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Alle Rezensionen zu Jøkleba (Balke, Jørgensen, Kleive)
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Outland
(2014, ECM/Universal ECM 2413 | 379 7773)

Jøkleba sind zurück! Doch wer kennt sie überhaupt noch? Weil nicht sicher ist, dass die Band vielen Jazzfreunden heute ein Begriff ist, stehen die Namen der drei geschickterweise prägnant auf dem Cover. Immerhin sind fast zwanzig Jahre vergangen, seit Trompeter Per rgensen, Schlagwerker Audun Kleive und Pianist Jon Balke mit wenigen Alben und einigen Auftritten ihre Spuren gelegt haben, von denen bis heute junge skandinavische Musiker schwärmen und das Trio als wichtigen Einfluss nennen. Inzwischen läuft die Inspiration womöglich sogar ebenso andersherum, fügt sich »OUTLAND« doch nahtlos in die Reihe exzellenter, weil überaus fantasievoller und unkonventioneller ECM-Jazzplatten jüngerer Norweger ein: Dans les arbres, Vilde&Inga oder auch Christian Wallumrøds titelverwandtes Meisterstück »Outstairs«, ganz zu schweigen von Jon Balkes Projekt Batagraf.

Dans les arbres spielten vor zwei Jahren auf Balkes Minifestival auf seinem Grundstück am Randsfjord, und so scheint sich eine direkte Linie von deren impressionistischem Klangkosmos zu Jøklebas Comebackalbum zu ziehen. Der Titel »OUTLAND« passt hervorragend, mit dem Coverfoto jedoch tat man sich keinen Gefallen: zu sehr lässt es eine Fortsetzung von Balkes Piano-Solo-CD »Book Of Velocities« erwarten. Es täte ohnehin gut, im Hause ECM nicht zu viele Alben mit diesem zunehmend verwechselbaren Motiv zwischen Unschärfe, Bewegung, Schemenhaftigkeit und (halb-)dunkler Atmosphäre auszustatten.

Gleichwohl: Es soll ja die Musik zählen. Poetisch undurchdringlich sind die 14 vorwiegend kurzen Titel. Selten entsteht ein größerer Bogen, es bleibt brüchig, zerrissen, ein Erzählen in Fragmenten, in herben Klangstücken, wobei mit Kalimba, Percussion und Elektronik ein Sog erzeugt wird, der in jedem Moment eine unbequeme Faszination ausstahlt. Man kann nicht sagen, dass Jøkleba sich neu erfunden hätten, nein, die drei Herren sind ja seit jeher äußerst umtriebig geblieben und haben sich, jeder für sich ebenso wie im Trio, prägnanten Images entzogen. So gesehen ist »OUTLAND« das Prototyp-Album von Jø, Kle und Ba. Allein: Wie schade, dass der surreale Zauber viel zu schnell vorüber ist. Doch es gibt so vieles zu entdecken, dass, wem sich die verschachtelte Platte einmal geöffnet hat, sicherlich über lange Zeit noch neue musikalische Perspektiven und Türchen erscheinen werden. (ijb)



Siehe auch:
Jon Balke
Audun Kleive
Per Jørgensen
Dans les arbres

 Jøkleba (Balke, Jørgensen, Kleive): Outland

   

On And On
(1991, Odin Records NJ40342)

Diese Aufnahme wurde 1991 für den Spellemannsprisen nominiert, das norwegische Äquivalent zum Grammy. Anfang der 90er war dieses Trio auch einer der spannend- sten Acts in nordischen Gefilden, die sich mit weitgehend improvisierter Musik beschäftigte. Jon Balke schafft mit dem Piano fragmentarische Strukturen wie Eisberge, die im manchmal schimmernden Polarmeer der Orgelflächen den Boden geben für die darüber hinweghuschenden Eisbären, pardon: Trompeteninprovisationen von Per Jørgensen. Und woher kommen die Wellenbewegungen? Natürlich nicht vom kalten Mond, der silbrig – Schluss jetzt! Von Drummer und Percussionist Audun Kleive natürlich, der hier supersachte agiert und sozusagen Jon Christensen auf der Standspur im Leerlauf überholt.

Allerdings bleibt es beim Respekt vor der musikalischen Leistung, so etwas wie emotionale Nähe will hier nicht entstehen. Zu kühl, zu distanziert, zu intellektuell agieren Balke, Jørgensen und Kleive. Deshalb dürfen sie auch wieder alleine rumschippern in ihrem kalten, kalten Polarmeer ... (tjk)



Siehe auch:
Jon Balke & Batagraf
Jon Balke Magnetic North Orchestra
Audun Kleive & Arve Henriksen
Tobias Sjögren & Per Jørgensen



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