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Alle Rezensionen zu Ripatti
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

Ripatti01 – #39 #24
(LP, 2013, Ripatti/Boomkat Ripatti01)

Sasu Ripatti kennt man als unermüdlichen und scheinbar unerschöpflichen Kopf in der elektronischen Musikszene zwischen europäischen Metropolen und finnischer Isolation. Seine unzähligen Alben unter diversen Pseudonymen, seine Remixes (inklusive spektakulärer Auftritte beim »Punkt«-Festival in Kristiansand) und Liveauftritte begeisterten und inspirierten in den letzten fünfzehn Jahren nicht wenige Fans, Kritiker und Kollegen. Nachdem er sich jüngst in Interviews vom Großteil seiner Platten distanzierte, präsentierte er sogleich sein neues Projekt, das erstmals seinen bürgerlichen Namen trägt, unter seinem neuen, gleichnamigen Label erscheint und ausschließlich auf Vinyl veröffentlicht wird. Nur noch das tun, was ihm wirklich wichtig sei, wolle er, Platten selbst und direkt veröffentlichen, auch kurzfristiger und experimenteller, ohne Rücksicht auf Verkäuflichkeit. Parallel kann man auf seiner Facebook-Seite fast täglich mit spannenden Fotos und Kommentaren aus dem Studio antizipieren, was die Fans zukünftig noch so alles erwartet.

So tragen die als 100 Tracks angekündigten neuen Produktionen keine Namen, sondern nur noch Nummern, und vermutlich bleiben alle Platten dem gleichen minimalistischen Design treu. Auf Katalognummer 01 setzt Ripatti die »Footwork/ Garage«-mäßige Richtung fort, in die er im Vorjahr mit Mark Fell auf »Sensate Focus (1.6666666)« vorgedrungen war. Gleichzeitig kommt man nicht umhin, seiner Gemahlin Antye Greie (aka AGF), mit der er bereits seit seinen Berliner Jahren zusammenlebt, einen gewissen Einfluss zuzuschreiben, da man von Ripatti/Delay bislang keine solchen Vokal-Samples kannte, zerstückelt zu Experimental-Techno: »#39« klingt, als ob Mark Fell und AGF via Jam-Session einen House-Knaller produzierten, wobei die rhythmische Unverdrossenheit über 13 Minuten bald zu einem latenten Wahnwitz führt. Die B-Seite, »#24«, zieht das Tempo (und besagten Wahnwitz) weiter an, auf 185 BPM. Eine hysterische Kreuzung aus stotternd-nervösen Percussion-Breakbeats und unablässigen Bleeps und Samples, zu denen mit Sicherheit niemand mehr tanzen kann.

In der finnischen Isolation auf der Insel Hailuoto, nicht weit vom Polarkreis entfernt, wird Ripattis Werk nicht nur radikaler und exzentrischer, sondern erstaunlicherweise auch rasanter als je zuvor. (ijb)



Siehe auch:
Vladislav Delay
AGF
Heisenberg (Ripatti/Loderbauer)
Sistol

 Ripatti: Ripatti01 – #39 #24

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.vladislavdelay.com



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