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Alle Rezensionen zu Burning Hearts
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Extinctions
(2012, Bone Voyage/Cargo BONE-0182)

Erwachsene Popmusik. Hört sich ernsthaft und spaßfrei an. Ist es nicht. Denn Burning Hearts haben mit ihrem zweiten Longplayer »EXTINCTIONS« eine Souveränität erreicht, die überzeugt, weil sie so selbstverständlich und unangestrengt daherkommt. Jessika Rapo und Henry Ojala könnten im Regal eigentlich unter der Kategorie »eleganter, elborierter Elektro-Indiepop« eingreiht werden. Wäre da nicht diese unbestreitbare Wärme unter der Oberfläche. Wäre da nicht diese intelligente Tiefe unter der scheinbaren Leichtigkeit. Wären da nicht alle diese vielen Versatzstücke, die das Duo aus Turku mühelos zusammefügt: Leicht Balladiges, eigensinnig Anorak-Poppiges, angedeutet Folkiges, unterkühlt Hymnisches. Raffiniertes 60ies-inspiriertes Schlagwerk, zurückgenommene Synthies, klug eingesetze Indiegitarren. Und vor allem sind Burning Hearts alles andere als harmlos.

»A man picks up his shotgun, on the last day of the decade«. So und nicht anders geht es hier los im ersten Song »On The Last Day Of The Decade«, was Jessika Rapo bar jeder sentimentalen Aufwallung singt. Nachdenklich sind sie und latent beunruhigend. Die überraschenden Tempowechsel in »Burn Burn Burn« lassen aufhorchen, und erst spät realisiert man, dass es hier ums Kämpfen mit bloßen Händen und Speeren geht. »EXTINCTIONS« kommt daher wie ein stiller Brunnen und ist doch tiefes Wasser. Erwachsen eben, weil alles andere als eindeutig. (emv)

 Burning Hearts: Extinctions

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/burningheartsmusic

   

Into The Wilderness
(2011, Shelflife Records)

Eine geschmeidige Eleganz entwickeln, ohne die ureigene Twee-Empfindsamkeit aufzugeben: Burning Hearts gelingt auf ihrer EP »INTO THEWILDERNESS« der mühelose Spagat zwischen elektronisch funkelnder Verspieltheit und schüchterner, flaumzarter Pop-Sensibilität. Zwischen den Zeilen und Noten machen Sängerin Jessika Rapo und Schlagzeuger Henry Ojala klar, dass sie keine naiven, großäugigen Sternengucker, sondern lebenserfahrene, gleichwohl leise Beobachter emotionaler Zwischentöne sind.

Zu Songs wie »Fever« eilt oder schlurft man nicht, man flaniert lächelnd. Und bemerkt erfreut, dass sich das Duo selbstbewusst traut, die Synthies auch mal lauter aufzudrehen. Ohne dass die beschwingte Leichtigkeit abhanden käme. Zu Songs wie den Titelstück schlagen die Gedanken entspannte Purzelbäume. Und mit »A Matter Of Timing« kehren die beiden bruchlos zum allersanftesten Folkpop zurück. Burning Hearts gehen spazieren, und entdecken eine ganze Welt. Durch die Blütenblätter stieben. Oder auch Schneeflocken. (emv)

   

Aboa Sleeping
(2009, Shelflife Records LIFE057)

Selten genug kommt es vor, aber es gibt sie, diese Popalben, die wie Luftballons elegant abheben und in mühelosem Bogen gen Horizont entschweben. »ABOA SLEEPING«, das Debütalbum des Duos Burning Hearts um Jessika Rapo und Henry Ojala, findet vom ersten Ton an eine Leichtigkeit, die ungeheuer selbstverständlich wirkt. Aber dahinter stecken Konzentration und Können! Rapo und Ojala sind respektive bei den beiden im Twee- und Indiepop verwurzelten Formationen Le Futur Pompiste und Cats On Fire aktiv. Und schaffen es tatsächlich, nach keiner von beiden zu klingen! Indem sie auf die allerzärtlichste und allerkundigste Weise die besten Ingredienzen aus 60ies-Zitaten, reduziertem Synthiepop und blasser Empfindsamkeit für ihre Zwecke einspannen und zu etwas weiterentwickeln, was ganz und gar ihr Eigenes ist!

Eine gewisse Ernsthaftigkeit gehört dazu, um dieses Vorhaben gelingen zu lassen. Und diese Hürde nehmen die beiden Finnlandschweden, getragen durch Jessika Rapos sanftstarker Stimme, mit Leichtigkeit. Prahlen und in den Vordergrund spielen ist ihre Sache nicht, dafür strahlt ihr bewusstes Understatement um so nachdrücklicher. Burning Hearts erteilen uns die Lizenz zum Träumen. Zum Schweben. Und wenn im Titelstück »Aboa Sleeping« das nächtliche Turku (auf schwedisch: Åbo), der Fluss Aurajoki und ein unbestimmter Schmerz auf überraschend überwältigende Weise zusammenkommen, dann ist es ein Lächeln, ein liebevoll melancholisches Lächeln, das bleibt. (emv)



Siehe auch:
Cats On Fire
Le Futur Pompiste



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