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Alle Rezensionen zu Mimas
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Lifejackets
(2011, Sinnbus SR939)

Kraus, kauzig und krude. Schräge Töne und abwegige Themen. Mimas werfen der wartenden Menge mit ihrem Zweitling »LIFEJACKETS« dicke Brocken hin, aber wer jetzt denkt: Huch! Anstrengend! und sich mit Grausen abwendet, der verpasst einen kräftigen, überfälligen Schwall kalten Atlantikwassers ins Gesicht. Und einen wunderbar anarchischen Spaß dazu. Das unberechenbare Quartett aus Århus lässt durch beherzten und beseelten Sangeseinsatz, eine durchweg eigenwillige Instrumentierung (marodierende Trompete!) und seiner unbändigen Lust am Nicht-Angepasstsein eine Welt von rauher Schönheit entstehen, die mitreißt wie die siebte Welle. Widerstand unmöglich.

Das Wunderbare an Mimas ist, dass sie dem scheinbar Ungeordneten Momente von fast schmerzender Lebendkeit entreißen. Heftige Euphorie im Eben-Nicht-Glatten. Dass Songs wie »Touring The Riot Scene« oder »Rotting Rodents« durchaus komplexe Konstrukte sind und kein Tribal-Indierock, das erschließt sich erst beim dritten Hören. Snævar Njáll Albertsson singt, als ob alle Teufel und einige Engel hinter ihn herwären. Indierock, Zivilisationskritik, Ironie, Gusto, Weird Pop, Bänkelgesang, betrunkenes Kirchenlied, Dreigroschenoper, was auch immer! Es ist großartig! Und ganz zum Ende hin ziehen die Dänen den Vorhang auf und zeigen mit dem Titelstück »Lifejackets, dass die große Pianoballade ihre Sache ist. Zu neuen Abenteuern, auf! (emv)

 Mimas: Lifejackets

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/mimas

   

The Worries
(2008, Divine Records DIST010)

Sie schlingern, sie schwanken, sie rabauken. Erinnern an Matrosen in jenem Zustand fortgeschrittener Trunkenheit, in denen man die hellsichtigsten Momente und die genialsten Ideen hat. Eine Trompete irrlichtert durch den Nebel, als sei sie der Heilsarmee abhanden gekommen. Das Quartett aus Århus mit seinem isländischen Sänger Snævar Njáll Albertsson erschafft auf seinem Debütalbum »THE WORRIES« eine Klangcollage von herausfordernder Schönheit. Sie schreien, sie improvisieren. Sind unberechenbar. Greifen zur Spitzhacke und schlagen sich ihre eigene Lichtung ins Unterholz, abseits der abgeweideten Wiesen des ausuferndem Postrock,des berserkerhaften Indierock, des burleskem Agit-Prop-Theaters und des angedeutet Jazzigem. Und das mit einer fast schmerzenden emotionalen Hingabe, die keinen Widerstand ermöglicht.

Wer sich auf diese musikalische Mischung aus Geisterbahn und Achterbahn einlässt, der wird durchgerüttelt, dass ihm Hören und Sehen vergeht. Der muss sich darauf einstellen, dass es einen ganzen Song lang nur um schwitzige Achselhöhlen geht und in einem anderen um brennende Katzen. Gitarre und Bass ziehen mitleidlos in einen Sog hypnotischer Endlosschleifen. Aber keine Angst: Es geht hier nicht ums destruktive Wüten, sondern um das Überschreiten von Grenzen. Und insbesondere geht es um die Verschmelzung von Trinklied und Experimentalrock. Mimas sind die Vorhut, weit vor dem Tross. Wo die Reise hingeht, wenn die Segel gesetzt sind , wissen sie wohl selbst nicht. Gut so! (emv)



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