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Alle Rezensionen zu Bon Homme
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

A Life Less Fancy
(2013, Tigerspring/Motor Music TIGER-023)

Als weltweit erfolgreich herumreisender Popstar sein Album »A LIFE LESS FANCY« zu nennen spricht natürlich von einer ordentlichen Portion Koketterie. Der Titel zitiert den mittlerweile weitgehend vergessenen frühen Pop-Art-Film »A Life less Ordinary“, mit dem Danny Boyle und Ewan MacGregor Mitte der 1990er ihren (ironisch durchtränkten) Hollywoodeinstand gaben. Jenseits seiner Hausband, der dänischen Zitat-Dancepopper WhoMadeWho, möchte Tomas Høffding mit seinem zweiten Soloalbum den Laden lieber ganz alleine schmeißen, vom Schreiben übers Produzieren, Aufnehmen und Abmischen; Gastsängerin Jenny Rossander und zwei weitere Gasttexter fallen nicht im geringsten ins Gewicht.

Trotz der variantenreich eingesetzten und bearbeiteten Gesangsstimme wird Høffding keine zweite Channy Leaneagh (Poliça) werden; dafür sind die Songs zu konventionell und die Präsenz des Sängers nicht markant genug. Eher schon erinnert »A LIFE LESS FANCY« an Westbams letztes Album (»Götterstraße«), in dem - ebenso guten wie schlechten - Sinne, dass die sehr solide und oft gelungen reduzierte Produktion des Electro-Klangbilds auch instrumental manchmal noch gut als Dancefloor-Futter dienen könnte. Doch Høffdings von leiser Melancholie durchzogener Pop-Gesang transportiert unaufdringlich autobiografische Texte, die Heimat, Familie und persönliche Gedanken reflektieren. Auch wenn man gegen all dies eigentlich nichts sagen kann, setzt über die Länge von elf derartigen Track-Songs doch eine gewisser Grad an Redundanz, wenn nicht gar Langeweile ein (siehe »Kiss the Wife Pick up the Knife« usw.). (ijb)



Siehe auch:
Kasper Bjørke
WhoMadeWho

 Bon Homme: A Life Less Fancy

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.bon-homme.com/

   

Night Tripper
(2013, Tigerspring/Motor Music 13867)

Manchmal hat man einfach die Nase voll davon, immer nur schlaue, vertrackte Gedanken zu denken. Manchmal muss man einfach seine barocken Emotionen lustvoll ausleben: So macht es zumindest Tomas Høffding, Sänger der skurillen dänischen Dancefloor-Anarchisten WhoMadeWho, der mit seiner EP »NIGHT TRIPPER« erste Vorboten seines im Herbst erscheinenden zweiten Soloalbums in den Äther schickt. Herr Høffding findet hörbaren Spaß an melodramatischen Emotionen. Blended in Szene gesetzt von geloopten Drummachines und gefühligen Synthies. Und für die fast schon schmachtend zu nennende erste Single »The Optimist« hat er sich die Unterstützung seiner begabten Landsfrau Henny Rossander alias Lydmor geholt, mit der er im Duett ins große Gefühlskino segelt.

Mit Abtanzen in angesagten Clubs haben diese verlangsamten vier Tracks wenig zu tun, um so mehr aber mit Träumen, Sternegucken und bisweilen traurig den Mond anheulen. Herzzerreißend kommt das balladige »Sleep« daher, zu dem sich bestens schmachten lässt. Zu »Pieces Of A Dream« setzt der Däne zu einer von rhythmischen Blieperein umschmeichelten Falsett-Operette an. Jeder gute Entertainer muss auch ein wenig Geheimnis haben: Mit Bon Homme entschweben wir sachte seufzend in unendliche Weiten. Hach, möge diese Nacht niemals enden! (emv)



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