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Alle Rezensionen zu Torun Eriksen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Visits
(2013, Jazzland/Universal 0602537442577)

Stilvoll entschleunigen mit Torun Eriksen. Und dabei ein blaues, dämmerstundenverliebtes Wunder erleben! Denn die norwegische Jazzchanteuse erweist sich auf ihrem vierten Album »VISITS«, unterstützt von fabelhaften Mitmusikern wie dem Pianisten David Wallumrød, als unerschrockene Grenzgängerin in Richtung Pop. Eriksen hat sich hier ausschließlich Lieblingslieder ausgesucht: Und holla!, darunter befinden sich Songs von solch unterschiedlichen Künstlern wie Coldplay, Prince, Tom Waits, Rickie Lee Jones und Pink Floyd! Sie nähert sich diesen Tracks vorsichtig, aber ohne übergroßen Respekt. Und stößt mit ihrer Interpretation in deren kühl brennendes Herz vor.

Was die Norwegerin aus Songs von »Sign O´ The Times« bis »Wish You Were Here« herausarbeitet, ist eine untergründige Melancholie, die jedoch nie larmoyant wirkt. Und sie lässt sich dabei alle Zeit der Welt, damit sich sanfte Spannungsbögen entwickeln können. Flirtet hörbar mit der dem Pop inhärenten Leichtigkeit, nur um sich leise lächelnd wieder abzuwenden und ihre eigene, von leiser Traurigkeit geprägte Weltsicht zu präsentieren. Siei zwinkert dem coolen Lounge-Jazz zu, ist mitunter inhaltlich gar nicht so weit entfernt von clubaffinen Beats für die dunkelsten Stunden nach Mitternacht. Understatement als der wahre Adel des Pop? Wer Torun Eriksen lauscht, könnte glatt auf diese Idee kommen. (emv)



Siehe auch:
Bugge Wesseltoft
Frøydis Grorud
Rebekka Bakken
Silje Nergaard

Torun Eriksen: Visits

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.toruneriksen.no/

   

Luxury And Waste
(2018, Jazzland/Edel)

Allen überflüssigen Ballast über Bord werfen. Nur Stimme und Bass. Und sonst nichts. Aber das reicht aus, um eine ganze Welt zu erschaffen! Die Jazzsängerrin Torun Eriksen und ihre Bassist Kjetil Daland bewegen sich hat auf ihrem sechsten Album »LUXURY AND WASTE« souverän auf der grünen Grenze zum anspruchsvollen Pop und zur gehobenen Ballade.

Entstanden ist ein blaues, dämmerstundenverliebtes Album voller leiser Melancholie und fern aller Heulsusigkeit. Torun Eriksen macht sich in berührenden Tracks wie »Dreary Place« scheinbar verletzlich. Und gewinnt gerade dadurch eine überwältigende Stärke! Die Sängerin beherrscht ihre Zwischentöne bestens. Ist durchaus desillusioniert in Sachen Liebe, hat das Träumen erfreulicherweise aber noch nicht verlernt. Kleiner Albumhöhepunkt ist »Empty Balconies« , wo die Sängerin auf den Begleiter am Bass verzichtet und sich am Klavier ganz auf die klassische kleine Ballade konzentriert. (emv)

Video-Link

   

Grand White Silk
(2016, Jazzland/Edel)

Kühl, klar und souverän klingt sie, die Stimme von Torun Eriksen. Und fast scheint es, als wolle uns die norwegische Sängerin auf ihrem fünften Album »GRAND WHITE SILK« auf elegante Weise demonstrieren, dass sie musikalisch ungemein wandlungsfähig ist! Der »puristischen Jazzecke« hat sich Eriksen ohnehin nie ganz zugehörig gefühlt. Auf diesem erstmals von ihr selbst produzierten und aufgenommenen Fünftling lebt Eriksen die Lust an der Verwandlung mit Verve aus. Mal begibt sie sich in »More« zu Synthieklängen fast schon auf die Spuren ihrer berühmten Landsleute A-ha, mal verbeugt sie sich in »Take My Time« respektvoll vor der legendären kanadischen Singer-Songwriterin Joni Mitchell, mal flirtet sie hörbar mit Soul und R´n´B. Und dennoch zieht eine kühle Unterströmung durch diese tief dunkelblauen Tonlandschaften. Unter diesem Eis glüht ein kaltes Feuer. Glühende Emotionen sind der Chanteuse fern.

