Kern aller Romantik. (maw)

 Hjaltalín: Sleepdrunk Seasons

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/hjaltalinband

   

Enter 4
(2013, Sena/Cargo)

Was für ein Bruch! Hjaltalín erzählen auf ihrem dritten Album »ENTER 4« von der Unmöglichkeit der Liebe. Schwere Kost scheinbar, die uns das isländische Septett hier vorlegt, aber von abgrundtiefer Resignation findet sich keine Spur. Die Großgruppe aus Reykjavik um die Sänger Sigríður Thorlacius und Högni Egilsson wendet sich konsequent vom symphonischen Folkpop ab. Hier dominieren reduzierte Instrumentierung und eine Hinwendung zu neuen Stilformen wie Soul, Rhythm`n`Blues und Electronica. Was nicht wirklich wundert, ist doch Egilsson auch bei GusGus aktiv.

Vorbei ist es mit den üppigen Streicher-Arrangements. Im eleganten Dancefloor-Track »Lucifer/He Felt Like A Woman« etwa ist der existenzialistischen Einsamkeit nur durch Selbstliebe zu entkommen. Mit Romantik hat das nicht mehr viel zu tun, dafür viel mehr mit Intelligenz und Ehrlichkeit. Auch wenn Hjaltalín hier mitunter an die Schmerzgrenze gehen müssen. Wie im intensiv reduzierten Track »Forever Someone Else« , in dem die Sehnsucht nach Nähe so groß geworden ist, dass man sich lieber verletzen lässt, als allein zu sein. Die Dämmerung. Hier verschwinden die Gewissheiten. Hjaltalín füllen diese Leerstellen mit beunruhigenden Gefühlen.
(emv)



Siehe auch:
GusGus



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel