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Alle Rezensionen zu Satellite Stories
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Phrases To Break The Ice
(2012, XYZ Berlin)

Übermütig sein, loslegen und Spaß haben: Um nichts anderes geht es den Power-Indiepoppern Satellite Stories auf ihrem Debütalbum »PHRASES TO BREAK THE ICE«. Die vier Nachwuchskräfte aus dem nordfinnischen Oulu kommen mit ihrem energetischen und rotzfrechen Sonnenschein-Pop wie ein Rudel unruhiger Jagdhunde daher, kurz bevor sie von der Leine gelassen werden. Alltagsabenteuer wollen sie erzählen, mit einem Glitzern in den Augen und dezidiert britischen, bissigen Gitarren. Eleanor hat hier ihre Stiefelchen schon angezogen und jammt nach Herzenslust. Dass die großen Brüder The Wombats, Franz Ferdinand und Arctic Monkeys hier nie allzu ferne sind, tut nichts zur Sache, wenn man mit Sahnestückchen wie dem lässigen »Sirens« oder der nonchalanten Badabadabapp-Hymne »Blame The Fireworks« die bunten Kracher auf dem dunklen Nachthimmel explodieren lassen.

Diese Jungs können auch ganz schön garstig sein, sich in ihren Songs über die Schicki-Micki-Kunstszene in Helsinki lustig machen, oder ironisch auf die ungeahnten Gefahren hinweisen, die auf Kids vom Lande in der U-Bahn lauern. Das kommt alles frisch daher, gar nicht verkopft, sondern präzise auf den Punkt gegart, und hey! man kann so schön mitsingen, wenn diese vier Jungs, die nicht ganz vorne standen, als der liebe Gott die männliche Schönheit verteilte, einfach so nach Mexiko ausbüxen wollen. Dass sie auch anders können, zeigen die Satellite Stories im angenehm nachdenklichen »Mt Foreverest«, wenn Sänger Esa zur akustischen Gitarre leisere Töne anschlägt . Um gleich wieder Vollgas zu geben. Und wenn die Chose gegen die Wand fährt? Ach, dann holen wir uns eben eine kalte Dusche und schütteln uns so heftig, dass die Tropfen nur so spritzen. Und flitzen weiter, nach Straßenköterart, breit grinsend. (emv)

 Satellite Stories:  Phrases To Break The Ice

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.satellitestories.com

   

Vagabonds
(2015, XYZ Berlin/Cargo)

Wer genau lauscht, wird bei aller putzmunteren Leichtigkeit ein leises Bedauern heraushören, das bei »VAGABONDS« mitschwingt, dem dritten Album von Satellite Stories: Das Bedauern darüber, dass der erste Schmelz des unbekümmerten jugendlichen Ungestüms dahin ist. Rotzfrech ist man aus der nordfinnischen Provinz einst losgezogen, um die Welt mit rauhem Charme und powerpoppigen Ohrwürmern zu erobern. Inzwischen sind Satellite Stories so arriviert, dass sie ihren Drittling mit dem renommierten britischen Produzenten Barny Barnicott aufgenommen haben, der schon mit den Editors, den Arctic Monkeys und Kasabian gearbeitet hat. Mit dem Ergebnis, dass der Sound geleckter, perfekter und eleganter klingt. Und die Stilvielfalt eindeutig zugenommen hat! Auch thematisch sind die vier Jungs ein paar Schritte vorwärtsgegangen: Der Titelsong »Vagabonds« handelt von der Heimatlosigkeit des Tourlebens.

Sind das alles schlechte Nachrichten? Nein! Nörgler mögen anmerken, dass diese Tracks zu leicht goutierbar und gar zu eingängig sind. Ja und? Sind wir hier im hochnäsigen Hochkulturland? Iiieh wo! Satellite Stories bewegen sich hier souverän in den ruppigeren Ecken der Britopop-Tradition. Brechen im Sahnestückchen »Campus« schon mal in Housemartins-A-Capella-Gesänge aus und kontrastiereren dies sehr putzig mit flottem Pfeifen á la Peter Bjorn und John. »Heroine« spielt mit Reggae-Anleihen, »Painted Arms« ist der britischen Arbeiterklassenjungs-Rotzigkeit verpflichtet, die Piano-Ballade »With You bricht« reihenweise Herzen und das sehr feine »The Trap« wartet gar mit Texicana-Trompeten auf. Entspannen alle mal, bitte! Erwachsenwerden ist gar nicht so schlimm! Satellite Stories sind immer noch die aufmüpfigen Jungs. Aber kunstvoller so! (emv)



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