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Alle Rezensionen zu Ville Matvejeff
(Genre »Klassik«, Land »Finnland«)

 

Ville Matvejeff: 'Ad Astra' & Cello Concerto 'Crossroads' • Jukka Linkola: Piano Concerto No.1 'The Masquerade'
(SACD, 2015, Alba ABCD 364)

Wer sich auf die Suche nach Finnlands interessantesten jungen Komponisten begeben möchte, ist gut bedient, sich an die Aufnahmen und Konzerte des 1975 in Moskau geborenen, seit Jahrzehnten in Finnland lebenden Dirigenten Dima Slobodeniouk zu halten. Für diese Veröffentlichung mit dem Turku Philharmonic Orchestra wählte er zwei plusminus eine Viertelstunde kurze, 2009 entstandene Werke von Ville Matvejeff (*1986), »Ad Astra« und das Cellokonzert mit dem Titel »Crossroads«.

Während ersteres von ganz verschiedenen Bildern und Gedanken um das Motiv der Wiederauferstehung beeinflusst sei, weitgehend neoklassizistische Züge trägt und daher ein wenig den Eindruck eines kompositorischen Talentbeweises macht, lässt sich Matvejeff in »Crossroads«eher von spielerischer Laune leiten. Im Untertitel nannte er sein einsätziges Cellokonzert »Fantasy in a heavy style«, womit ein (wohl beabsichtigter) Bezug zum »Cello Metal« der finnischen Band Apocalyptica hergestellt wird. Auch wenn der junge Komponist mit »Crossroads« einen streckenweise rockigen Stil vorlegt, der viele Hörer der früheren Apocalyptica-Alben sicher auch ansprechen wird, springt Matvejeff auch hier immer wieder in melodisches Material, das der Spätromantik und dem frühen 20. Jahrhundert entlehnt ist. Solist Tuomas Lehto bekommt viel Raum, auch mal den Paganini am Cello zu geben.

Hier lässt sich also ein talentierter junger Komponist der Post-Postmoderne auf der Suche nach dem eigenen Steil begutachten. So ganz gefunden hat er seinen eigenen Weg noch nicht, weshalb das Kernstück der CD, das 2011 entstandene Klavierkonzert Nr. 1 des in diesem Jahr 60 Jahre alt gewordenen Jukka Linkola aus Espoo, mit großer Geste die zwei kürzeren Stücke des jungen Kollegen mit links aus dem Gedächtnis wischen kann. Linkola ist ebenfalls in einer Vielzahl von Stilmitteln versiert und beherrscht die Sprache des großen Orchesters aus dem ff. Immerhin schrieb er bereits 12 Konzerte für Solisten und Orchester sowie eine ganze Menge diverser Werke zwischen Jazz, »Neuer Klassik« und Postmoderne. Sein fast 45 Minuten langes Klavierkonzert trägt den vielsagenden Titel »The Masquerade« und beeindruckt mit fünf Sätzen, die ein farben- und anspielungsreiches Spiel mit musikalischen Maskeraden treiben, von Vaudeville über schwelgerische Nocturne-Bilder bis hin zu Tanz- und Opernbeiklängen. Ein echtes Fest für die Sinne, von Slobodeniouk, dem Turku-Orchester und dem 1974 geborenen Pianisten Henri Sigfridsson mitreißend interpretiert. (ijb)



Siehe auch:
Dima Slobodeniouk / Sebastian Fagerlund
Apocalyptica

Ville Matvejeff: Ville Matvejeff:

Offizielle Website

Offizielle Website      http://matvejeff.com



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