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Alle Rezensionen zu Solander
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Since We Are Pigeons
(2009, Tender Version/Alive TVR016)

Es gibt Alben, die möchte man vom ersten Song an in den Arm nehmen und schützend an sich drücken. Weil sie ebenso zerbrechlich wie schön sind. Weil sie von flüchtigen Gefühlszuständen handeln, verschlierten Rückblicken, präzisen Momentaufnahmem, leisem Herzschmerz und kleinen Triumphen. Spontan hunderte von Kilometern herunter nach Berlin zu fahren, um die Fleet Foxes live spielen zu hören. Oder der verlorenen Liebsten sagen, dass man sich doch so bemüht hat, derjenige zu sein, den sie wirklich wollte. Fredrik Karlsson, der Kopf hinter Solander, ist ein Mann der Andeutungen und ein bewusster Flüchtender. Wo sich musikalisch beheimaten? Im sanften Folkpop, im großäugigen Tweepop, im empfindsamen Singer-Songwriter-Segment, bei den kauzigen Hinterwald-Weirdos oder bei den nerdigen Soundfricklern, die nur an ihren Apples schrauben? Sagen wir mal so: vielleicht irgendwo dazuwischen. Aber immer mit dem Kopf ganz nah ans Cello gelehnt.

Für sein Debütalbum »SINCE WE ARE PIGEONS« hat sich der Malmöer Musiker Unterstützung von den Musikerkollegen von Audrey und Scraps Of Tape geholt, die ihn einfühlsam auf seiner romantischen Gralssuche nach der flüchtigen Perfektion im Pop begleiten. Herausgekommen ist ein Album, das der Beginn einer Reise ist. Dabei eine unschuldige Wärme ausstrahlt. Bewusst die kleine Form findet. Eine sympathische Bescheidenheit hochhält. Jeder Novembermelancholiker wird sich nach dem vielleicht schönsten Song »St. Michael« ein bisschen mehr von der Welt verstanden wissen als zuvor. Und das ist nicht wenig. (emv)



Siehe auch:
Audrey
Scraps Of Tape

 Solander: Since We Are Pigeons

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/solandersweden

   

Monochromatic Memories
(2014, Tender Version/Alive)

Der wehmütige Blick zurück. All die verpassten Gelegenheiten. All die ungesagten Worte! Verlangsamte Songs wie das dunkelgraue nostalgische »The Woods Are Gone« sind kleine Hymnen auf all die Tage, die niemals kommen werden. Obwohl wir so darauf gehofft haben! Solander sind auf ihrem dritten Album »MONOCHROMATIC MEMORIES« aber keineswegs unheilbare Fatalisten. Allein das gefühlige Cello von Anja Linna spendet hier Trost. Das puckernde Banjo von Mastermind Fredrik Carlsson sowieso! Um einschneidende persönliche Verluste geht es hier. Aber Solander begegnen dem Schmerz mit einer wirksamen Waffe: Unbestreitbarer Zärtlichkeit!

Und so kommt es, dass sich diese folkpoppigen Töne wie im Titelstück überraschend zu großer Geste ausholen und die Sonne mit Nachdruck in verdüsterte Räume lassen. Die Schweden streben sowieso aus der Singer-Songwriter-Ecke hinaus, indem sie Synthieklänge Einlass in ihr musikalisches Universum gewähren. Und mit Songs wie »Lighthouse« selbstbewusst ins Poplager streben. Fast unmerklich zieht hier das Tempo an, bis wir fast schon durchs Wohnzimmer steppen. Traurig sind Solander sowieso. Aber abfinden werden sie sich damit niemals! (emv)

   

Passing Mt. Satu
(2011, A TenderVersion/Alive)

Kommt hier tatsächlich die Sonne zwischen den Wolken hervor in Fredrik Karlssons melancholischem musikalischen Universum, durch das die Wolkenfetzen ungeordnet trudeln? Manchmal mag man das Strahlen nur erahnen, aber es ist unmissverständlich da und wärmt die Seele. Auch wenn im Zweitling »PASSING MT. SATU« immer noch Mitzwanziger-Lebensangst ihre schwarzen Schatten über diesen zärtlichen Folkpop aussendet. Der hier noch sinnlicher daherkommt als beim bewusst reduzierten Erstling. Das Cello von Anja Linna wirft einen Wollmantel über von Zweifeln beherrschte Seelenlandschaften, in denen die Furcht vorm Ertrinken eine reale Möglichkeit darstellt. Es sind die Zwischentöne, die hier wahre Botschaft transportieren: Wir sind geborgen. Und das ist ungemein tröstlich.

Glockenspiele blinkern, Banjos puckern, und Solander entdecken im Vorbeigehen das flüchtige Glück. Sind klug, nehmen sich zurück, konzentrieren sich auf Wesentliche: Auf das Suchen und Vielleicht-Finden des Glücks. »PASSING MT. SATU« ist ein kleines Schatzkästlein voller federleichter Preziosen, voller flüchtiger Weisheiten, die immer dann passen, wenn man sie braucht. Und es ist ein Album vom Ankommen. Das mit den Worten schließt: »Nowhere but here«. Nirgendwo sonst. Solander sind angekommen. Bei sich. (emv)



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