Mit dem Keyboarder David Wallumrød und dem Gitarristen Kjetil Dalland hat sich Torun Eriksen bestens aufgelegte musikalische Mitstreiter mit ins Boot geholt, die dazu beitragen, dass »GRAND WHITE SILK« ein perfekt arrangierten Album geworden ist. Wer allerdings Songs mit Widerhaken sucht, wird dies vergeblich tun: Zu sehr ist Eriksen dem Schönklang verpflichtet. Am meisten bei sich zu sein scheint die Chanteuse hier bei der ruhigen, reduzierten Ballade »Winter Today«. (emv)



Siehe auch:
A-ha

   

Passage
(2010, Jazzland/Universal 273 042-8)

Es ist gar nicht so einfach, alles so klingen zu lassen, als sei es ganz einfach. Das Kunststück gelingt der Sängerin Torun Eriksen, ihrer Band und den Gastmusikern aber ganz vortrefflich. So vortrefflich sogar, dass die Musik nach dem Einlegen der CD in den Player ganz automatisch und bescheiden in den Hintergrund tritt und sich an die Konturen des Wohnzimmers anpasst. Irgendwann ist sie zu Ende, man denkt »Huch« und fängt noch mal von vorn an, mit dem Vorsatz, diesmal besser zuzuhören.

Was sich durchaus lohnt, trotz des hohen Schmeichelfaktors der neun Tracks. Denn die Songs sind allesamt sauber komponiert, mit viel Liebe (und Ohr!) fürs Detail im Studio zusammengeschraubt und perfekt abgemischt. Torun Eriksens Stimme darf mal kellerjazzig knarzen, dann wieder ganz elfisch über zarten Instrumentalwiesen herumschweben. Sie hat einer dieser glasklaren, aber doch erstaunlich tiefgründigen Stimmen, die norwegische Sängerinnen anscheinend serienmäßig in die Wiege gelegt bekommen. Und deshalb klingen die Songs, textlich kleine, ebenso detailverliebte Szenen und Studien, obwohl auf englisch gesungen, doch ganz eindeutig nach norwegischem Jazz. Die harmlose Variante ... (sep)

   

Prayers & Observations
(2006, Jazzland/Universal 06024 987 626-9)

Gewiss singt die Norwegerin sauber und mit einem fetten Schlag Soul-Sahne obenauf; gewiss erledigt ihre laid-back spielende und zu Gunsten der Stimme sehr reduziert begleitende Band einen beeindruckenden Job. Gewiss sind die Lieder pointierter und vielseitiger als noch auf dem Debüt »GLITTERCARD«.

Und doch fehlt Torun Eriksens Gesang noch immer das Feuer und vor allem ein eigener Ausdruck. Wie gut das alles mit einer wahrhaft markanten Stimme klingen könnte, merkt man zum Beispiel beim »Song Of Sadness« – einem Duett mit Paal Flaata (ehemals Midnight Choir) zu Ehren des durch den Tsunami umgekommenen Saxofonisten Sigurd Køhn: Flaata lässt seine Partnerin ziemlich alt aussehen. (peb)



Siehe auch:
Paal Flaata
Lester

   

Glittercard
(2004, Jazzland/Universal 981087-9)

Bugge Wesseltoft preist die junge Norwegerin als »eines der größten Gesangstalente, die er in den letzten Jahren in Norwegen« gehört habe. Das will was heißen. Wesseltoft produzierte denn auch gleich Torun Eriksens Debüt, verkniff sich jedoch das Keyboardspiel zugunsten ein wenig Percussion. Die Zutaten sind wie erwartet: schläfrig federnder Funk, ein wenig unterkühlter Soul – was man früher Acid Jazz nannte – und vor allem zart-seidiges Jazz-Flair.

Die Begleiter halten sich fast schon zu sehr zurück, was dem Gesang nahezu alleinige Verantwortung auferlegt. Und da zeigt sich, dass die Fußstapfen für Torun Eriksens »schwarze« Stimme einfach noch zu groß sind. Das Potenzial ihrer ungleich reiferen Labelkolleginnen Silje Nergaard und Rebekka Bakken ist vorhanden, doch die Mittzwanzigerin braucht vermutlich einfach noch etwas Zeit. (peb)



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