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Alle Rezensionen zu Last Days Of April
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Gooey
(2010, Bad Taste Records/Soulfood BTR 138)

Bloß nicht ins Trudeln geraten. Bloß nicht das fragile Gleichgwicht verlieren, damit diese sanfte Melancholie nicht in echte, ergo schmerzende Traurigkeit kippt. Nein, lieber tagträumend die verpassten Gelegenheiten nochmals wie Herbstlaub aufstieben lassen. Die Dinge mit den Mitteln des samtäugig-euphorischen Gitarrenpop in der Schwebe halten: Das ist die das offen formulierte Ziel, das Chef-Aprilkind Karl Larsson und seine musikalischen Mitleider auf ihrer siebten Veröffentilchung »GOOEY« verfolgen. Das heimliche Ziel von Last Days Of April aber ist es, endlich das Erbe der Jayhawks anzutreten, natürlich in modernem Gewand. Wurde auch Zeit, dass das endlich mal einer ernsthaft versucht.

Der konzeptionelle Schwenk zur bittersüßen Prärienostalgie vollzieht sich bei den Schweden bruchlos. Die Slidegitarre seufzt, das Lagerfeuer knistert. Alles sehr ziseliert arrangiert, so dass das feine Songwriting so selbstverständlich dahergetrabt kommt wie der treue Gaul von Gary Cooper. Mastermind Larsson kann der Versuchung nicht widerstehen, mitunter fiepende Elektronics als Zeichen der Neuzeit unaufdringlich unterzuschieben. Nichts für ungut, passt schon! Bei so viel souveräner Spielfreude sind die Gastsängerauftritte von Ober-Lemonhead Evan Dando und Tegan von Tegan And Sara fast nur noch stolze Fußnoten. Das Herz schwillt auf die allerschönste Weise, wenn uns wie im Song »All The Same« nur die bittere Erkenntnis bleibt, dass alles was wir tun, um die geliebte Person zurückzubringen, vergeblich ist. Egal, wir tun es trotzdem, viel zu lange noch. (emv)



Siehe auch:
Karl Larsson
Pg.lost

 Last Days Of April: Gooey

   

Sea Of Clouds
(2015, Tapete/Indigo)

Laut hurra zu schreien, das ist nicht Karl Larssons Art. Dabei gibt es durchaus etwas zu feiern: 20 Jahre Bandgeschichte mit The Last Days Of April! Zum Jubiläum haben sich die Aprilkinder lieber auf alte Tugenden besonnen. »SEA OF CLOUDS«, das neunte Album der Stockholmer, wurde live an nur zweieinhalb Tagen rein auf analogem Equipment aufgenommen. Und statt spartanisch klingen diese grenzwertmelancholischen Americana-Songs ebenso intim wie gefühlvoll. Und gehen mit ihrer verspielten Form der Traurigkeit mitten ins Herz! Karl Larsson und seine bestens aufgelegten Mitmusiker schauen vom Lagerfeuer gerne mal in Richtung poppigere, grüne Gefilde, wie sich mit dem leichtfüßigen Opener »The Artist« beweisen. Wir sind hier ja schließlich in Schweden!

Ein tupfendes Piano und die Gitarre in all in all ihren unterschiedlichen Facetten: Mal elektrisch, mal akustisch. Und natürlich klingt sie inn der Steel-Variante besonders nach den wogenden Weiten der Prärie. Und obwohl Meister Larsson in Liebesdingen wahrlich kein Glückskind ist, gelingt ihm im sehr feinen »Get You« sogar einen fast schon vergnügtes, beschwingtes Aufarbeiten seines Scheiterns. Mit eine ironischen Glitzern in den Augen! Haben die Last Days Of April der gepflegten Schwermut leise Servus gesagt? Mit der wunderbaren Hymne »Someone For Everyone« ist Karl Larsson ein Song gelungen, den man wie einen Schild gegen die bösen Überraschungen im Beziehungsleben vor sich hertragen möchte! (emv)



Siehe auch:
Karl Larsson

   

If You Lose It
(2004, Bad Taste Records/Soulfood BTR 76)

Überwiegen bei einem Bandnamen wie »Die letzten Apriltage« die sonnigen oder regnerischen Assoziationen? Sowohl als auch, und das ist wohl auch das Konzept dieser Indie-mäßig Gitarren-rockenden Band aus Stockholm. Ihren Songs hört man noch die tapfer zurückgehaltenen Tränen und all die Narben im Herzen an, aber eben auch die Freude auf den Sommer, der Ende April allerdings oft noch verdammt lange auf sich warten lässt.

»IF YOU LOSE IT« ist kein Album der ausladenden Gesten, das glänzen will; es bewegt sich vielmehr geduckt wie ein verdreckter Tramp. Der unspektakuläre Gesang von Karl Larsson und sein wie eine Kreissäge die Riffs raspelndes Gitarrenspiel erinnern vor allem an zwei andere Schwedenrocker, die hier sogar beteiligt waren: Neben Produzenten-Legende und Fireside-Gitarrist Pelle Gunnerfeldt (The Hives, u.v.a.) feilte auch Mathias Oldén von Logh mit am Album. Und Fireside-Drummer Per Nordmark schlug auf einem Track die Snare. Man kennt sich in Schweden ... (lha)



Siehe auch:
Fireside
Logh

   

Angel Youth
(2000, Bad Taste Records BTR-39)

Was wurden nicht schon für Genre-Begriffe erfunden? Chaoscore, Mathrock, Post-Folk oder Sleaze'n'Glam-Metal. Das können wir auch! Und nennen im Handumdrehen das Ganze hier mal Zartrock, um nicht das bereits zur Genüge zertrampelte Wort Emo bemühen zu müssen. Schließlich ist der Bandname kein Zufallsprodukt und impliziert bereits die Waschküche der Gefühle, das lebensweise Auf und Ab.

Aber das verpacken die Schweden in schlüssige Songs, die sich angenehm von ähnlich gelagerten Amerikanern abheben. Es wird gebettelt und gefleht, gegreint und geheult, gelitten und geliebt. Mit harmlosen Schlurfi-Harmonien, berührenden Zeilen und lichten Shoegazer-Avancen. Immer variabel in der Instrumentierung und herrlich subtil. Wie Regentropfen, die von außen an der Scheibe herabrinnen und einem nichts anhaben können. (maw)



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