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Alle Rezensionen zu Jacob Bellens
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

The Daisy Age
(2013, Popup Records)

Die Zeit des reinen Folkpop ist vorbei: Jacob Bellens, der als Sänger der minimalistischen Klampfen-Duos Murder eher die leisen Töne pflegte, macht sich auf seinem Solodebüt »THE DAISY AGE« selbstbewusst auf in Richtung üppiger, ausladender Songstrukturen. Schon der Opener »Heart Of Africa« ist eine hochkomplexe Mischung aus Schauerballade und Kunstmärchen, plüschig in Szene gesetzt mit Streichern und Glockenspielklängen. Uff! Solche Töne hätte man von dem bärtigen Barden aus Kopenhagen nicht erwartet! Doch damit nicht genug: Bellens macht in »Only For The Lonely« Abstecher in Richtung jazzig-erwachsene Tanzmusik oder entdeckt auf »Bubbles Of Hysteria« den Rocker in sich. Richtig mit Schmackes!

Stimmlich kommt der junge Däne mitunter so daher wie der 17jährige Großneffe von Nick Cave, dunkel und trotz aller aufblitzenden Popseligkeit durchaus dem düsteren Gedankengut zugeneigt. Im vielleicht zugänglichsten Song »Champion Sounds« pfeift Bellens zwar fröhlich vor sich hin, aber bei genauerem Hinhören geht es hier um mögliches Ertrinken und andere morbide Dinge. Für sein Solodebüt hat sich der Künstler mehr als 20 befreundete Musiker mit ins Boot geholt, die gemeinsam mit ihm einen warmen, funkelnden Sound schaffen, der an keiner Stelle überladen wirkt. Gewissheiten schwinden auf »THE DAISY AGE« wie Softeis in klebrigen Kinderhänden. Bellens irrt lustvoll vom Weg ab. Gut so!
(emv)



Siehe auch:
Murder

Jacob Bellens: The Daisy Age



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