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Alle Rezensionen zu Sin Fang
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Flowers
(2013, Morr Music/Indigo Morr 120)

Die Entdeckung der Leichtigkeit! Sindri Már Sigfússon, aka Sin Fang, hat zwar in seinem Gesamtwerk bislang noch nie erdenschweren Ballast im Übermaß mit sich herumgetragen, aber er kommt auf seinem dritten Soloalbum »FLOWERS« besonders leichtfüßig daher. Oh, und ein Konzeptalbum über die Stürme der Jugend hat der Musiker mit Vorliebe für skurille Bart-Verkleidungen im Sinn! Das klingt allzu ernsthaft, auweia. Nichts da! Verspielt wie ein Welpe widerlegt Sin Fang alle überkandidelten, gegenweltigen isländischen Elfenklischees und zelebriert die Kunst der zurückhaltenden Euphorie. Verneigt sich in Songs wie »Feel See« augenzwinkernd vor den großen Beach Boys. Mit denen er unbestreitbar die Obsession für scheinbar einfache Popmelodien teilt, die sich erst auf den zweiten Blick auf die Instrumentierung (von majestätischem Brass über innige Streicher bis zu nerdigen Electronics) als durchaus vertrackt zu erkennen geben. Folkpoppige Simplizität ist die Sache von Herrn Sin Fang offenkundig nicht!

Mit staunenden Augen auf Abenteuerfahrt aufbrechen und das Herz weit öffnen für die neuen Erfahrungen. Die Zärtlichkeit ist dabei die gute Fee, die über ihn wacht. Der Übermut ist der Kobold, der für das unberechenbare Element dieser Initiationsreise verantwortlich ist. Im Ergebnis strebt »FLOWERS« in Songs wie dem Mitsing-Schmankerl »Not Enough« durchaus nach der großen Geste und dem überwältigenden Gefühl. Und bleibt dabei bodenhaftig und bescheiden. Das soll ihm erstmal einer nachmachen!
(emv)

 Sin Fang: Flowers

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.heysinfang.com

   

Spaceland
(2016, Morr Music/Indigo morr 149)

Wenn Sindri Már Sigfússon alias Sin Fang sein Seelenleben nach Facebook-Manier beschreiben müsste, würde er sein Häkchen wahrscheinlich bei »it´s complicated« machen. Mit seinem vierten Soloalbum »SPACELAND« vollzieht der Mann, der einst mit seiner ehemaligen Band Seabear den großäugigen Folkpop zelebrierte, eine weitere Häutung. Sin Fang blickt entschieden nach Westen und erfindet sich als Chamäleon zwischen Elektropop und R´n`B neu. Singing the life electric! Aber Sigfússon bleibt sich in einem treu: Denn durch diese Songs, die zwischen Reykjavík und Los Angeles entstanden sind, wallen dicke Nebel. Hier lauern innere Dämonen. Denn Sin Fang unterwandert die treibenden Bässe und hibbeligen Hi-Hats mit einer schmerzhafter Nabelschau. Und jubelt uns unter den scheinbar massenkompatiblen Klängen seinen Kampf gegen Panikattacken unter.

Eine nervöse Energie hält hier mit taubengrauer Melancholie Händchen. Wirklich einfache musikalische Kost ist das nicht! Wie gut, dass Sin Fang sein Drama des begabten Endzwanzigers mit Hilfe seiner Freunde auslebt! Im unterkühlt-gefühligen»Cry Me A River« hat Ex-Seabear-Kollegin Sóley einen Gastauftritt. Und beim nur scheinbar traumtänzerischen Opener »Candyland« ist sogar Sigur-Rós-Sänger Jónsi zu hören. Überhaupt die Frauen: Die norwegische Chanteuse Farao und Pascal-Pinon-Musikerin Jófríður Ákadóttir sind hier ebenfalls zu hören. Einziges Manko: Vielleicht denkt Herr Sin Fang wirklich zu viel. Denn nachhaltig im Ohr hängenbleiben will keiner dieser Tracks.
(emv)



Siehe auch:
Seabear
Sóley
Jónsi
Farao

   

Summer Echoes
(2011, Morr Music/Indigo morr 104)

Toll, wenn sich ein Interpret aus der Musikgeschichte frei, fantasievoll und unbefangen einfach das herauszugreifen vermag, was ihm gerade in den Kram passt – um daraus seine ganz eigene Stimme zu formen. Noch besser ist dann nur, wenn man als Hörer nicht mehr darüber nachdenkt, was all diese Einflüsse sind, welche Quellen angezapft wurden und welche Vorbilder im Spiel waren. Sindri Már Sigfússons zweites Soloalbum als Sin Fang (nachdem er das »Bous« aus dem Namen strich) ist so ein Glücksfall. Manche wollen dem Kind den Namen »Psychedelica« geben, andere sogar »Lo-Fi-Pop« oder »Indie« (aber was ist schon independent in Island?), doch all sowas geht voll an der Musik vorbei. Denn »Summer Echoes« ist vielmehr ein ganz wunderbares, ebenso mitreißendes wie kluges Album. Mit jedem Hören wächst der Pop-Appeal, und man wird immer wieder dazu verführt, die Platte noch einmal von Anfang abzuspielen. Wie es eben gelungene Popmusik kann – und soll.

Chorgesang und Stimmeffekte, Elektrobeats und Gefrickel, Gitarrenfeedback, Folk, Mitsingrefrains... und alles wird, mal kompakt, mal ausufernd und orchestral, mal ganz spartanisch mit Klavier, doch immer transparent, ja, luftig von Sigfússons Talent als Songwriter zusammengehalten. Bei »Summer Echoes« handelt es sich freilich nur laut Selbstaussage um ein Soloalbum – und weil Sigfússon alles selbst geschrieben und fast alle Stimmen eingesungen hat; alle Lieder sind jedoch klare Bandstatements, die wohl live ebenso gut oder vielleicht sogar noch besser funktionieren dürften. Eine Empfehlung für alle Sommerliebhaber. (ijb)

   

Clangour
(2009, Morr Music morr088)

Die Ideen müssen raus, das Soloprojekt nur eine Frage der Zeit. Sindri Mar Sigfusson platzt vor guten Einfällen und baut aus ihnen kleine, gutmütige Songs. Hauptnebenberuflich mit Seabear in Sachen Powerpop unterwgs und auch solo steht der Pop ganz oben auf der Tagesordnung. Es klingt nach lustigen kleinen Samples, die an die No Kids oder Caribou erinnern und nach einem großen Herz. Ein bisschen verwuschelt legt dann auch gleich »Advent In Ives Garden« mit süßlichem Gestus los. Alles duftet locker leicht nach einem perfekten Tag, die Drinks stehen parat, die Sonne spendet kühlenden Schatten, eine leichte Brise weht heran. Und ausgelassen tollen Kinder umher.

Alles hat Sindri alleine eingespielt, geklappert und mit Daunendecken zugedeckt. Die Songs sollen es gemütlich haben, warm und geborgen. Die ganzen Flöten, das lustige Instrumentarium tritt in die zweite Reihe, denn die Sperenzchen können nicht verbergen, dass Akustikpop die Basis seines Schaffens ist. Fast unaufdringlich gerät die zweite Hälfte des Albums, ein bisschen zu esoterisch, ein bisschen zu nett. Etwas mehr Biss und Getöse hätten letztlich nicht geschadet. (maw)



Siehe auch:
Seabear



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