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Alle Rezensionen zu (((S)))
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Phantom
(2010, AF Music AFM083S)

Wer sich hinter wabernden Synthieklängen im Halbdunkel verbirgt und die Welt in stylishes Schwarz taucht, der will vielleicht nicht gefunden werden. Will sich nicht dem Tageslicht aussetzen. Denn im Hellen würde offenkundig, dass das dänische Quartett mit dem »ungooglebaren Bandnamen« auf seiner zweiten Veröffentlichung »PHANTOM« durchweg geborgte Kleidung trägt, die seit schon seit 30 Jahren sorgsam aufgebügelt wird. Massive Referenzen an die blassen Dandy-Weltverächter aus den 80ern wie New Order oder Visage. Plus eine große Portion dick aufgetragenem Hedonismus aus ebenjenem »ich blende, also bin ich-Jahrzehnt«. Die Flagge der selbstbewusst-affektierten Poseure wollen sie wie ein Triumphbanner vor sich hertragen. Schade nur, dass sich der Stoff nur lustlos bauscht.

Obwohl Songs wie »Lonely Is The Lighthouse« durchaus tanzbare Dekadenz verbreiten, trägt die selbstverliebte Retro-Attitüde der Band kein ganzes Album. Da reicht es auch nicht, mit den nachtaktiven Goth-Jüngern zu flirten und das Kajalschwarz dick auf den Lidrand aufzutragen. Harmlosigkeit, Seichtheit und leichte Goutierbarkeit beißen sich mit der eigentlich intendierten, rätselhaften Düsternis. (((S))) aber sind ungefähr so geheimnisvoll wie Lothar Matthäus. (emv)

 (((S))): Phantom

   

The Moon Is My Sun
(2012, Danse Macabre)

»Let the sun shine in!« Frei nach dem Musical »HAIR« reißt das dänische Ein-Mann-Projekt mit dem unaussprechlichen Namen (ist das übrigens karrierefördernd?) die schwarzen Vorhänge entschieden auseinander und flutet seine bislang in Düsternis gehüllten Räume mit Licht . »THE MOON IS MY SUN« heißt der Drittling des Kopenhagener Einzelgängers folgerichtig, denn holla: Zwar bewegt er sich musikalisch wie gehabt bevorzugt in der ersten Hälfte der 80er, also den Hochzeiten des dandyhaften Synthiewavepops. Aber die schwarzen Kajalstriche um die schick umflorten Augen werden sichtlich dünner. Er flirtet ausgiebig mit Fischer-Z und Vangelis, aber er tut es hörbar leichtfüßig. Süßliche weibliche Vocals dürften nicht nur auf »Shadow Boxing« Einzug halten, und die gehobene Textzeile »Daaadadadaa« ist durchaus erlaubt. Sensation! Kate Pierson von den B-52s dürfte wohlwollend nicken.

Herr Unbenannt aus dem Königreich hat also wie weiland Markus den Spaß entdeckt. Erfreuen wir uns also mit ihm am den großen Torten im Synthie-Zuckerbäckerland, schwelgen wir mit ihm in Pastellfarben und pudern wir uns zwischendurch die Nase, um unsere feine Blässe zu kultivieren. Retro aber bleibt Retro, und als Bilderstürmer wird der Musiker nicht in die Annalen eingehen. Aber so lange wir dazu gepflegt abtanzen können geht das in Ordnung! (emv)

   

Ghost
(2009, Danse Macabre/Alive 1006)

Werbung ist alles. Zitat: »(((S))) ist ein geheimnisvolles Ein-Mann-Projekt aus Kopenhagen: Weder von (((S))) selbst, noch von seiner Studioband, gibt es Bilder.« Ach, wie aufregend, wie mysteriös. Ob das auch für die Musik gilt? Schlecht sind sie nicht, die elf Stücke der »geheimnisvollen« Dänen mit den kreativen Decknamen. Eignet sich der Zeitlupen-Opener »In The Shadow Of A Shadow« eher für das heimische Sofa, so dürfte »Mezmerized« durchaus die Tanzflächen diverser Gothic-Clubs füllen.

Wirklich hektisch wird das Quartett um die absolut überzeugende Stimme des Sängers / Gitarristen / Keyboarders (((S))) natürlich nie. Der Kopenhagener und seine Studio-Helfer, alias Gitarrist Paul Gnu, Bassist Joe Roe und Schlagzeuger Tomas O, füllen die 41 Minuten mit hypnotischem Wave-Pop. Allerdings lebt leider manches Lied nur für den Moment, verpufft nach dem Hören – das wäre Tiamat (von den Promotern zum Vergleich herangezogen) nicht passiert. Sehr schade. (nat)



Siehe auch:
Tiamat



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