Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Ragga Gröndal
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Astrocat Lullaby
(2012, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence)

Folk, Pop, Jazz, Feenklang? Ragga Gröndal findet auf ihrem dritten Album »ASTROCAT LULLABY« ein geradezu freches Vergnügen daran, Genregrenzen leichtfüßig zu überqueren. Mit Unterstützung tribalen Schlagwerks wird etwa in »Bangsi« die Tanzlust geschürt. Im waldhexig maunzenden Titelstück werden alle Klischees eigenwilligen isländischen Elfengesangs bedient. »People Clap Your Hands« könnte zu fortsgeschrittener Nachtstunde in einer abgedunkelten Lounge-Ecke mit Ü-40-Publikum gespielt werden. Und mit »Acccidental Hero« wechselt die Frau mit den vielen musikalischen Farben ins durchaus radiokompatible Mädelspop-Revier über. Von gelegentlichen Ausflügen in den balladigen Pianopop ganz zu schweigen.

Ragga Gröndal kommt eigentlich vom Folk her und reißt hier alle Fenster auf, um frische Luft hereinzulassen. Gut so! Zu mäkeln gibt es nur, dass dieser Aufbruch zu neuen Ufern mitunter Brüche aufweist und mancher Sprung zwischen den Genres leicht konstruiert wirkt. Sitars sirren, Tablas seufzen und Glöckchen klingeln. Mit heller Stimme signalisiert die Chanteuse, dass sie sich gerne als weiblicher Kobold betätigt. Das klingt alles wunderbar schnurrig, aber irgendwie will einem nie ganz aus dem Kopf, dass mit Emiliana Torrini, Björk, Sóley, Pascal Pinon und Olöf Arnalds die Konkurrenz im eigenen Land die Latte schon recht hoch gelegt hat. (emv)



Siehe auch:
Emiliana Torrini
Sóley
Pascal Pinon
Olöf Arnalds

Ragga Gröndal: Astrocat Lullaby

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.rgrondal.com

   

Svefnljóð
(2014, BESTE! UNTERHALTUNG/Broken Silence BU057)

Diese dunkelblaue Stunde zwischen Tag und Traum! Wenn die Augen langsam müde werden und der Wind vor den Fenstern uns zum sanften Schlaflied wird! Genau um diesen Schwebezustand geht es Ragga Gröndal auf ihrem neuen Album »SVEFNLJÓЫ, wenn sie zu sparsamer Instrumentierung mit heller, verhuschter Stimme Wiegenlieder für Erwachsene singt. Dass diese durchaus leicht angedüstert ausfallen können und sich die Diseuse auf dem Cover im schwarzen Wallegewand auf dem Friedhof inszeniert, passt durchaus ins Bild: Kann nicht spätabends ein unverhoffter Windstoß durchs Fenster fahren und uns kurzzeitig frösteln lassen?

Übersetzt heißt der isländische Albumtitel übrigens »Schlafgedicht«: Ragga Gröndal vertont hier größtenteile Gedichte junger isländischer Lyriker. Im Titelstück dominiert ein romantisches Piano, das sich mit Raggas mitunter allerliebst manzigen Stimme ein zärtliches Duell liefert. In zurückgenommenen Balladen wie »Feðgin« schlägt die Isländern fast schon triphoppige Töne an, während sie in traditionelleren Tracks wie »Lifandi vatnið« zu ihren folkigen Ursprüngen zurückkehrt. Dass sie auch die luftigen Töne beherrscht, beweist die Chanteuse mit einem Abstecher ins Poplager mit »Sólon Íslandus«, wo die Blasinstrumente einen gelungenen Gastauftritt feiern können. Ragga Gröndal bewahrt sich aber immer einen Hauch Geheimnis. Denn vorm Hinübergleiten in den Schlaf dürfen die Dinge gerne einmal ins Märchenhafte verschwimmen! (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel