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Alle Rezensionen zu Niko Valkeapää
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Birrat Birra
(2 CDs, 2008, Duippidit DPP506)

Waren Valkeapääs bisherige Alben bereits reiche, mithin exzellente Folk- und Popentwürfe zwischen Tradition und Moderne, versucht er sich mit dem ausschweifenden Doppelalbum »BIRRAT BIRRA« an der großen Geste - und übertrumpft sich noch einmal selbst! Sein Produzent und Komponist Georg Buljo hat nicht unwesentlichen Anteil daran. Während CD1 etwas heiterer und offensiv vielseitiger daherkommt, mal opulenter, mal reduzierter, mit Gästen wie Mari Boine, deren neu arrangierte »Sami-Hymne« sie mit Valkeapää im Duett singt, ist es vor allem die zweite, stillere und introspektivere CD, die mit bis zu zehn Minuten langen, oft fragilen Songs grandios beeindruckt.

Exzellent produziert und gemischt (z.T. von Helge Sten) sitzt jedes einzelne der sehr vielen Klangelemente perfekt am Platz, ohne dass man je das Gefühl von »zu viel« oder von unfokussiertem Ideenreichtum bekommt: Die superben E-Gitarrensounds, die mal eindringlich das Ende eines Songs akzentuieren, die warmen Moog-Synthesizer, die feine komplexe Percussion (bis zu sieben Leute bilden die Rhythmussektion, darunter Helge Norbakken) und nicht zuletzt die verhaltene Trompete (neben zwei weiteren Bläsern) veredeln Valkeapääs souverän zurückhaltende Darbietung seiner poetischen, in englischer Übersetzung mitgelieferten Texte. Ein großes Popalbum. (ijb)



Siehe auch:
Mari Boine
Helge A. Norbakken mit Batagraf
Ståle Storløkken
Helge Sten

Niko Valkeapää: Birrat Birra

Offizielle Website

Offizielle Website      www.myspace.com/nikovalkeapaa

   

Gusto
(2012, Duippidit DPP512)

Mehr als beim letzten Album übergab Niko Valkeapää für »GUSTO« die Komplettregie an seinen Produzenten Georg Buljo, der nun alle Instrumente spielte und alle Lieder komponierte, wogegen der Sänger selbst sich wie gehabt um die Texte kümmerte. Der Eindruck allerdings ist der eines halbwegs typischen Songwriteralbums, komplett akustisch und mit diesmal überraschend starkem US-Country-Einschlag. Die beiden Macher selbst nennen es »Saami Americana« - wenn man schon ein Label finden müsse.

Mit dem, was man von nordnorwegischem Folk und traditioneller Sami-Musik erwartet, hat »GUSTO« also so gar nichts mehr zu tun. Doch wenn das Ergebnis so souverän ausfällt wie hier, wo wie gewohnt jeder Ton sitzt und jeder Vers eine eigene Geschichte erzählt, darf man sich über die Entwicklung, die Valkeapää mittlerweile durchgemacht hat, absolut freuen. (ijb)



Siehe auch:
Georg Buljo

   

ÄÄ
(2012, Duippidit DPP514)

Als »extrovertierten und experimentellen Saami-Pop« bezeichnen Valkeapää und Buljo ihr neues Werk »ÄÄ«, das nur wenige Monate nach dem Americana-Album »Gusto« erscheint und zumindest teilweise mit einer Rückkehr zum Klangbild und Personal von »Birrat Birra« aufwartet. Was hier experimentell sein soll, ist allerdings leider nicht auszumachen. Die Überraschung liegt vielmehr diesmal darin, dass das Duo Valkeapää/Buljo einen recht fluffig-gefälligen Popsound zusammengebastelt hat, der oft an die Achtziger Jahre erinnert und kaum einmal durch einen eigenständigen Ansatz überzeugt.

Die Synthieklänge und Arrangementideen lassen die feine Komplexität und Transparenz früherer Errungenschaften schmerzlich vermissen, wenn man auch den Eindruck gewinnt, dass die Musiker locker und entspannt ihren Spaß an der Sache hatten. Die acht Songs von »ÄÄ« bleiben hinter den - nach den bisherigen exzellenten Alben - hoch gesteckten Erwartungen zurück und verdudeln und verklimpern in harmloser Nettigkeit. (ijb)

   

Sierra
(2004, Duippidit DPP502)

Wie sein Joik-Kollege Wimme Saari bedient er sich bei Loops und Samples, taucht Zerrgitarren in weite Hallräume und lässt Trompeten heiser räuspern. Doch es sind nicht Arve Henriksen oder Mark Isham, die da ins Horn stoßen, sondern der ebenso wie die restlichen Musiker eher unbekannte Per Willy Aserud. Meisterhaft spielen und atmosphärische Soundscapes erzeugen können sie aber allesamt.

Und so klingt das Ergebnis manchmal nach einer dräuenden Schneewand, die unheilvoll vom Fjäll herunterzieht, dann wieder lieblich wie ein mückenfreier Hochsommertag bei den Rentieren. In jedem Fall aber: packend, abwechslungsreich, eindringlich. Und ein Beweis dafür, dass experimentierfreudige samische Sänger manchmal die spannendste Musik machen. (peb)



Siehe auch:
Wimme

   

Niko Valkeapää
(2003, Duippidit DPP500)

Niko Valkeapää? Um Sie nicht lange auf die Folter zu spannen: Er ist der Neffe des großen Nils Aslak Valkepää, des 2001 gestorbenen und wohl bedeutendsten samischen Musikers. Anders als sein Onkel zeigt sich Niko allerdings der Moderne gegenüber sehr aufgeschlossen. Denn schon Niko Valkeapääs Debüt beweist visionäre Ideen und viel Verständnis für die Behutsamkeit, mit der man archaische Traditionen modernen Sounds annähern sollte. Zusammen mit Produzent Georg Buljo (Lars Bremnes, Mari Boine) gelang ihm ein Album, das – wie Hector Zazous meisterhafte Alben – in vielfarbigen Arrangement-Farben schimmert und virtuos mit verschiedenen Hall-Räumen spielt.

Auch die restlichen Zutaten stimmen: Valkeapää schreibt stimmige, fast mit Pop-Charakter ausgestattete Songs, singt mit packender Stimme und arbeitet mit fantastischen Musikern – allen voran Trompeter Per Willy Aserud. Aber auch die nur auf vereinzelten Liedern mitwirkenden Ole Flaten (Gitarre), Helge Harstad (Bass) sowie das ehemalige Mari Boine-Rhythmus-Team Helge Norrbakken und Gjermund Silset begeistern. Für »NIKO VALKEAPÄÄ« gab's 2003 zu Recht den Spellemannpris«. (peb)



Siehe auch:
Hector Zazou
Lars Bremnes
Nils Aslak Valkeapää



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