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Alle Rezensionen zu Adam Evald
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Live Recordings From Borgströmska Institute
(2013, Für Records)

Verlierertum ist eine ästhetische Grundhaltung. Blass und ungelenk daherkommen, aber den Kopf stolz hoch tragen: Adam Evald ist einer dieser romantischen Gegenhelden, der dezidiert nicht mit dem Strom schwimmen will, sondern wider alle Vernunft an die Möglichkeit der Liebe glaubt. Gelitten wird hier auf hohem sittlichen Niveau. Evald, bislang aufgefallen als einer der Hauptakteure hinter den Malmöer Folkpoppern Forest And Crispian, setzt auf seinem Solo-Debüt mit dem sperrigen Namen »LIVE RECORDINGS FROM THE BORGSTRÖMSKA INSTITUTE« auf gehoben melancholischen Kammerpop. Feinsinnig und einfühlsam unterstützt von einem Ensemble aus Violine, Cello und Kontrabass.

Es geht in den vier live im titelgebenden Institut eingespielten Songs vor allem darum, flüchtigen Gefühlszuständen nachzuspüren. Im Walzertakt, wenn es sein muss, wie in der wunderbar flirrenden und gleichzeitig lakonischen Ode »Leaving«.

Um eines klarzustellen: Eine taubengraue Traurigkeit, wie Evald sie hier pflegt, hat nichts mit Wehleidigeit oder Jammerei auf hohem Niveau zu tun! Nein, erstaunlicherweise funkeln diese Songs, die vornehmlich von verletzten Gefühlen handeln, voller untergründiger Euphorie. »No More Excuses« etwa mag pro forma eine Abrechnung sein, ist aber insgeheim eine zarte Liebeserklärung. Evalds hohe, nuancierte Stimme erzeugt einen Zustand des Erwachsenseins, in dem man bewusst loslassen kann, ohne nachtragend zu sein. Ach! (emv)



Siehe auch:
Forest And Crispian

Adam Evald: Live Recordings From Borgströmska Institute

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.adamevald.com/

   

Love Knuckles Peace Dove
(2015, Fritiof & Carmencita)

Adam Evald könnte der letzte altmodische Gentleman des 60ies-Pop sein: Der stets in gehobenen Hippie-Outfits daherkommende Barde aus Malmö macht auf seinem zweiten Album »LOVE KNUCKLES PEACE LOVE« genau dort weiter, wo er bei seinem Debütalbum aufgehört hat: Mit gehobenem Kammerpop, der von intensiven Streichertönen lebt. Wenn es einer versteht, auf zärtliche Art vom Verlierertum zu erzählen, dann ist es dieser blasse Mann aus Malmö! Da steht er nun, dieser sympathische Ritter von der traurigen Gestalt, und singt mit herzerweichend heller Stimme von all den Erinnerungen, die ihn niederdrücken. Und macht dabei unmissverständlich klar, in jedem gebrochenen Herzen jede Menge Schönheit zuf finden ist!

Evald schreibt den Soundtrack für Novembernachmittage, an denen der Regen ans Fenster prasselt und man auf dem Sofa sehnsüchtigen Gedanken nachhängt. Eine sepiabraune Nostalgie prägt Songs wie »The Next Live«, die zu perlendem Piano die Hoffnung auf bessere Zeiten hochhält. Da wird die Seele so angenehm mürbe davon! (emv)



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