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Alle Rezensionen zu Koria Kitten Riot
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Songs Of Hope And Science
(2017, Vild Music/Cargo)

Quer durchs Universum, Zielplanet unbekannt: Das Sternenschiff namens Koria Kitten Riot und sein Kapitän Antti Reikko fliegen auf ihrem vierten Album »SONGS OF HOPE AND SCIENCE« weiter unerschrocken durch das endlose Universum, das sich Erwachsensein nennt. Das gewaltige Gefahren birgt: Sich anpassen, dumpf dahinleben und die eigenen Träume aufgeben. Davon ist der Musiker auch beim vierten Album erfreulicherweise noch weit entfernt. Aber die Dinge ändern sich: Ein simpler Singer-Songwriter mag Reikko nicht mehr sein: Koria Kitten Riot sind heute eine ausgewachsene Band mit fünf Mitgliedern und bewegen sich musikalisch in Richtung sanften 60ies-(Folk)-Pop mit psychedelischen Einsprengseln und hymnischen Harmoniegesängen. Sind souverän entspannt und angenehm selbstironisch.

Obwohl sich Reikko beim Viertling von solch hochkomplexen Dingen wie der Quantentherorie inspirieren ließ, hat er das Geschichtenerzählen nicht verlernt und überzeugt mit fröhlicher Gelassenheit. Klingt nicht gerade leidenschaftlich, das? Weit gefehlt! Denn der Mann aus Helsinki macht sich in putzmunteren Tracks wie »Laughing Me« so lässig über sich selbst und sein Altern lustig, das selbst die Altmeister Crosby Stills Nash & Young zustimmend nicken dürften. Und das wundervolle »Hanging On A Tree« startet verhalten genug, um dann umso wirkungsvoller zu großer Geste auszuholen. Aufgeben? Wir? Niemals! (emv)

 Koria Kitten Riot: Songs Of Hope And Science

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.koriakittenriot.com

   

The Lows And The Highs
(2011, Solmu Records Solmu0018)

Ich bin reichlich herumgekommen. Ich habe alle gesehen. Es ist diese End-Zwanziger Desillusioniertheit, die Antti Reikko alias Koria Kitten Riot mit Songs wie »I´ve Seen It All« in all ihren Schattierungen der Farbe Grau aufmalt. Das soll schon alles gewesen sein? Mit einigem Zynismus und noch viel mehr entschiedener Zärtlichkeit will sich das finnische Ein-Mann-Projekt mit den Dingen, wie sie sind, eben nicht abfinden. Und er poliert die mausfarbenen Kieselsteine des Immer-Gleichen eben so lange, dass sie zu funkelnden Perlen des Alltagspops werden. Auch eine Form der Gegenwehr!

Den Zweitling »THE LOWS AND THE HIGHS« hat Reikko ebenfalls wieder weitgehend in Eigenregie eingespielt, aber dabei großen Wert darauf gelegt, sämtliche Instrumente live einzupielen, des wärmeren und lebendigeren Klangs wegen. Den eigenen Ton, die eigene Stimme finden, darum geht es hier. Und deshalb passt Koria Kitten Riot nur noch mit einem halben großen Zeh in die Singer-Songwriter-Schublade, weil die Orchestrierung und Arrangements viel komplexer und ausgereifter sind als noch auf dem Debütalbum. Nein, kein Kammerspiel, durchaus großes Kino im kleinen Saal! Mit feinen Verästelungen, die ganz unauffällig vom Hauptweg abzweigen. »THE LOWS AND THE HIGHS« ist ein Album zum Oft-Hören und Liebgewinnen. Und vom Ankommen. »Everything woll be ok, we´re marching home« heißt es im zart zurückgenommenen Schlusssong »If It Rains In Helsinki«. Euphorie des Alltags. Hach. (emv)

   

Koria Kitten Riot
(2009, Solmu Records Somu011)

Macht uns Kummer sanft? Manchmal vielleicht. Wenn die Sache aussichtslos scheint, die geliebte Person uns verlassen hat und nicht wiederkommt und wir sowieso nicht genau wissen, wo wir hingehören und was wir in diesem Leben überhaupt wollen. Antti Reikko, der Mann hinter Koria Kitten Riot, entdeckt auf seinem Debütalbum die Kraft, die hinter dem verhaltenen Aufbegehren steckt. Mit leisen Tönen, mit Selbstironie, mit Verspieltheit gegen all die finsteren Mächte ankämpfen, die uns in dunkle Seelenschlünde ziehen wollen. Nein, wir wehren uns! In bester Singer-Songwriter-Tradition im eigenen Schlafzimmer mit minimalen Mitteln eingespielt. Es ist das bewusst Unfertige, das anrührt.

Reikko, dessen Hauptprojekt die Indierockband Johnny Superhero ist, schafft es selbst in emotional angeschlagenen Zeiten, kleine musikalische Kringel zu malen und ganz leichte Tänzelschritte in den Trauermarsch einzubauen. Im Alleingang, auch wenn er sich in drei Tagen das Tromptenspiel beibringen muss, um sich musikalisch auszudrücken. Diese Melancholie hat viele Farben. Liebevoll ausgemalte Schattierungen der Farbe grau. Gitarre, Klavier, blanke, leergeweinte Augen. Nicht viel? Sehr viel! Denn seine Zärtlichkeit, die hat er sich bewahrt, der herzgebrochene Sänger. (emv)



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