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Alle Rezensionen zu Kashmir
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

Zitilites
(2003, Columbia/Sony Music COL 506232.2)

Viel Begeisterung schlug dem ersten Album von Kashmir entgegen, und nun sitzt man da und versucht dieses wiederzuerkennen. Dabei ist Kashmir zuerst einmal eine recht schlicht anmutende Band, die sich weitgehend in den Dienst ihres für alle Songs und alle Texte verantwortlich zeichnenden Sängers Kasper Eistrup stellt. Und so hört man zunächst einmal über die Songs hinweg, während man aus dem Fenster schaut, Tee kocht oder Schuhe putzt.

Doch irgendetwas bleibt hängen. Ein gelungener Start, ein paar gute Riffs, die dezente, aber passende Orgel am Ende von »Surfing The Warm Industry«. Auf schlichten Rock folgen schlichte Balladen, und vieles kommt einem bekannt vor. Doch so konzentriert und auf den Punkt gebracht hat man länger keinen Rock gehört. Und man merkt, wie von mal zu mal die gern gehörten Songs mehr und mehr werden und wie man sie öfter und öfter hört. Wie machen die das nur? (frk)


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 Kashmir: Zitilites

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kashmir.dk

   

Trespassers
(2010, RCA/Sony 88697629822)

Kashmir sind erwachsene, ernsthafte Herzensbrecher. Reflektierte Epiker. Deckengemäldegroße Analytiker balladenstoffiger Emotionen. Auf ihrem sechsten Album »TRESPASSERS« knüpfen die vier Dänen an die große Geste ihres 2003er Werkes »ZITILITES« an. Der Schlüssel zum Werkverständnis liegt in in einer Haltung der selbstbewussten Verzweiflung und der eleganten Intellektualität, die Kashmir sehr bewusst pflegen.

Elektronische Klangspielereien, Vocoder-Verzerrungen, schmerzhaft auftrumpfende Gitarren und ausufernde Orgelsymphonieklänge. Mit geradezu klinischer Kälte herausgearbeitet, co-produziert übrigens von Andy Wallace, der mit Nirvana und Jeff Buckley gearbeitet hat, zum Teil aufgenommen in den New Yorker Electric Lady Studios. Kashmir und ihr kreativer Kopf und Sänger Kasper Eistrup schaffen mit Songs wie »Mantaray oder »Time Has Deserted Us« unterkühlt brennende Indierockhymnen, die bleiben. Deren einziger Makel es ist, dass sie von so perfekter Schönheit sind wie die schimmernden Eiskristalle im Palast von Hans Christian Andersens Schneekönigin. Wärmen kann man sich daran nicht. Aber ergriffen staunen. (emv)

   

No Balance Palace
(2005, Columbia/Sony Music 82876727672)

Das »Gepflegt den Kopf hängen lassen«, das »Verzweifelt gegen die kleinen Ungerechtigkeiten der Welt ankämpfen« hat das Kopenhagener Quartett mit ihrem überaus erfolgreichen letzten Longplayer perfekt kultiviert.

Kompakt verschnürt und in dunstblaue Atmosphäre gehüllt knüpfen die elf neuen, etwas gradlinigeren Songs genau dort an: kleine Oden an die Melancholie, kleine Gitarrenschrammeleien voller Gefühlsstürme und subtilen Windungen. Nur für ein paar gebrochene Melodien mehr hat es dieses Mal leider nicht gereicht. Dafür aber wartet »NO BALANCE PALACE« mit etwas weniger Theatralik und Gaststars wie Lou Reed und David Bowie auf. (maw)

   

The Good Life
(1999, Epic/Sony Music 492.677.2)

»THE GOOD LIFE« war Kashmirs großer Abräumer in Dänemark mit sechs Grammys ab – spätestens jetzt hatte das Trio in seinem Heimatland Kultstatus erreicht. Der bis dahin am aufwändigsten produzierte Longplayer der Band rückte das Keyboard stärker in den Vordergrund. Und überhaupt klingt die Platte deutlich ruhiger und poetischer als das rauhe und ungehobelte Debüt »TRAVELOGUE« oder das aberwitzige und Kapriolen schlagende »CRUZENTIAL«.

Kashmir hat mit dieser CD den Beweis angetreten, dass sie sich mit jedem Longplayer neu erfinden können. Zugleich deutet sich aber auch an, dass die ständige Weiterentwicklung Kräfte gekostet hat. Es dauerte fast vier Jahre bis zum Nachfolger »ZITIILITES«, der dann auch zum ersten Mal keinen stilistischen Bruch zu den Vorgängern darstellen sollte. (hew)

   

Cruzential
(1996, Start/Sony Music STR 4874259)

Nach dem bodenständigen, grungigen Debüt mit »TRAVELOGUE« gelang Kashmir mit »CRUZENTIAL« ein wahrer Geniestreich. Mit einer schnellen, abwechslungsreichen und ganz und gar aberwitzigen Musik trennt sich die Band hier vom etwas tumb wirkenden, in eine Sackgasse führenden Grunge-Mainstream. Kasper Eistrup wimmert, singt, schreit sich durch die Tracklist, immer bereit, ruhige, melodische Passagen in aberwitzigen Ausbrüchen münden zu lassen.

»CRUZENTIAL« bietet keine Musik für den lauen Sommerabend. Wir befinden uns hier in den Jahren, bevor Kashmir die ruhigen, melodiösen Keyboard-Arrangements entdeckt hat. Der Longplayer strotzt vor Energie und Ideenreichtum, überrascht auch noch beim zehnten Hören und sollte gerade wegen seines andersartigen Charakters in keiner Kashmir-Sammlung fehlen. (hew)



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