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Alle Rezensionen zu Klaus Egge
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Klaus Egge: Sonata for Violin and Piano · Duo Concertante · Piano Trio
(2013, Simax/Grappa PSC1193)

Klaus Egge, 1906 in Gransherad, Telemark, geboren, zählt wohl zu den häufiger gespielten Komponisten Norwegens, auch wenn sein Name hierzulande nur (noch) wenigen bekannt ist, und dann auch eher im Genre der Orchestermusik, die er um fünf Sinfonien, drei Klavierkonzerte und je ein Konzert für Violine und Cello erweiterte. Umso willkommener sind die Veröffentlichungen engagierter Labels wie in diesem Fall Simax, die ihren Fokus oft nicht auf die üblichen Namen setzen. Nach einer bereits 15 Jahre zurückliegenden Solo-Piano-CD präsentiert dieses Album eine repräsentative Auswahl aus Egges kammermusikalischem Schaffen, getroffen von Pianist Einar Henning Smebye und Violinist Tor Johan Bøen. Nicht zu unterschlagen ist auch August Albertsens ausführlicher (in zwei Sprachen vorliegender) Text im Beiheft, der unter der Überschrift »Eine zentrale Figur in nordischer Kultur und Musikszene im 20. Jahrhundert« weitaus besser in Klaus Egges Leben und Werk einführt als diese kurze CD-Besprechung.

Immerhin lebte Egge bis 1979 und berührte so einen Großteil der Geschichte des letzten Jahrhunderts, was es umso erstaunlicher macht, dass sein Werk so selten zu hören ist und dass das 1945 bis 1951 entstandene »Duo Concertante« für Violine und Viola hierfür sogar die Weltersteinspielung erfahren hat. Da Egge die Kammermusik keineswegs unwichtig war – er schrieb u.a. ein Streichquartett und zwei Holzbläserquintette – darf diese CD als überfällige Einladung in Egges Schaffen verstanden werden.

Hier präsentieren Smebye und Bøen zuerst die 24 Minuten lange Violinsonate aus dem Jahr 1932, die deutliche Einflüsse der Volksmusik aus Egges Heimatregion Telemark aufweist und deren feingestaltige Verbindung aus europäischer Kammermusik und Hardangergeige-Stilistik noch deutlich unter dem Einfluss der Spätromantik steht. Trotz raffinierter Dissonanzen bleibt das Werk viel zugänglicher als spätere Kompositionen, die in ihrer Tonalität freier und weniger greifbar angelegt sind. Beim neun Jahre später geschriebenen Klaviertrio werden die beiden um Cellist Johannes Martens erweitert. Das eindringliche, 30 Minuten lange Werk bildet wohl den Höhepunkt dieses Programms, das große Lust macht, tiefer in das Oeuvre des Komponisten einzutauchen. Die Interpreten haben sich die drei Werke mit Hingabe und Detailgenauigkeit angeeignet und sorgen so für eine Referenzeinspielung, die sehr auf eine Fortsetzung hoffen lässt. (ijb)



Siehe auch:
Valen Trio spielt Egge

Klaus Egge: Klaus Egge: Sonata for Violin and Piano · Duo Concertante · Piano Trio



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