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Alle Rezensionen zu The New Tigers
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

The New Tigers
(2011, Soliti)

Hochglanz? Wollen wir nicht! Perfekter Wohlklang? Wie langweilig! The New Tigers sind sympathische Schlunze, strubbellige Schmuddelkinder des Pop, die sich um Schönspiel nicht scheren, sondern dort Witterung aufnehmen, wo es interessant im Bauchnabel kribbelt. Wo es spannend ist und die Bilder leicht schief an den Wänden hängen. Die Vier aus Turku pfeifen auf die Arriviertheit, lassen die Gitarren verschwommen scheppern, singen nuschelig und wissen auf ihrem selbst betitelten Debütalbum doch sehr genau, was sie wollen: Eben nicht irgendwo ankommen, sondern bewusst schlendern und flanieren. Dass inmitten all dieses hippiesken Improvisierens sich dann doch verstohlen Wohlklang und Glücksgefühle einstellen, wird billigend in Kauf genommen. Haben wir eben unversehens unterwegs aufgelesen, diese schlampig-entspannte Euphorie!

The New Tigers sind Strichmännchenzeichner, die Gefühle flüchtig hinwerfen und sich hellwach treiben lassen. Das kann durchaus neo-psychedelisch achtminütig ausufern, weil sie sie sich alle Zeit der Welt nehmen, um flüchtigen Tupfern wie Sommergefühlen nachzuspüren. Das Quartett tagträumt ausufernd und will bloß keine durchkalkulierte Drei-Minuten-Preziosen abliefern. Pfui! Lieber mit mit quietschlebendig funkelnden Songs wie »A Pocket Full Of Sand« gehörig der Erwachsenenwelt den Stinkefinger zeigen und sich souverän grinsend zwischen die Stühle setzen. In unfertigen Miniaturen die Perfektion entdecken, naiv und anarchisch lächelnd, wie es schon Goodnight Monsters taten, deren eine Hälfe Valtteri Virtanen hier aktiv mitmischt. The New Tigers sind Cousins zweiten Grades von Pippi Langstrumpg. Mögen sie nie vernünftig werden. (emv)



Siehe auch:
Goodnight Monsters

The New Tigers: The New Tigers

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/thenewtigers

   

Vindication
(2016, Soliti Soliti050)

Das passt doch bestens: Die 50. Veröffentlichung des finnischen Indie-Qualitätslabels Soliti kommt von den Fuzzpop-Lieblingen The New Tigers, die drei Jahre lang im Hinterland von Turku abgetaucht waren. Die Tigers waren eine der Bands der ersten Stunde bei Soliti, wo »Head Chef« Nick Triani mit seinem Veröffentlichungen seit Jahren ein extrem gutes Händchen für Neuentdeckungen aus der finnischen Indiepop- und Indierockszene hat. »Glückwunsch zur Fünfzigsten!« ruft man also laut nach Helsinki und lässt die Kapelle einen Tusch darauf spielen. Wie schön, dass die »VINDICATION«-EP der New Tigers so fein in die Soliti-Welt passt. Tagträumen im Struwwelpeter-Look: Darin ist die Band um Valtteri Virtanen ohnehin Weltmeister.

Gitarren scheppern, Keyboards flehen und man fühlt sich mit Songs wie der Ode auf den Kaugummi so tiefenentspannt wie am ersten Sommerferientag. Mit »Chewing Gum« im Ohr könnten wunderbare Dinge gleich um die Ecke liegen. Bloß weiterträumen und nicht so schnell zur Spaßbremse mutieren! Dass die Vier-Track-EP im Winter aufgenommen wurde, ist dem Opus überhaupt nicht anzuhören. Hier scheint definitiv die warme, warme Sonne! (emv)

   

The Badger
(2013, Soliti)

Die Adoleszenz eben noch ein bisschen nach hinten verlängern und das verantwortungsvolle Erwachsenenleben links liegen lassen: Die New Tigers sind auf ihrem zweiten Album »THE BADGER« die finnischen Nachfahren von Huckleberry Finn, die lieber den Turkuer Fluss Aurajoki hinuntersegeln, statt an Land die Krawatte umzubinden. Spielkind bleibt man im Herzen! Das Quartett, bei dem neuerdings auch Ville Hopponen von Cats On Fire an den Drums mitmischt, ist Weltmeister darin, seine feine Popsensibilität hinter verschwommenen Gitarren zu verbergen. Ganz gelingt das ohnehin nicht: Im durchaus zartfühlenden Song »Quicksilver« wird sich zu feinen Glockenspieltönen mit lächelnd-wundem Herzen nach einem liebenden Mädchen gesehnt. gefröhnt. Das klingt dann fast schon surfpoppig!

Die hippieken Tagträumer können aber auch heftiger und wandeln mit Songs wie »Remote Control« im hemdsärmeligen und unbekümmerten Schepper-Indierock. Und lassen sich dabei selbstbewussst alle Zeit der Welt. Kann sein, dass die Tracks des Zweitlings etwas ausgefeilter und divergierender ausgefallen sind als beim Erstling. Das wollen uns die Tigers aber möglichst nicht merken lassen. Sehr charmant, das! (emv)



Siehe auch:
Cats On Fire



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