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Alle Rezensionen zu Erlend Apneseth
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Fragmentarium
(2020, Hubro/Grappa HUBROCD2629/LP3629)

Norwegian Folk goes Pink Floyd. Nach drei famosen Alben mit seinem »working trio« gönnte Erlend Apneseth den Musikern eine Pause und lud diesmal eine andere (weitgehend ebenfalls beim Label Hubro aktive) Truppe fantasievoller Kolleg/innen zu sich ein. »Zu sich« meint ins beschauliche Hallingdal, etwa auf halber Strecke zwischen Oslo und Bergen gelegen, wo Apneseth außerhalb der Kleinstadt Ål ein Haus am Berg bewohnt. Im dortigen Kulturhaus spielte das erstaunlich üppig klingende Sextett eine Folk-Suite ein, wobei die Hardangerfiedel zwar eine zentrale Rolle im Ensemble einnimmt, zuweilen aber auch nicht mehr direkt erkennbar ist. Der knapp 30-Jährige überführt, wie gehabt, seine stilistische Herkunft aus der norwegischen Volksmusik überaus inspiriert in vollkommen andere, sehr zeitgenössische Sphären. Insofern ist der Weg von seinem ersten Album »BLIKKSPOR« zu diesem, kaum ein halbes Jahrzehnt später, geradezu spektakulär; streckenweise nimmt er uns hier auf einen psychedelischen Trip mit, den wir keineswegs erwartet hätten.

Ein bisschen zwischen den Stühlen ist dieses Projekt allerdings stehen geblieben: Während einige Stücke deutlicher im Folk verhaftet sind und die mitreißenden melodischen Qualitäten von Apneseths vorhergehenden Alben mitbringen, weisen die elektronischeren, experimentelleren Stücke, die teils wirklich »out there« in einer Art Psychedelic Space Folk Music in eine hochspannende neue Richtung, die man liebend gerne noch weiter ausgeführt hören würde. So wirkt eine geniale Nordic-Pink-Floyd-Nummer wie »Det mørknar« fast wie ein Ausreißer, der sich auf die falsche Platte verirrt hat. Schade auch, dass die CD so kurz ist; dabei wurde »FRAGMENTARIUM« fürs Kongsberg Jazz Festival 2019 in Auftrag gegeben, und Apneseth konnte frei die Besetzung zusammenstellen, zu der neben dem kompletten Trio Moskus (Lauvdal, Dietrichson und Hulbækmo spielen zudem im exzentrischen Ensemble Skadedyr) Multigitarrist Stein Urheim und Akkordeonistin Ida Løvli Hidle gehören. Man möchte sich in diesem Trip gerne viel länger verlieren, doch andererseits spricht es auch für Apneseth und seine Band, dass sie ihre Ideen so gut aufs Wesentliche, auf eine gute halbe Stunde verdichten können. (ijb)



Siehe auch:
Erlend Apneseth Trio
Stein Urheim
Moskus
Skadeyr

Erlend Apneseth: Fragmentarium

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.erlendapneseth.com

   

Blikkspor
(2013, Heilo/Galileo HCD7283)

Mit beiden Beinen steht Erlend Apneseth in der traditionellen Folklore Norwegens – aber er blickt weit über den Tellerrand hinaus. Das ist sicher auch ein Verdienst seiner Lehrer Håkon Høgemo und Nils Økland. Natürlich liebt Apneseth, mit seiner Hardanger Fiedel alte Lieder zu spielen, aber ebenso gerne improvisiert er über diese. Oder er fängt einfach frei an, aus Tönen werden Melodien, aus Melodien werden Geschichten, bis diese irgendwann ein Ende finden.

Gelegentlich hat er Unterstützung von Produzent Arve Henriksen an der Trompete, bei zwei Stücken auch von Gitarrist Stephan Meidell und Drummer Øyvind Hegg-Lunde. Über weite Strecken hört man jedoch nur Erlend Apneseth und seine Hardanger Fiedel – aber man vermisst nichts, absolut gar nichts. »Gjennom« ist so ein faszinierendes Kleinod aus wenigen Tönen, die wiederholt werden und sich verändern: Man bekommt gar nicht genug von diesem Stück. (tjk)



Siehe auch:
Nils Økland
Building Instrument
Stephan Meidell
Arve Henriksen



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