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Alle Rezensionen zu Árstíðir
(Genre »Folk«, Land »Island«)

 

Hvel
(2015, BESTE! UNTERHALTUNG BU059)

Symphonisch. Sakral. Hymnenhaft. Kammerpoppig. Balladig. Feierlich. Rockig. Bescheiden. Ernsthaft. Árstíðir sind auf ihrem dritten Album »HVEL« all das und noch viel mehr. Die isländischen Musiker, inzwischen zum Quartett geschrumpft, beschränken sich hier nicht allein auf ihre Haupttugend, den himmlischen Harmoniegesang. Starre Genregrenzen sind die Sache des Quartetts aus Reykjavík ohnehin nie gewesen. Auf der Suche nach dem zuckergussfreien Schönklang holt man sich Anregungen aus Klassik und Psychedelic-Rock gleichermaßen und hebt damit ab in lichtblaue Sphären. Der Klang des Drittlings ist noch üppiger und gleichzeitig filigraner geworden als auf den Vorgängeralben. Via Kickstarter-Kampagne haben die Vier binnen kürzester Zeit 70.000 Euro bei ihren Fans eingesammelt und sich erstmals ausgiebig ins Studio verschanzt. Lohnende Investition, das! Denn die Isländer haben dabei eine ganz neue Leichtigkeit entdeckt, wie Sänger Ragnar berichtet.

Verstärkt hat man sich im Studio mit sehr feinen Gastmusikern aus der Streichersektion, mit deren tätiger Unterstützung man sich »Things You Said«, in die Gefilde der wilden Romantik begibt. Bei aller Verneigung vor den hohen vokalen Qualitäten von Árstíðir sticht hier mit dem feinen »Ró« auch ein Instrumentalstück hervor, das fast schon Soundtrack-Qualitäten besitzt und an die stimmungsvollen Soundtracks des Landsmanns Jóhann Jóhannsson erinnert. Dass hier in englisch und isländisch gleichermaßen gesungen wird, fällt bei der großen Gefühlstiefe dieses Albums kaum auf. Mit der Piano-Ballade »You Again« brechen Herzen auf die allerschönste Art - egal in welchem Idiom sie vorgetragen wird. »HVEL« ist als Album eindeutig ein wilder Kontinent: Man muss in oft bereisen, um alle Feinheiten goutieren zu können! (emv)



Siehe auch:
Johann Jóhansson

 Árstíðir: Hvel

Offizielle Website

Offizielle Website      www.arstidir.com

   

Svefns Og Vöku Skil
(2012, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence)

Behutsam und zurückhaltend: So nähern sich Árstíðir ihrem Songwriting an. Bloß keine lauten oder gar schrillen Töne! Von angenehmer Zurückhaltung geprägt, bewegt sich das Sextett aus Reykjavik gleichwohl stilsicher auf der grünen Grenze und zwischen tradionellem isländischen Folk, balladigem Singer-Songwritertum und dem dem klassischen Kunstlied. Kein Wunder, hat doch kein anderer als das Kammerpop-Wunderkind Olafur Árnalds das zweite Árstíðir-Album »SVEFNS OG VÖKU SKIL« produziert! So klingen die sparsam, aber effektiv eingesetzten Streicher präzise und sehnsüchtig zugleich. Dem Piano kommt hier die gleiche Rolle wie in der Romantik zu: Es ist reines Instrument der Empfindsamkeit.

Ungeduldigen Naturen werden die Klänge der sechs Isländer bisweilen als zu betulich vorkommen, aber diese Hörer können wohl auch dem schüchternen Wohlklang von Spieluhren nichts abgewinnen. Das Sextett kommt zudem mit einer gewissen Feierlichkeit daher und spielt Weihnachtskonzerte in Kirchen. Gleichwohl: Mit Árstíðir entschleunigen sich die Dinge und wird das Ohr offen für Zwischentöne. Den Gesangspart übernehmen übrigens fast alle Bandmitglieder - auf englisch und auf isländisch. Nur im vorletzten Song »Til Hennar« kommt hier Melodramatik ins Spiel, mit nervösen Streichern und Schauermärchen-Höhepunkten. Ein schöner Kontrast! (emv)

   

Árstíðir
(2012, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence BU030)

Ruhige Schönheit. Dieses altmodische Ideal ist uns seit Märchenzeiten irgendwie abhanden gekommen. Wie gut, dass das isländische Sextett auf seinem selbst betitelten Debütalbum aus dem Jahr 2009 daran erinnert! Und die Kunst der präzisen Sanftheit und der gehobenen Bescheidenheit pflegt! Balancierend auf der Bruchkante zwischen traditionellem Folk und ernsthafter Popballade, wie weiland die Herren von Crosby, Stills, Nash & Young oder Simon And Garfunkel. Deren vokalen Schöngesänge genauso selbstverständlich daherkommen wie die der Isländer. Aber diese Vokalharmonien von der atlantikinsel sind das Ergebnis einer unglaublich geschlossenen Mannschaftsleistung sind, um eine Analogie aus der Fußballersprache zu gebrauchen.

Doch um spät-hippieskes Heilewelt-Sentiment geht es den Isländern nicht. Ihnen liegt das Erzählen emotional dichter Geschichten am Herzen. Und unerwartete Ausflüge in ausufernd-psychedelische Klangwelten wie in »Kill Us«, in dem fette Wurlitzerorgelklänge in den Fokus rücken. Oder sie zelebrieren einen sich zart entfaltenden Walzer wie in »You Just Have To Know Of Me«, der mit federnder Leichtfüßigkeit daherkommt. Über dem musikalischen Horizont von Árstíðir scheint eine zärtliche Sonne durch den milchigen Morgendunst. Kitschig? Niemals! Einfach nur von herzerwärmender Schönheit. (emv)



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