Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Black Lizard
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Black Lizard
(2013, Soliti soliti014)

Um die Musik von Black Lizard bestmöglichst zu goutieren, müsste man sich eigentlich lange Haare zulegen. Damit diese rthythmisch zu den mitleidlos repetitiven Soundwällen mitschwingen können. Black Lizard kommen auf ihrem selbst betitelten Debütalbum als souverän schnodderige Helden der scheppernden Gitarren daher. Bewegen sich scheinbar stoisch im coolen Land, wo die Grenzen zwischen psychedelischer Bewusstseinserweiterung, anspruchsvollem Noiserock und introvertierter Shoegazerei sachte verschwinden. Die Vier aus Helsinki tragen schwarz. Was sonst.

Reduzieren die Dinge aufs Wesentliche. Auf das, was gesagt werden muss. »Love Is A Lie« ist vielleicht der zentrale Track des Albums, der sich vordergründig auf das lakonisches Beschreiben angeblicher Wahrheiten fokussiert und dabei Bass und Schlagzeug die heftige innere Wut ausdrücken lässt, die Sänger Paltsa Kai-Salama eben nicht zulässt. Wer aber glaubt, hier geht es nur um Lakonie, der sieht sich getäuscht: Black Lizard sind auf raffinierte Weise experimentierfreudig: Lassen Sitarklänge nachdrückliche Gastauftritte hinlegen oder schmuggeln durch die Hintertrür trendige Elektronika ein. Als wollten sie unauffällig sagen, nein, nein, nein, wir sind nicht die verschollenen Stiefbrüder von The Jesus And Mary Chain. Nein, das sind die Finnen nicht. Sie tanzen auf ihre ganz eigene Art auf All Tomororw`s Parties. (emv)

 Black Lizard: Black Lizard

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/blacklizardmusic

   

Solarize
(2015, Soliti Soliti 036)

Black Lizard könnten eine dieser vielen Neo-Psychedelik-Bands sein, deren einziges Streben darin besteht, die guten alten Zeiten möglichst authentisch hochleben zu lassen. Sind sie aber erfreulicherweise nicht: Denn das Quartett ist vor allem deswegen cool, weil man sich nicht sklavisch an Genrestandards hält und neugierig über den Tellerrand hinausblickt. Der Zweitling »SOLARIZE« ist eine hochpräzise Stilmischung: Fuzz-Gitarre, trockentrockener Bass, mitleidlose Drums und fast schon ätherische Vocals: Das ist die Basis. Von dort aus heben Black Lizard ab. Flirten auf »Helpless« mit jazzigem Saxophon und legen mit »Harmonize« eine fast schon poppige, absolut kitschfreie Herz-Schmerz-Ballade hin, die von Synthies und Streichern umschmeichelt wird. Beim Nachdenklichkeits-Stückchen »Heaven In You« mag man zu Glockenspieltönen sogar fast das Träumen lernen.

Dabei haben Black Lizard auch den Mut zur großen Geste: Denn einer der Höhepunkte des Albums ist die ausufernde, hypnotische Hymne »Waves Hit«, die mit scheppernden Gitarren, reichlich Hall und leidenschaftlicher Hingabe hinreißt. Und beim mantrisch wiederholten Refrain endlich das Rätsel um den Albumtitel löst. Hier gehen tausend Sonnen auf! Ohne jegliche verklärende Retro-Brille! (emv)

   

Burning
(2014, Soliti)

Die Entdeckung der Leichtigkeit: Black Lizard treten auf ihrer Vier-Track-EP »BURNING« den Beweis dafür an, dass psychedelische Ausufereien keineswegs ausschließlich lärmig, sondern durchaus luftig daherkommen können. Die EP gibt sich als »missing link« zwischen dem sehr erdigen Erstling und dem Anfang 2105 fälligen zweiten Album. Auf dem die Vier aus Helsinki wohl den Fokus auf Zwischentöne setzen werden, wenn sich die Vorboten bewahrheiten sollen. Spielerischer zeigen sich die Musiker um Sänger Paltsa-Kai Salama hier mit Songs wie »Long Gone«, auf dem Henna Emilia Hietamäki als Duettpartnerin zu hören ist. Ach schau an, wir können auch nachdenklich-verträumt, ohne unsere süchtig machenden Repetitionen aufzugeben!

Die Entdeckung der Langsamkeit: auch die gibt es hier zu machen, denn Black Lizard kombinieren im »Track Turquoise« die Kunst der verfremdeten Stimmeffekte und kombinieren sie mit einer simplen akustischen Gitarre. Überhaupt: Die Finnen experimentieren hier verstärkt mit elektronischen Soundspielereien, ohne dabei zu dick aufzutragen. Gemastert wurde das Album Übrigens abermals von Sonic Boom (Spacemen 3). Wohin soll das alles führen? In lichtere Gefilde offenkundig! Weiter so! (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel