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Alle Rezensionen zu John Ehde
(Genre »Klassik«, Land »Dänemark«)

 

Sonatas & Scenes – Danish Works for Solo Cello
(2011, CDKlassik CDK 1061)

Ein Virtuosenalbum für Cello solo, eine Einführung in einige der spannendsten dänischen Gegenwartskomponisten Dänemarks, ein (Selbst-)Porträt eines mutigen und engagierten Solisten, ein dunkler Trip in den Klangreichtum des Violoncellos... so vielfältig wie die Kompositionen, Stimmungen, Stilformen und die klangliche Vielfalt der Musik, so vielseitig präsentierbar ist dieses Album. Der gebürtig schwedische, seit vielen Jahren in Kopenhagen beheimatete Cellist John Ehde stellte für diese ambitionierte CD »Höhepunkte« seiner bereits über 35 Jahre anhaltenden Beschäftigung mit dänischer Neuer Musik zusammen.

Ein Schwerpunkt liegt auf den Sonaten von Per Nørgård (geb. 1932), Ernst von Siemens Musikpreisträger 2016. Ehde und den dänischen Komponisten verbindet, wie es scheint, eine langjährige Verbundenheit und ein gegenseitiger Respekt. Mit den 1953 und 1980 geschriebenen beiden Teilen von Nørgårds zweiter Cellosonate legt die CD gleich zu Beginn einen eindringlichen Höhepunkt vor, der zumindest kompositorisch von vielleicht keinem der folgenden Werke eingeholt werden kann. Eine Nähe zu Schostakowitschs nachdenklicher Innerlichkeit wohnt diesen beiden Stücken inne, doch wird diese im zweiten Teil, »Solo in Scéna«, immer wieder auch von einem raffinierten musikalischen Humor verdrängt. Hier könnte man Ehdes Interpretation als womöglich etwas zu ernst empfinden, zumal das komplette, einstündige Programm selten Raum für Witz und Leichtigkeit bietet.

Selbst das »Fantasy Piece« (1997) von Tage Nielsen (1929-2002) kommt reichlich nüchtern, geradezu desillusioniert und trist daher, als sei ihm jede fantastische Träumerei längst vergangen. Während sich Nielsen auf Schumann bezieht, ließ sich Kim Helweg (geb. 1956) für seine fünfsätzige, generisch »Movements« betitelte Suite (2009) von Bachs Celllosuiten beeinflussen. Das hört man zwar deutlich heraus, doch Helwegs vorwiegend kurze Sätze schwingen sich immer wieder zu Tänzen auf, besonders rasant etwa in »Allegro con fuocco alla Sissophos«, doch auch hier bleibt die Grundstimmung von großer Ernsthaftigkeit durchzogen. John Ehde präsentiert die stilistische Schrankenlosigkeit der postmodernen Komposition mit Verve und Wendigkeit.

Spannend ist die 1992 entstandene »Figure and Ground Study 1« des 1966 geborenen Karsten Fundal. Zwar ein erst einmal sehr formales und sprunghaftes Werk, gelingt es Ehde, es in jedem Moment emotional greifbar zu interpretieren, so dass die vielgestaltigen Stilelemente und kontrastreichen Spieltechniken über die Länge des einen Satzes eine faszinierend schillernde Einheit ergeben. (ijb)



Siehe auch:
Valen Trio
Acoustic Sense
Acoustic Sense & Glas
Jakob Davidsens Kammerat Orkester

John Ehde: Sonatas & Scenes – Danish Works for Solo Cello

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ehde.dk



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