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Alle Rezensionen zu Friska Viljor
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

The Beginning Of The Beginning Of The End
(2011, Haldern Pop Recordings/Cargo HPR049)

»Freude schöner Götterfunken« in Bläserversion? So klingen die ersten Takte der neuen Friska Viljor-Scheibe, bevor das Duo Joakim Sveningsson / Daniel Johansson ruckartig Groove und Melodie in »Larionov« wechselt. Sehr fröhlich, poppig, tanzbar starten die Schweden ihr viertes Album, das angeblich einen Wendepunkt darstellt: »THE BEGINNING OF THE BEGINNING OF THE END« markiert laut Beipackzettel das Ende der Frauen-sind-Probleme-Ära, das Frauen-sind-Musen-Zeitalter hat begonnen; doch schimmert in Liedern wie »You Meant Nothing« eine gewisse Melancholie durch.

Immer wieder klingen einige Passagen sehr vertraut, trotz Instrumentierung mit Mandoline, Ukulele, Glockenspiel, Akkordeon, Trompete oder quietschendem Keyboard. So zitiert das »Laaalalalalalaa« in »Malou« Elton Johns »Crocodile Rock« – und woran erinnern mich nur die Harmonien in oben erwähntem »You Meant Nothing«? Sei's drum, die elf Songs machen Spaß, am meisten wenn sie unbekümmert, dynamisch vorwärts preschen – oder in bester Westernmanier dahergaloppieren wie »Did You Really Think You Could Change«. Einziges Manko: Der monoton in Endlosschleife gefangene Abschluss »People And So On«, der hätte gerne etwas kürzer ausfallen dürfen. (nat)

 Friska Viljor: The Beginning Of The Beginning Of The End

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.friskaviljor.net

   

Remember Our Name
(2013, Crying Bob Recordings/Cargo)

Eine Ästhetik, in der Feinripp-Unterhemden, strähniges Haar und Stoppelkinne die herausragenden Konstanten bilden, steht Friska Viljor bestens zu Gesicht. Das Duo aus Joakim Sveningsson und Daniel Johansson setzt auf seinem fünften Album »REMEMBER OUR NAME« mit nicht nachlassendem Enthusiasmus auf Bewährtes: Eine ebenso putzmuntere wie patente Mischung aus Folk- und Indiepop mit hemdsärmeligem Handmade-Charme und bisweilen übermütiger Kirmes-Attitüde. Zur ausgelassenenen Mitsing-Hymne »Bite Your Head Off« muss man einfach fröhlich pfeifend die Treppe herunterhüpfen und dabei zwei Stufen auf einmal nehmen.

Dass Friska Viljor einst als Herzschmerz-Projekt zweier von ihren Freundinnen verlassener Unglückwürmer begann, ist den frisch gebackenen Familienvätern heute kaum mehr anzuhören. Unbekümmert fahren sie hier alles auf, was der Orff´sche Instrumenten-Fundus hergibt, von der Flöte bis Sägeblatt. Lassen die Trompeten rau hdazu tröten und das Banjo gefühlig puckern. Ansonsten lässt man sich bisweilen von Reggaeklängen inspirieren (»Easy Is Hard« ) oder in »Flageoletten« von trunkener Polka-Seligkeit einfangen. Eine melancholische Ballade wie »I´m Not Done« darf als Kontrapunkt in Moll selbstredend nicht fehlen. In Schweden nichts Neues? Das wollen wir diesen sympathischen Schlunzen doch nicht übel nehmen!
(emv)

   

Tour De Hearts
(2008, Devil Duck Records DDUCK022)

Das Beeindruckende ist, dass sie die Unbekümmertheit des Debüts auch auf ihrem zweiten Werk erneut entfachen können. Songs, vollgefressen mit Spontaneität und einem Augenzwinkern, das Friska Viljor inzwischen salonfähig gemacht haben, weil manchmal die Tiefenwirkung der Oberfläche ihre gute Laune rauben würde. »Old Man«, »On And On« oder »The Streets Sound Like« machen mit breitem Akzent und C-Dur-Ukulele hellhörig und lassen ihre fahnenflüchtigen Melodien freien Lauf, mit denen sie vor allem live bereits eine große Fanbasis erspielt haben.

Die leicht melancholischen Kontrapunkte wie das herzzereißende »Arpeggio« erhöhen die Haltbarkeit über den Sommer hinaus und lassen über kleine Unstimmigkeiten wie den nichtstaugenden Drumbeat bei »Sunday« galant hinwegsehen. Friska Viljor haben Sonne im Herzen, Hymnen in der Gitarre und Liebe zu geben. (maw)

   

Bravo!
(2007, Devil Duck Records DDUCK013)

Prioritäten zu setzen ist das Wichtigste im Leben. Nach dem Ende ihrer Beziehungen musste folglich für Daniel Johansson und Joakim Sveningsson ein neuer Freizeitvertrieb her. Und da die leeren Rotweinflaschen neben betäubtem Kummer auch viele Ideen in Kopf und Gitarre hinterließen, war klar: Die Musik soll's richten.

Das Flehende haben sie sich bewahrt und für ihr Debüt zu kleinen Pophymnen geschliffen. Nicht immer überzeugen sie wie bei »Friskashuffle« durch gesteigerten Mitsingfaktor; vielmehr sind es die kleinen Ideen am Rande, die dieses lupenreine Schwedenpop-Konglomerat so liebevoll machen. Immer dann, wenn wie in »I Gave My Life« gar der Sirtaki aus dem Sack gelassen wird oder die Trompeten Überschicht schieben, sind Friska Viljor am besten. Und wenn sie ihrem Spieltrieb beim nächsten Album noch mehr vertrauen und weiter aus sich herauskommen, wird ihre Priorität hoffentlich noch ertragreicher ausfallen. (maw)



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