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Alle Rezensionen zu Anne Mette Iversen Quartet
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

This Is My House
(2006, Okapi Records OKAPI002)

Mit ihrem zweiten Album lässt Bassistin Anne Mette Iversen das Kunstwollen ihres latent überambitionierten Debüts hinter sich und widmet sich dem geradlinigen Modern Jazz in bester Hardbop-Tradition. Auf »THIS IS MY HOUSE« stellt die Wahl-New-Yorkerin ihr Quartett (zum Zeitpunkt der CD-Veröffentlichung noch nicht als AMI Quartet auf dem Cover bezeichnet) mit Saxofonist John Ellis, Pianist Danny Grissett und Schlagzeuger Otis Brown III vor. Die Jungs sehen nicht nur wie waschechte New Yorker Jazzstars aus - sie klingen auch so. Ob die acht Stücke nun tatsächlich 2005 oder doch eher 1965 geschrieben und aufgenommen wurden, wird der Jazzfreund kaum ausmachen können.

»This is my House« ist erklärtermaßen ein Angebot zur Kommunikation mit dem Zuhörer: »I want you to create your own titles for my music. Because; what the music means depends on you too. (...) This is your house too!« schreibt Iversen in den Liner Notes. Eine mitreißende Kollektion teils überschwänglicher Hingabe an »klassischen« melodischen Jazz. Diese vier Musiker sind individuell top und bilden im Miteinander eine intuitive Einheit. Selbst in den Solopassagen sind sie souverän miteinander im Fluss und stehen vierzig Jahre älteren Aufnahmen von Wayne Shorter und Herbie Hancock in nichts nach. (ijb)



Siehe auch:
Anne Mette Iversen ohne Quartett
Anne Mette Iversen's Double Life

Anne Mette Iversen: This Is My House

Offizielle Website

Offizielle Website      www.annemetteiversen.com

   

Milo Songs
(2011, BJU Brooklyn Jazz Underground BJUR025)

Na bitte: »MILO SONGS« schreibt haargenau an der Stelle weiter, wo uns schon die ersten drei Alben des Anne Mette Iversen Quartet begeisterten. Der Ensemblegeist ist noch weiter gewachsen, die Vertrautheit zu einer exzellenten homogenen Stimme geworden, die wechselseitiges Vor- und Zurücktreten der Individualisten selbstbewusst trägt. Auch wenn die eine oder andere Phrase klingt, als hätte man sie schon vor Ewigkeiten in Klassikern des Modern Jazz gehört, tut das der Brillanz von »Milo Songs« keinen Abbruch. Vom ersten Takt an reißt das Spiel der vier Jazzer mit, als wäre dieses Genre nicht schon fünfzig Jahre alt, sondern erst gerade entstanden.

Nach dem ruhigeren »Many Places« stürmen die neuen Stücke oftmals frenetisch durch die Boxen. Vermutlich auch als Akt der Selbstvergewisserung, nachdem Lehrer ihr einst sagten, man könne nicht gleichzeitig Musikerin und Mutter sein, wuchsen die »Milo Songs« zu sieben Geschichten aus der Erfahrungswelt eines Kindes heran, ihres Sohnes Milo, der mit einer kleinen Melodie, die er mantraartig sang, die Grundlage all dieser Lieder gegeben haben soll. (ijb)

Audio-Link

   

Best of the West + Many Places
(2 CDs, 2008, BJU Brooklyn Jazz Underground BJU002)

Und auch Anne Mette Iversens drittes Album klingt, als sei es aus den mittleren Sechziger Jahren herübergeweht worden. Genau genommen handelt es sich um zwei Alben, beide mit ihrem Quartett aufgenommen: Das erste, eine sechssätzige Suite, die Jazz- und Streichquartett vereint, entstand im Sommer 2006 in Kopenhagen; das zweite eineinhalb Jahre später, im Winter 2007 in New Jersey. Alle Kompositionen, Arrangements und die Produktion stammen von Iversen, die selbstredend auch als Bassistin mitspielt, und sie unterstreicht mit diesen beiden CDs eindrucksvoll ihren Status und verdeutlicht, dass sie beileibe kein Nachwuchs mehr ist, sondern eine starke, ambitionierte Stimme der heutigen, traditionellen Jazzszene.

Obwohl beide stilistisch fest im PostBop verankert sind, handelt es sich um zwei komplett eigenständige Platten, die gleichwohl ein ideales Einstiegspaket in Iversens reiches Schaffen darstellen. »BEST OF THE WEST« zeigt das AMI Quartet in steter, enger Zwiesprache mit neoklassizistischer Kammermusik, konkret mit dem Quartett 4Corners. Weniger opulent als dieses Oktett und auch leiser, gedämpfter als das famose »This is my House« vertieft »MANY PLACES« souverän die Intimität des PostBop-Quartetts. Erstklassig. (ijb)

Audio-Link



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