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Alle Rezensionen zu Rumpistol
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Talk to You
(EP, 2011, Rump Recordings RUMPEP004)

Jens Christiansen hat sein Projekt Rumpistol nach drei Alben weiter verfeinert und zeigt auf dieser knapp halbstündigen EP, vor allem in ihrer ersten Hälfte, eindrucksvoll, wie er aus der Einfachheit weniger Elemente eine wunderbare Eleganz und emotional komplexe Elektronica-Soul-Variante zaubert. Während die ersten beiden Stücke »Talk To You« und »Don’t Go« zarte Minimal-Popsongs mit düsterer Färbung sind, die sowohl im Rhythmus als auch im Klangbild immer wieder mit stilvollen Brüchen arbeiten, ist »We’re not gonna make it« eine schön feingliedrige Drum&Bass-Variation mit Soul-Einschlag. Christiansen hat für seine Musik den Begriff »Broken Soul« ins Spiel gebracht, und man darf sehr gespannt sein, was er aus dieser ebenso passenden wie aufgrund der Komplexität doch auch beschränkenden Genrezuordnung mit kommenden Veröffentlichungen noch herausholen wird.

Trotz der durchweg synthetischen Klänge und der auf knappe Phrasen reduzierten Gesangsbausteine, die Rumpistol als Cut-Up-Fragmente einsetzt und auch klanglich digital stark bearbeitet, strahlt die »Talk To You EP« eine Wärme aus, die man sich gerne ins Wohnzimmer holt. Denn als Clubmusik wäre diese feine Scheibe eher fehl am Platz, vom abschließenden, ebenfalls sehr gelungenen, rhythmuslastigen System-Remix des Titelsongs abgesehen. Vielmehr erinnert sie an Interpreten und aktuelle Tendenzen der internationalen Dubstep-meets-Songwriting-Ecke, ohne dass hier durch ausgesprochene Vergleiche mit bekannteren Namen falsche (und wenig förderliche) Erwartungshaltungen geweckt werden sollen. Anzumerken ist vielleicht noch, dass »Rum« das dänische Wort für Raum ist und hier nicht mit Alkohol in Verbindung gebracht werden sollte. (ijb)

 Rumpistol: Talk to You

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.rumpistol.com

   

Dynamo
(2008, Rump Recordings 5709498206882)

Kopenhagen ist eine ziemlich perfekte Stadt. Nicht zu groß, nicht zu klein. Die kulturelle Vielfalt ist erschlagend, Stil und Geschmack zeigen sich nicht nur in der Architektur, sondern auch im Leben des Alltäglichen. Eine gute Basis also für Elektro-Künstler, die Motivik dieser Stadt einzufangen und mit digitalen Clicks und Cuts auf die Festplatten zu bannen.

Rumpistols Tracks lauern dabei im Dämmerzustand zwischen Tag und Nacht. Die unruhigen Beats, die Vielfältigkeit in den verfremdeten Samples und gegenständlichen Verformungen sind spannend und wirken dabei ebenso vertraut wie entrückt. Der harmoniesüchtelnde Grundton hat Weite und Weitblick im Blut und vereint die Melange aus digitalen Produkten und analogen Einsprengseln. (maw)

   

Mere Rum
(2005, Rump Recordings RUMPCD004)

Rumpistol, die zweite. Und diesmal ist Jens Berents Christiansen einen guten Schritt weitergekommen. Zwar wurzelt sein musikalisches Wesen immer noch fest in der heimischen ElektroDubBeat-Welt, die sich wiederum auf verschrobene und gefrickelte Kontinente aufteilt. Doch sind diesmal spürbare Ansätze hin zu einer mehr geschlossenen Songstruktur zu erkennen. Dazu hat er den Klangraum einerseits enger gezogen, doch andererseits erprobt er recht umsichtig kleine, feinsinnige Reggaeadaptionen und untersucht sie auf ihren Wahrheitsgehalt.

Zudem setzt er verstärkt auf traditionelle Instrumente wie das Glockenspiel, die Melodica und die Kalimba, die er durch seine diversen Maschinchen jagt und somit die sonst so reine elektrische Welt mit ungewohnten Naturalien anreichert. Dabei wird er keinesfalls in Ausdruck und Umsetzung gefällig, sondern er behält sein sperriges Potential bei, und bis er in der Sphäre des leichtgläubigen Elektropops ankommen könnte, dürften bei seinem Tempo noch Lichtjahre vergehen. Und das ist ja mehr als gut so. (frk)

   

Rumpistol
(2003, Rump Recordings/VME Rumpcd 001)

Rumpistol – so nennt sich ein weiteres ambitioniertes Projekt der dänischen Elektro-Dubszene, hinter dem sich ein einzelner Musiker verbirgt: Jens Berents Christiansen. Und der heckt adrette kleine Soundtüftlereien aus, um diese in einem treibenden Klangfluss aufgehen zu lassen.

Dabei beweist Christiansen, der Musiker wie Peter Kruder, Mouse on Mars oder das Gotan Project als Vorbilder nennt, durchaus Humor, wenn er immer wieder Popstandards zitiert, sie sachte in die Länge zieht, zerhackt, sich erneut vornimmt und ad absurdum führt, während ein scheinbar gefälliger Rhythmus uns abzulenken versucht. Ein starker, mit akustischen Reminisenzen spielender Remix seines ohnehin schon starken Titels »Sdr, Fasanenvej kl. ca. 22.00« durch den dänischen DJ Pondul schließt das innovative Album ab. (frk)



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