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Alle Rezensionen zu Mugison
(Genre »Rock«, Land »Island«)

 

Lonely Mountain
(2003, Lifelike/Zomba LL18CD)

Auf den ersten flüchtigen Blick erinnert die Aufmachung des Debüts von Ornelius Mugison an Sigur Rós – ein simpler Pappumschlag, bedruckt mit kleinen Bildchen und Zeichnungen. (Die Cover wurden übrigens von Mugisons Familie Stück für Stück mit der Hand während dunkler Wintertage zusammengenäht.) Und in diesem Tempo geht es weiter.

Denn Mugison ist ein spröder Singer/Songwriter, der eigenwilligen Charme verströmt. Rockig und kraftvoll und im nächsten Moment wieder schräge, schüchtern und verrätselt kommen seine Songs daher. Manchmal singt er eine Art Kinderlied, dann wieder schreckt er gerade diese zu Tode. Mal scheint er sich im Ungefähren zu verlieren, um kurz darauf gerade daraus sein Glück zu ziehen - wobei ihm die akustische Gitarre ebenso dienlich ist wie der Rekorder. Eine sehr spannend-ungewöhnliche Produktion, die auch nach mehrmaligem Hören ihre Geheimnisse nicht preisgibt. (frk)



Siehe auch:
Sigur Rós

 Mugison: Lonely Mountain

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.mugison.com

   

Mugiboogie
(2008, Mugiboogie/Cargo 34510)

Es ist die Roots-Musik, die Mugison zu neuen Höchstleistungen treibt. Blues, Swamp, Rock. Verzerrt dröhnen die Klänge aus dunklen Untiefen und seine raue Stimme erklingt dazu, als ob er sie einem amerikanischen Wanderprediger geraubt hat. Er beschwört, zetert und grollt. Gegen übersteuerte Bässe, im Einklang mit Glockenspiel-Pop oder schwelgenden Celli. »I'm Alright« bricht dann vollends aus: Grunzende Vocals, monströses Schlagwerk – ein einziger akustischer Alptraum.

Das hat sicher auch die Isländer aufgeschreckt, die zu Zehntausenden dieses Album in ihren Wohnzimmer stehen haben. Den Titel »Bestes isländisches Album 2007« verliehen sie ihm ehrfürchtig prompt dazu. Mit einem lockeren Hüftschwinger nimmt das Album aber wieder an Fahrt auf und tut, als ob nichts gewesen wäre. Bis nur einen Titel später die Destruktion wieder in die Saiten fährt. (maw)

   

Mugimama – Is This Monkey Music?
(2005, Vital Distribution/Rough Trade 827884002520)

Die charmante Idee, die richtigen Fragmente des Unvollkommenen zusammenzufügen, ist das untrügerische Geheimnis des Westfjordlers Ornelius Mugison. Und auch auf seinem zweiten Album lauern Überraschungen im Geräusche-Reigen. Ansatzpunkte sind dabei reduzierte, eher unspektakuläre Akustik-Songs, die oftmals mit einer kruden Mischung aus Versatzstücken konfrontiert werden: geknebelte Stimmen, raue Psychedelika, breitschultrige Rock-Eruptionen, Alltagsgeräusche.

Das ganz eigene verschrobene Flair entsteht leider erst immer dann, wenn geräderte Elektronik die eher konventionellen Artefakte ein paar Jährchen in die Zukunft katapultiert. Mit Behutsamkeit und Innovationswillen wird dann aus diesem Album ein erfrischend kopfloses Spektakel. (maw)

   

Niceland
(2004, Accidental AC13CD)

»Niceland«, der Film des isländischen Regisseurs Fridrik Thor Fridriksson, kreist um zwei junge behinderte Menschen kreist, die sich wahrhaft lieben, aber eine schwere Probe zu überstehen haben. Kein Meisterwerk gewiss, eher eine Art »Breaking The Waves« für Arme. Immerhin gibt es als Entschädigung zwischendurch Musik von Mugison.

Dabei überrascht zweifelsohne die musikalische Bandbreite. Kennt man Mugison sonst als ausgewiesenen Songwriter, bevorzugt er diesmal das Bruchstückhafte bis Jazzige; bisweilen gar Experimentelle. Wunderschön seine balladenhaften Songs, verhalten minimalistisch vorgetragen und von einer spröde scheppernden Gitarre begleitet. So hat man längst den gleichnamigen Film vergessen und lauscht lieber dem Meister, wenn auch nicht jeder der 22 Titel überzeugt. (frk)



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