Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Figurines
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

Skeleton
(2005, Pop-U-Loud/Rough Trade PUL 07)

Bloss nicht zu schnell erwachsen werden. Bloss noch viel ausprobieren. So ungefähr müssen die vier Jungs von den Figurines an ihr zweites Album »SKELETON« herangegangen sein. Pate gestanden haben: der US-Garagen-Indierock mit lässigem Dahinrotzen von fünf Akkorden, die Coolheit früher New-Wave-Kapellen, die gute Fee des blumigen Powerpop und der Geist von Johnny Cash. Und diese Melange funktioniert dann am besten, wenn die Spielfreude Funken schlägt, bei tanzbaren Gitarrenpopstückchen etwa wie »Other Plans« oder lärmigeren Rock-Zweiminütern wie »All Night«. Zwischendurch versuchen sich die Jungs auch als Piano-Balladenschreiber und flirten kurz mit Country-Klängen.

Zum schlunzigen Charme der Figurines gehören die stimmlich ziemlich beschränkten Fähigkeiten von Christian Hjelm, der beim Singen Knödel in der Kehle zu haben scheint. Geht aber klar. Wohin die Reise musikalisch gehen soll, lassen die Dänen auf »SKELETON« offen. Ist aber gebongt. Festlegen tun wir uns eben später. (emv)

 Figurines: Skeleton

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.figurines.dk

   

Figurines
(2010, Morningside Records/Cargo CARCD113)

Drei Alben quer durch Spielarten von Rock und Pop haben die Figurines bereits hinter sich. Auf Platte Nummer vier sind sie nur noch zu dritt. Neustart, selbst- (bzw. un-)betiteltes Album, neuer Stil - alles klar. Locker-flockig, und einigermaßen sonnig geht es diesmal zu. Very Beach Boys, ein Hang zu Clap Your Hands Say Yeah! oder Built To Spill... alle Ecken und Enden erinnern an etwas, das man schon anderswo - und zudem besser - gehört hat.

Eingängige Melodien gibt's hier zuhauf (und wenn sich der Refrain auch nur auf ein »Hello, hello, hello!« beschränkt, na gut), gefällige Arrangements ebenso, alles hübsch zum Mitwippen, jeder Song will ein Hit sein. Doch so schnell wie ins eine Ohr rein, geht's zum andern wieder raus. Warum zündet das nicht? Alle elf Songs sind einwandfreie Handwerksarbeit, der Sprung zum Mehr, zum bewegenden, einschlagenden Pophit, zur individuellen Note jedoch gelingt nirgends.

Während Phoenix mit ihrem vierten Album doch noch den Jackpot geknackt, den Sprung zu großen Popstars mit allem drum und dran geschafft haben, bleiben die Figurines ihre traurigen und etwas angestrengten Cousins. Den drei Dänen bleibt auch diesmal der große Erfolg verwehrt. (ijb)

   

When The Deer Wore Blue
(2007, Pop-U-Loud PUL11)

Was haben sie nicht alles durchgemacht! Kleinbus-Ochsentouren durch halb Europa, Auftritte vor nur einer handvoll Besuchern und die zittrige Angst, das anschließende Duell mit dem Geldautomaten zu verlieren. Nein, die Figurines haben nur ein Bündel guter Kritiken für ihre ersten beiden Alben und ein noch dickeres für die Zuversicht auf der Haben-Seite.

Der dritte Streich der sympathischen Dänen gerät nicht so überdreht und hitzköpfig wie seine Vorgänger. Das gelungene 60er-Jahre-Songwriting von »The Air We Breathe« oder die charmant-fluffige Larmoyanz eines »Let's Head Out«, das inhaltlich aber ebenso blass bleibt wie die Überzahl an Songs, lassen das Gespür für funkelnde Harmonien erkennen. »Half Awake, Half Aware« versumpft leider gleich vollends in der seligen Vergangenheit – der Rest bleibt das, was man landläufig eine solide Platte nennt. Es sieht nach einer weiteren Runde Ochsentour aus. (maw)

   

Shake A Mountain
(2003, Morningside Records/PIAS morecd 002)

Mädchen kennenlernen, richtig Krach machen und mit Kumpels 'was unternehmen – das dürfte noch immer der Motor sein, damit eine Handvoll junger Kerle eine Band gründet und sich in einen Übungsraum zurückzieht. Vom Charme dieser ersten Tage und der entsprechenden Hoffnungen und Lüste erzählen Figurines, die sich auf dem Innersleeve nur mit Vornamen vorstellen: also Christian und Kristian, Andreas und Claus.

Dazu schrammeln die Gitarren im Schnelldurchlauf, und die Orgel jault selbstvergessen. Die Solostimme presst etwas, der Drummer will all das zusammenhalten. So geht es Stück für Stück, denn man hat es doch eilig, um seinen mal etwas heranreifenden, dann wieder brilliant herbeigestoppelten Rock anzupreisen. Und wenn mancher Song zwischendurch etwas hakt, wer wollte ihnen das übel nehmen? (frk)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2020, Design & Programmierung: Polarpixel