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Alle Rezensionen zu Moffarammes
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

The Eye Of Horus
(2011, Häleri/DIY HÄL016)

Wir zwei. Aus der schwedischen Kleinstadt Vänersborg gegen die Welt und die größten Feinde: Das Sich-Arrangieren und die Langeweile. Also wehren wir uns. Mit Gitarre, Stimme, und sonst fast nichts. Mit der rauhen Energie des Straßenköter-Garagenrocks, die hier allerdings bisweilen verlangsamt daherkommt. Moffarammes geben sich auf ihrem Debütalbum »THE EYE OF HORUS« bewusst brachial und reduziert. Mikael und Samuel sind von berserkerhafter Energie und bewusster Rotzigkeit. Selbstronie, wie sie etwa die ähnlich aufgestellten finnischen Cousins von Jaakko & Jay augenzwinkernd pflegen, geht den ernst blickenden schwedischen Kleinstadtrebellen völlig ab. Sie wollen Widerstände niederwalzen, mit wildem Kriegsgeschrei und unter hoher Schweißabsonderung.

Diese Aufruhr-Attitüde ist auf Dauer anstrengend und klingt irgendwie unrund. Das Album ist mit 14 Songs sehr repetitiv ausgefallen. Wenn da nicht immer wieder diese Funken aufblitzten: Etwa wenn sich die beiden Piano, Bass und Synthies in ihre kargen Wutwelten holen und Zwischentöne zulassen. Wenn sie sich in Songs wie »Madrid Blues« unverhofft in die Welt des flotten Indiepops verirren oder in »The Beginning Of The End« auf angenehme Weise mit dem Blues flirten und zweistimmige Schöngesänge unvermittelt einen Kurzauftritt hinlegen. Wo aber geht es lang, wenn die Wut irgendwann nachlässt? Moffarammes müssen dieses Frage erst noch beantworten. (emv)



Siehe auch:
Jaakko & Jay

 Moffarammes: The Eye Of Horus

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.moffarammes.tumblr.com

   

Cairo
(2012, The Perfect Hoax/Indie)

Bis aufs Grundgerüst reduziert. Bewusst unfertig, was den Sound betrifft. Mit gerade mal 28 Minuten Spielzeit sehr knapp geraten. Ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums legen die beiden Mofframmes mit dem zweiten Langplayer »CAIRO« nach. Sich neu zu positionieren oder vom bislang eingeschlagenen Weg abzuweichen, das ist die Sache des Duos nicht: Wie gehabt lassen sie sich häuslich auf der grünen Grenze zwischen Garagenrock, rauheren Indietönen, grungigem Geschrei und bluesigen Einsprengseln nieder. Die ehrlich-hemdsärmelige Attitüde erinnert bisweilen an die Landsmänner Johnossi. An deren Songwriting-Qualitäten sie allerdings nicht herankommen. Und wohl auch nicht wollen.

Schmutzig und improvisiert. So geht es hier zu. Was zum Kleinstadtrebellentum zwingend dazu gehört. Die Schultern bleiben hier trotzig hoch- und die Mundwinkel in »Fuck-Me«-Attitüde nach unten gezogen. So weit, so bekannt. Die Sonne bricht hier nur in den leichtfüßigeren Songs »Public Service« oder »Wishes« durch, zu denen man nahezu lächelnd abtanzen kann. Ansonsten ist Samuel Järpvik ein sehr großer Freund des agit-proppigen Sprechgesangs, was auf Dauer ermüdend wirkt. Moffarammes wollen von ihrer Grundhaltung her bewusst nichts Besonderes sein. Und genau so klingen sie. (emv)



Siehe auch:
Johnossi



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