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Alle Rezensionen zu Clockwork Spirit
(Genre »Metal«, Land »Finnland«)

 

Clockwork Spirit
(2011, Danse Macabre)

Melodrama! Pathos! Bedeutungsschwere! Nur kurz irrlichtert ein romantisches Piano über düstere Landschaften, aber Achtung! Die betuliche Form des Grusels liegt Clockwork Spirit fern, denn bruchlos werden wir rücklings in die Plastiksitze gedrückt. Wer bislang glaubte, Geisterbahnfahrten hätten keinen Glamour, der wird auf dem selbst betitelten Debütalbum der Finnen eines Besseren belehrt. Screamo-Vocals, brachiale Black-Metal-Gitarren und mit dem dicken Pinsel aufgetragene Nachtschwärze schaffen eine archetypische Gothic-Novel-Stimmung. Edgar Allen Poe aber täte sich hier mit Grausen wenden, denn allzu unkritisch gehen die Dunkelmänner aus Helsinki mit den klassischen Versatzstücken um: Hier ein wenig mystische »Name-Der-Rose-Verschwörung«, dort ein wenig dekadenter Fin-de-Siècle-Walzer.

Trotz aller Versuche, den nebelumwallten Verschwörungstheorie-Metal martialisch darzubieten, sind Clockwork Spirit im Grunde überkandidelte Romantiker. Die es fertigbringen, in versöhnliche Refrains auszubrechen, die gerade schlagermäßig harmonisch klingen. Ganz entschieden flirten sie mit dem testosterongetränkten Glamrock der 70er, wenn in »Dawn Of Deliverance« plötzlich Vaudeville-Versatzstücke triumphierend aus der Schwärze aufmüpfen. Angst vor Schwüle und Schwulst? Kennen die Finnen nicht! Gleichwohl kann übermäßig ausufern, da die Songs allzu beliebig daherkommen und kaum Abwechslung bieten. Irgendwann driftet man hinweg. Und träumt vielleicht vom Untergang des Hauses Usher und gruselt sich zur Abwechslung wirklich. (emv)

 Clockwork Spirit: Clockwork Spirit

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.clockworkspirit.com



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