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Alle Rezensionen zu Anne Mette Iversen
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Poetry Of Earth
(2 CDs, 2012, BJU Brooklyn Jazz Underground BJUR031)

Also, ob das noch mit gutem Gewissen als Jazz durchgeht...? Da Anne Mette Iversens Label Brooklyn Jazz Underground heißt, übernehmen wir das einfach mal, wenn auch von Underground hier wenig die Rede sein kann. Mit ihren vorhergehenden Alben geradlinigen und energischen Jazz' im Quartett hat »POETRY OF EARTH« erst einmal wenig gemein. 18 kammermusikalische Lieder hat Iversen komponiert und für Piano und Bass plus bei rund der Hälfte der Stücke auch Saxofon, Klarinette oder Flöte arrangiert. Im Wechsel werden die Lieder in dänischer Sprache von Christine Skou und in englisch von Maria Neckam gesungen.

Was anfangs sehr unspektakulär, wenn nicht gar ein wenig spröde daherkommt, entfaltet zunehmend, zumal über den weiten Bogen von 18 Liedern und zwei CDs eine überzeugende Komplexität. Ist das Thema doch nichts weniger als die »Poesie der Erde«. Die Anregung zu den dänischen Gedichten des Zeitgenossen Svende Grøn kam aus dem Freundeskreis, und um zu diesen passende englische Gegenüber zu finden, wurde Iversen nach längerer Suche vorwiegend in der Romantik fündig, bei A.E. Housman und Thomas Hardy sowie etwas später bei John Keats. Alle Texte kreisen um das Menschsein und um die Natur, die uns Menschen definiert und umgibt. Es sei ihr äußerst wichtig, dass wir dem heute mehr Aufmerksamkeit schenken und wachsam für die natürlichen Pfade seien, die das Leben gestalten, sagt Iversen.

Äußerst bemerkenswert ist, wie heiter und leicht all diese Lieder daherkommen, angesichts der Schwere der textlichen Inhalte. Da geht es um Schmerz, Verlust, Tod und Vergänglichkeit, während die Melodien und ihre jazzig-luftige Interpretation uns in fröhliche Stimmung versetzen. Allein dies lohnt die Anschaffung dieses Liedzyklus. Die fünf exzellenten Jazzmusiker auf diesem Album legen die Latte auf eine sehr hohe Marke. Nichtsdestotrotz wäre es sehr wünschenswert, dass auch andere Musiker sich an Iversens ambitionierte Kompositionen wagen und sie auf ihre ganz eigene Weise einstudieren. (ijb)



Siehe auch:
Anne Mette Iversen Quartet
Anne Mette Iversen's Double Life

Anne Mette Iversen: Poetry Of Earth

Offizielle Website

Offizielle Website      www.annemetteiversen.com

   

På den anden side / On the Other Side
(2003, Okapi Records OPAKI001)

Mit ihrem (zumindest hierzulande) relativ unbemerkt gebliebenen Debütalbum positionierte sich die damals in New York lebende 30, 31 Jahre junge Bassistin bereits kraft- und eindrucksvoll auf der Schnittstelle von US-Traditionsjazz, komponiertem Streicherensemble, dänischer Poesie und europäischer Liedkunst, die sie in den folgenden Jahren in unterschiedlichen Ausprägungen weiter gestaltete. »PÅ DEN ANDEN SIDE / ON THE OTHER SIDE« kombiniert Textmaterial ihrer Freundin Stinne Hedrup mit ein paar Übersetzungen von Gedichten Jacques Préverts. Anlass für diese dreizehn Lieder gab ebenfalls die Anfrage eines Freundes, was den Grundstein für eine bislang exzellente Reihe ungewöhnlicher Jazzalben zwischen Tradition und Gegenwart legte.

Mit späteren Werken gelang ihr zwar Brillanteres und Dichteres, doch hier ist im Kern bereits alles Wesentliche vorhanden: die schwelgerische Kombination aus Lied und Streichquartett, das energische Modern-Jazz-Update, die Poesie — und natürlich der kosmopolitische Gestus, der sich nicht auf die dänische Herkunft zu beschränken gewillt ist. Prévert wäre garantiert hocherfreut. (ijb)

Audio-Link



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