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Alle Rezensionen zu Jessica Sligter aka JÆ
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Fear And The Framing
(2012, Hubro/Grappa HUBROCD2516 / LP3516)

Nicht nur der Name auf dem Cover (das Pseudonym »Jæ« hat sie abgelegt), auch gleich der erste Song, der sechs Minuten lange »Man Who Scares Me«, setzt ein eindeutiges Zeichen: Jessica Sligter hat sich verändert. Sie hat an Selbstbewusstsein gewonnen, ihr Spektrum enorm erweitert; ihr neues Album ist ein klares Statement in Richtung großer, emotionaler, düsterer Popmusik, als Chefin einer vielköpfigen Band, mit Soul, Americana und Blues, aber auch dem Mut zu unorthoxen Instrumentierungen, seien es verstimmte elektrische Gitarren, volle Bläsersätze, wummernde Schlaginstrumente, dissonante Streicher und allem voran ihre dunkle, ausnehmend präsente und vielseitige Stimme, die diese zehn brillanten Lieder (inklusive eines schwebend-dronigen Instrumentals mit Tubist Martin Taxt und Geiger Ole Henrik Moe) zusammenhält.

Drama und Intimität, Melancholie, Hysterie, Angst und Versöhnung, Punk und Ritual, Liebe, Sex, Tod und Teufel und das beste aus dem Songwriting-Kanon zwischen Joni Mitchell und Nick Cave, denen sie hiermit absolut das Wasser reichen kann, alles vereint Jessica Sligter mit diesem Meisterwerk. An »FEAR AND THE FRAMING« werden sich einige Songwriter die Zähne ausbeißen (müssen). Auch Jessica Sligter selbst. Was wird danach noch kommen? Hoffentlich eine große Karriere!
Auf Vinyl bestimmt noch ein Klang-Sternchen besser. (ijb)



Siehe auch:
Ole Henrik Moe
Koboku Senjû
Ivar Grydeland
Jenny Hval

Jessica Sligter aka JÆ: Fear And The Framing

Offizielle Website

Offizielle Website      https://jessicasligter.org/

   

A Sense Of Growth
(2016, Hubro/Broken Silence HUBROCD2551/LP3551)

Dunkel funkelnde, reichlich eigenwillige Töne: Die niederländisch-norwegische Chanteuse Jessica Sligter präsentiert sich auf ihrem dritten Album »A SENSE OF GROWTH« als Elektra des Avantgarde-Pop. Da ist sie beim norwegischen Pop-Label Hubro bestens aufgehoben, wo man von leicht verdaulicher musikalischer Kost nichts hält. Jessica Sligter, die regelmäßig mit den seelenverwandten norwegischen Kolleginnen Jenny Hval und Susanna zusammenarbeitet, erkundet auf dem Drittling die dunkle Seite von Synthietönen. Spielt gekonnt mit melodramatischen Gesten und entert geheimnisvolle Epen-Welten. Der ausufernde Track »Mercilessly Clear« spielt mit Elementen der Verserzählung »Aniara«, für die der schwedische Schriftsteller Harry Martinson in den 70ern mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Die letzten Überlebenden der Menschheit, auf hoffnungsloser Odyssee im Weltraum: Schwere Kost, das, aber von Sligter mit eindrucksvoller Intensität interpretiert.

Einflüsse von Soul, Freakfolk, Rapgesang und Jazz ziehen hier wie Nebelwolken über einen bleistiftgrauen Himmel. Das poppige, divenhafte »Surrounds, Surrounds Me« ist in seiner balladigen Traumverlorenheit vielleicht noch der zugänglichste Track des Albums. Bevor uns Sligter wie eine moderne Kassandra mit ihren düsteren Visionen und ihrer schneidend warmen Stimme hinunter in den Mahlstrom zieht. Edgar Allen Poe wäre mit Sicherheit ein Fan von Jessica Sligter. (emv)



Siehe auch:
Susanna
Jenny Hval

   

Balls and kittens, draught and strangling rain
(2010, Hubro/Grappa HUBRO CD2508)

Gebürtig ist Jessica Sligter, die sich als Musikerin JÆ nennt, eigentlich Holländerin. Aber ihre Wahl- und musikalische Heimat hat sie in Norwegen gefunden - in der dortigen offenherzigen und entspannt grenzenlosen Jazzszene. Und so hat Frau Sligter sich einen ganzen Haufen junger Osloer Hochschul-Jazznachwuchskünstler zusammengesucht, um mit einer verschwenderischen Besetzung ihre Musik einzuspielen.

Die ist eine sympathische, erstaunlicher Weise absolut stimmige Mischung aus amerikanisch angekitschtem Folk, Jazz, Improvisation, Neuer Musik, Schellackplatten-Blues, Chanson und norwegischem Folkoreton. Wie Sligter in emotionalen Momenten ihre Stimme kräuselt über anschwellenden Akkordwellen, erinnert ziemlich unverhohlen an die großartigen Antony and the Johnsons - ohne deren Pathos aber.

Die Perfektion sei ihr nicht so wichtig wie die Stimmung, hat Jessica Sligter über ihre Musik zu Protokoll gegeben - gute Entscheidung. Denn gerade der Session-Charakter im Zusammenspiel dieses zusammengewürfelten Haufens macht das Album so berührend. An den Kanten herumzuschleifen wäre vergebliche Mühe. Gespannt auf mehr nach diesem tollen Debut! (sep)



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