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Alle Rezensionen zu María Huld Markan Sigfúsdóttir
(Genre »Klassik«, Land »Island«)

 

Nordic Affect: Clockworking
(2015, Sono Luminus/Naxos SLE-70001)

Es gibt, gerade im kleinen, bevölkerungsmäßig winzigen Island, eine Vielfalt musikalischen Ausdrucks, von der wir hierzulande, so scheint es manchmal, nur träumen können. Nicht selten gelingt es isländischen Musiker/innen, zugleich Avantgarde und Pop zu sein; siehe hierzu nur die unten angegebenen Links. Auf bestechend poetische Weise schillern die Werke dieser fünf (mehr oder weniger) jungen Komponistinnen, die von den vier Musikerinnen des Ensembles Nordic Affect interpretiert werden.

Die bekannteste ist wohl die 1977 geborene Anna Thorvaldsdóttir, bereits mit dem renommierten Musikpreis des Nordischen Rates (Nordic Council Music Prize) ausgezeichnet und beim Klassik-Starlabel Deutsche Grammophon (DG) vertreten. Wem ihr hochspannendes Schaffen bislang entgangen ist, wird nach dieser 2012 für Nordic Affect entstandenen Auftragsarbeit sicherlich mehr ihrer CDs hören wollen, zumal »Shades of Silence« auch auf dem exzellenten DG-Debüt »Aerial« zu finden ist. Dabei ist es weder das eingängigste, noch das markanteste unter den sechs Stücken der CD »CLOCKWORKING«. Ziel der Auftragswerke sei gewesen, die Möglichkeiten dieser vier Instrumente, Geige, Bratsche, Cello und Cembalo, in einem zeitgenössischen Kontext zu erforschen, und bei Anna Thorvaldsdóttir ist eben dieser Jahrhunderte übergreifende Gestus zwischen Alt und Neu gewissermaßen grundlegend.

María Huld Markan Sigfúsdóttirs zehnminütiges »Sleeping Pendulum« (für Violine und Elektronik) erinnert ebenfalls an Alte Musik, allerdings in minimalistischer, latent meditativer Form, die in ihrer Ruhe und Motivik eine halb sakrale, halb volkstümliche Stimmung evoziert. Die 1980 Geborene war Gründungsmitglied im Streichquartett Amiina und ist als einzige hier mit zwei Arbeiten vertreten. Und auch ihr etwas lebendigeres »Clockworking« ist von dieser Verbindung aus nordischem Folk und traumhaft-schwebender Minimal Music geprägt.

Ganz anders die übrigen drei Werke, die gewissermaßen von einer radikaleren musikalischen Sprache geprägt sind – und damit vielleicht sogar noch bewegendere und spannendere Ergebnisse bieten. Hildur Gudnadóttir kennt man von ihren hochambitionierten Cello-Soloalben zwischen Avantgarde, Klangkunst und verträumter Pop-Poesie, und ihr »2 Circles« für Violine solo (und die begleitende Stimme der Interpretin) schreibt dies nahtlos fort, in Form einer introspektiv-fragmentarischen Klangforschungskomposition. Wiederum nicht unähnlich, aber in der Durchführung mutiger und auch ei (ijb)



Siehe auch:
Hafdís Bjarnadóttir
Jóhann Jóhannsson
Hildur Guðnadóttir
Múm

María Huld Markan Sigfúsdóttir: Nordic Affect: Clockworking



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