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Alle Rezensionen zu A.C.T.
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Last Epic
(2007, Inside Out/SPV 79452)

Anlässlich der Veröffentlichung des vierten Albums von A.C.T. legte ihr neues Label InsideOut die »vergriffenen« ersten drei Platten mit ein paar Bonustracks und »erweiterten Booklets« neu auf. Die Band selbst nennt ihre Musik »MelodicProgRockPompPop«, und diese Beschreibung trifft jede der vier Scheiben eigentlich besser als jede Kommentierung von Kritiker- oder Fanseite es könnte. Man darf beim »Prog«-Anteil allerdings keinesfalls einen ausgefeilten oder druckvollen »Krautrock«-Rhythmusrock erwarten, sondern eher ein – wahrscheinlich humorvoll gemeintes – Spiel mit Versatzstücken verschiedenster Einflüsse, die immer wieder für Tempo- und Dynamikwechsel in der Komposition sorgen. A.C.T. nennen unter anderem Saga, Rush, Yes, Queen und Electric Light Orchestra als Einflüsse, doch etwas Eigenes vermögen sie aus diesen Vorbildern nicht zu gestalten. Vor allem die Ambitionen in Richtung Queen und ELO (z.B. »A Loaded Situation« oder »The Effect«) misslingen mit zuverlässiger Regelmäßigkeit. Aber vielleicht darf man den selbstgewählten Vergleich auch einfach nicht zu ernst nehmen.

Die dritte CD mit dem sympathischen Titel »Last Epic« verzichtete erfreulicherweise auf ein weiteres entsetzliches Bandfoto auf dem Cover, doch die Musik des wieder einstündigen Albums unterscheidet sich – natürlich – so gut wie gar nicht von der zwei Jahre zuvor veröffentlichten zweiten Platte »IMAGINARY FRIENDS« und ihrem cheesy Gitarren-Keyboard-Sound. Never change a winning team ... Auf die wenig eindrucksvolle Leadstimme und die nirgends prägnanten Songs muss man wie gehabt gefasst sein, der subtile Unterschied von »Last Epic« gegenüber den Vorgängern liegt in der Verwendung von etwas mehr Synth- und Voice-Effekten hier und da. Auf der »Special Edition« bekommt der Käufer drei Demos und ein »String Medley« als Bonus. Hier kann man erstmals die ruhige und auf Piano(ersatz) reduzierte Seite der Band kennenlernen; vor allem »Ted’s Ballad« erinnert (auch in der endgültigen Albumversion) in Gesang an die Hollies. (ijb)

 A.C.T.: Last Epic

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.actworld.nu

   

Imaginary Friends
(2007, Inside Out/SPV 79442)

Das Intro eines kurz anstimmenden Orchesters führt erst einmal in die Irre: A.C.T.s zweites Album klingt kaum anders als das Debüt »TODAY’S REPORT«, allenfalls die Gitarren sind eine Prise donnernder und die Stimme Herman Samings klingt einen Deut weniger dünn. Es will gerockt werden. Das Eröffnungsstück gibt dabei im Text die Ambitionen der Band und die Tonart der Platte vor: »Take it easy. Everyone should take it easy.« Dazu Gitarren wie aus dem Setzkasten und herumdudelnde Keyboardpassagen.

Die zweite Albumhälfte wird als achtteilige Suite »Relationships (The Long One)« angegeben und erzählt eine Kitsch-Liebesgeschichte zwischen Altar, Untreue und Happy End. Die Lieder sind hier tatsächlich etwas barocker und verspielter angelegt, punktuell jedenfalls, mit Harmoniegesang, der die Fantasie von Queen oder den Beatles aufgreifen will, kleinen elektronischen Basteleien, vorsichtig einstreuten Streichern und auch mal einem lustigem Gitarrenquietschen. Letztlich wollen A.C.T. doch nicht mehr sein als eine »Fun-Prog-Band«. Wer auf ihrer Wellenlänge liegt, kann bei dieser Platte bestimmt auch ein bisschen Spaß haben. Die »Special Edition«-Neuauflage von 2007 erweitert die 14 Lieder der knapp einstündigen, 2001 erstveröffentlichten CD um einen Bonustrack und ein elfminütiges »Making of ’Imaginary Friends’«-Video. (ijb)

   

Today's Report
(2007, Inside Out/SPV 79432)

Mit ihrem ersten Album hatte das schwedische Quintett A.C.T. Ende der Neunziger Jahre seinen Stil bereits gefunden, eine Mischung aus Rip-offs uninteressanter Achtziger-Jahre-Rockbands, ein bisschen Gitarrengenudel im an Queen erinnernden Stil und dazu vor allem die dünne und feminine Stimme des Sängers Herman Saming, der immer wieder stark an Def Leppard oder vergleichbare vergessene Pop-Rocker der Achtziger denken lässt. Produktionstechnisch sehr keyboardlastig, glatt und meist ohne Dynamik und Volumen. Das grausig-abstruse, unfreiwillig komische Cover, selbst wenn es möglicherweise ironisch gemeint war, bringt die Musik allerdings treffend auf den Punkt.

Zwei Bonustracks und ein Video zur Single »Welcome« erweitern das bereits 15 Tracks umfassende Debüt zur »Special Edition« und machen den Kauf für Fans reizvoll. Für Gelegenheitshörer dürfte »TODAY’S REPORT« jedoch kaum von Interesse sein. Dazu sind die Lieder viel zu austauschbar komponiert und konturlos dargeboten und bieten nichts, was man nicht schon ohne Ende anderswo genauso und besser gehört hätte. (ijb)

   

Silence
(2006, Inside Out/SPV 79262)

Der Titel des Vorgängers »LAST EPIC« war nicht ernst gemeint, wie sich drei Jahre später zeigte: A.C.T. nannten ihre vierte Platte dann allerdings, eventuell in direkter, ironischer Anlehnung daran, »Silence«. Anfangs fällt auf, dass die Gitarren und Keyboards mehr zusammengemischt wurden und der Gesamtklang ein synthetischerer pop-mainstreamigerer ist als zuvor, aber die Melodien und Texte sind wie noch immer von derselben Durchschnittlichkeit und mit der gewohnten emotionsschmonzigen Ernsthaftigkeit dargeboten.

Die Einflüsse sind ebenfalls deutlich erkennbar geblieben: Siebziger- und Achtziger-ProgPoprock-Kitsch, doch die latent humorvolle Verspieltheit der beiden vorhergehenden Platten ist einer langweiligen Stromlinienförmigkeit gewichen, so dass diese Platte für niemanden außer beinharten Fans der Band von Interesse sein wird. (ijb)



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