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Alle Rezensionen zu Sainkho
(Genre »Folk«, Land »Arctic Area«)

 

Out Of Tuva
(1993, Crammed Discs/EfA 07609-2)

Sainkho Namchylak stammt aus der südsibirischen Republik Tuva und gehört daher streng genommen nicht in die »Arctic Area«. Ihre auf schamanistischen Kehlkopf-Gesängen beruhende Musik verströmt jedoch so frostiges »Nordland-Flair«, dass man sie geographisch etliche Breitengrade nördlicher ansiedeln würde.

Sainkho begann ursprünglich als »russische Avantgarde-Antwort auf Diamanda Galas«. Doch die Folklore lag ihr am meisten, durfte jedoch in der Sowjetunion wegen der religiösen Bezüge allenfalls Pop-verwässert gesungen werden. Zu einer schlüssigen Synthese fand sie erst in den Neunzigern mit diesem wunderbaren Album - ein Strudel flirrender Träume
zwischen orchestralen Arrangements und fast meditativen Momenten. Weit herausragendes Higlight ist das von Produzent Hector Zazou höchst stimmungsvoll ausgekleidete »Bai-Laa Taigam«. Warum nur hat er nicht mehr Lieder betreut? (peb)



Siehe auch:
Hector Zazou

 Sainkho: Out Of Tuva

   

Who Stole The Sky?
(2004, Ponderosa/Contraire cd016)

Sainkho Namtchylak ist im 21. Jahrhundert angekommen. Die vergleichsweise zugängliche CD »WHO STOLE THE SKY?« jedenfalls setzt ungewöhnlich viel Elektronik, Samples und Loops ein, und sie thematisiert mit Songs wie »Music Mail To Tuva«, »Digital Mutation« und Electric City« das auch in Tuva zunehmend elektrifizierte und Internet-vernetzte Leben.

Trotz aller Zappel-Beats und elektronischem Geflicker atmet Sainkhos Gesang jede Menge Archaik: Kehlkopfgesang und klarer Pop(!)-Gesang, Spoken Word und kleinmädchenhaftes Geplapper, kokette Kiekser und laszive Chanson-Erotik beherrscht diese zwischen allen Stühlen sitzende Stimmakrobatin gleichermaßen. Für Avantgarde zu einprägsam, für Soul oder Jazz zu abgefahren. Verdammt gut und überaus spannend aber dennoch. (peb)

   

Stepmother City
(2000/Contraire cd003)

Die virtuos zwischen Folk, Pop und Avantgarde wandelnde Sängerin bleibt in Bewegung: Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme lebte sie in Wien und veröffentlichte für ein italienisches Label. Und sie entdeckte die Elektronik: Naturinstrumente wie Shakuhachy, Kontrabass und Gitarre ließ sie mit Samples und Loops anreichern; zarte Oberton- und Kehlkopgesänge kontrastierte sie mit raubtierartigem Fauchen und

Diese Kombination von alt und neu wirkt bei ihr jedoch nie aufgesetzt, da Sainkho sich in den sibirische Steppen ebenso gewandt bewegt wie in den Großstadtschungeln. »STEPMOTHER CITY« zählt zu ihren sperrigsten, abwechslungsreichsten und visionärsten Alben. Wer sich an Musik reiben will statt sich in sie fallen lassen, sollte hier hinhören. (peb)

   

Naked Spirit
(1998, Amiata Records/SMD ARNR 2298)

Als Kehlkopfsängerin will sie nicht bezeichnet werden, und in der Tat ist ihr Gesang weit mehr als das - eine Transponierung nördlicher schamanistischer Gesangstechniken in die Genres von Avantgarde, Pop und vielem mehr. Mit dabei: der meisterhafte Duduk-Spieler Djivan Gasparian.

»NAKED SPIRIT« - der Titel ist Programm, denn zumeist agiert Sainkho allein, reduziert und gerade verletzlich nackt - offenbart vor allem ihre erstaunliche Vokalartistik: Sie lockt und schmeichelt, grollt bedrohlich oder schraubt ihre Stimme in die höchsten Höhen; sie singt im Chor mit sich selbst, ahmt Tierstimmen nach oder montiert aus Atemgeräuschen rhythmische Muster. Das klingt schwer verdaulich, ist es aber nicht, sondern: berührend, intensiv, brillant. (peb)



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