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Alle Rezensionen zu Johan Agebjörn
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Casablanca Nights
(2011, Paper Bag Records PAPER057)

Wie bereits auf Johan Agebjörns vorhergehenden Platten tritt hier wieder seine große Vorliebe für die Discomucke und Keyboardsounds zwischen den späten Siebzigern und den frühen Neunziger Jahren offensiv hervor. Dabei handelt es sich neben hübsch imitierten Arrangements oft auch um entsprechend dünn geträllerte Melodiechen (z.B. im Titelsong). Nach einem billigen Klavierklimperintro klingt »CASABLANCA NIGHTS« über weite Strecken wie einer Achziger-Jahre-Discothek entlaufen. Doch die Lieder sind bei weitem nicht so ergreifend wie die allseits in Erinnerung geblienenen Hedonismus-Hymnen à la Donna Summer, Giorgio Moroder oder Corona (»The Rhythm of the Night«). Wenn es ganz treffend wird, kommt mit »So Fine all the Time« sogar ein amüsanter (ironisch gemeinter?) Popsong mit Vocoder-Gesang, der ebenso gut von Neil Youngs recht bizarrem Album »Trans« aus dem Jahr 1982 sein könnte.

Doch wofür das alles? Einen halben Pop-Hit wie »Watch the World go by« kann man sich zwar im Nachmittagsradio vorstellen, doch die meisten Songs passen eher zu Aerobic oder Feriendorf-Animation in touristisch überlaufenen Mittelmeerdomizilen. Bestimmt hat Agebjörn hier seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen an familiäre Italienurlaube freien Lauf gelassen. Das ganze Unterfangen hat neben dem Nostalgischen auch etwas Attrappenhaftes: Wer soll sich diese Nachbildungen anhören, wenn es doch die Originale überall billig zu haben und hören gibt? (ijb)



Siehe auch:
Sally Shapiro

Johan Agebjörn: Casablanca Nights

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.johanagebjorn.info

   

The Mountain Lake
(2010, Lotuspike LSM19)

Nach zwei Alben als Duo Sally Shapiro und zwei Soloalben macht Johan Agbejörn eine Runde Resteverwertung mit zwischen 2004 und 2010 entstandenen unfertigen Skizzen und uninspirierten bis halbherzigen Keyboardbasteleien. New-Age-Synthkram und -Ambient, wobei das meiste klingt wie GEMA-freie Musik (ist es vielleicht auch) ohne besondere Könnerschaft. (Man muss es ja nicht gleich als banal oder dilettantisch aburteilen.)

Bei einem Songtitel wie »Swimming Through the Blue Lagoon (Original Casio MT-52 Instrumental)« weiß man leider gleich, was zu erwarten ist. Andernorts schlägt Agebjörns bekannte Nostalgie für Achtziger-Jahre-Italodisco durch; als ob gleich Jimmy Somerville oder noch besser Harpo einsteigt. Im besten Fall, und das vor allem im letzten Drittel der CD - wofür es einen Extra-Stern gibt - sind Agebjörns Tracks düstere und ausladende Ambient-Stimmungsmalereien, mit mal mehr, mal weniger Beats. Zumeist nicht der Rede wert. (ijb)

   

featuring Lisa Barra: Mossebo
(2008, Lotuspike LSM13)

Zugegeben, die Kategorie »Beats« ist ein bisschen verfehlt, aber »New Age« oder »Pseudo-Ambient« haben wir hier nicht als Schublade. Das denke man sich bitte hinzu. Die elf Tracks auf Johan Agebjörns zweitem Album entstanden zwischen 2004 und 2008; im Booklet ist im Einzelnen nachzulesen, wie, wann und auch warum. Da ist viel Schmu und esoterischer Unfug niedergeschrieben (und auf CD gepresst), etwa dass der Text zu »The Sea« im Bauch eines Wals eingesungen wurde. Ja, die Walgesänge Lisa Barras kommen ganz besonders tief aus dem Eso-Fach.

Andernorts (»Ambient Computer Dance«) gibt Agebjörn zu, dass er Autechres frühen Werken nachgeeifert habe. Mit mäßigem Erfolg. Bereits die Titel sind eine Klasse für sich - Achtung: »The Sound of Snowflakes touching the Ground«. Uff. Es ist zu bezweifeln, dass sich für diese Hobbymusik viele begeistern können. Sogar eine »ambient interpretation« von Anna Ternheims zauberhaftem »Shoreline« klingt wie Schlumpfmusik. Geschmackssache. Aber echt. (ijb)



Siehe auch:
Anna Ternheim



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