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Alle Rezensionen zu B/B/S/
(Genre »Avantgarde«, Land »Grenzgänger«)

 

Brick Mask
(2013, Miasma/Morr Music / Anost MIACD022/MIALP022)

Aus der Idee, etwas Neues zu probieren, heraus fanden sich drei musikalisch sehr unterschiedliche, künstlerisch indes auf einer Wellenlänge liegende junge Männer 2012 in Berlin zusammen und starteten ein Trio, für das ihnen zuerst ein Name fehlte, bis sie schlicht die drei Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen aneinanderreihten: Der Kanadier Aidan Baker, der Italiener Andrea Belfi und der Norweger Erik K. Skodvin, auch bekannt unter dem Pseudonym Svarte Greiner und als eine Hälfte des Duos Deaf Center. Ganz so jung sind die drei, in den 1970ern geboren, jedoch auch nicht mehr, und jeder für sich hat sich in der internationalen Experimentalmusikszene längst einen Namen gemacht, Belfi mit diversen Schlaginstrumenten und Elektronik, die anderen beiden als Gitarristen und Multiinstrumentalisten mit diversen klangskulpturalen Projekten, Baker u.a. mit seinem Drone-Doom-Duo Nadja. Hier trafen sich also drei echte Künstler.

Ihr Debüt »BRICK MASK«, das via Skodvins Label Miasmah auf LP und CD erhältlich ist, entstand, vermutlich recht spontan, an einem Tag im April 2012 und bildet eine faszinierende Schnittstelle zwischen improvisiertem, rhythmischem »Doom« (wobei man fairerweise sagen muss, dass Freunde apokalyptischen Lärms der Marke Sunn 0))) mit der CD von B/B/S/ wohl eher wenig auf ihre Kosten kommen dürften), »Dark Ambient« und subtil elektronischem Postrock. Vorwiegend klingen die vier Stücke, über die das rund 40 Minuten lange Album erzählt, freilich sehr stimmungsvoll analog; elektronische Elemente wurden nur marginal für Klangvolumen und -reichtum eigefügt. »BRICK MASK« lässt sich als beispielhaftes Album für die so charakteristisch sehr internationale Kreativszene im Berlin der 2010er Jahre einordnen, in Stil, Genre und Heimat der Beteiligten nahezu befreit von allen Beschränkungen. Dieses Berlin-spezifische kommt nebenbei bemerkt auch im Kleingedruckten zum Ausdruck: aufgenommen in Weißensee, gemischt in Neukölln [amüsanterweise als »Neükolln« angegeben], gemastert (von Nils Frahm) in Wedding und designt in Prenzlauer Berg, wo auch der Vertrieb Morr Music seine Büroräume hat. Musik zum LAUT hören! (ijb)



Siehe auch:
Erik K. Skodvin
Svarte Greiner

 B/B/S/: Brick Mask

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.miasmah.com/eks

   

Coltre/Manto
(LP, 2013, Midira Records/Bandcamp MD 012)

Ihr zweites Album nahmen B/B/S/ tatsächlich bereits vor der Veröffentlichung des Debüts auf; es ist gewissermaßen ein Livealbum, das ihr Konzert in der Christuskirche in Bochum im Januar 2013 dokumentiert. Die Platte, nach den beiden, jeweils knapp 20 Minuten langen Titeln der LP-Seiten »Coltre/Manto« benannt, erschien in einer auf 250 Stück limitierten Vinyledition beim Experimental-Label Mdira.

Die beiden epischen Stücke, die man natürlich nicht zangsläufig als A- und B-Seite begreifen und in dieser Reihenfolge hören muss, führen die dunkel-ambienten Elemente von »Brick Mask« weiter, wobei »Coltre« deutlich ruhiger auftritt, quasi die experimentelleren Anteile betont, indem deutlich flirrende Elektronik und verhallende Tribal Drums zum Einsatz kommen. Das kraftvollere »Manto« hingegen wird schnell noise-rockig mit röhrenden Gitarren und ein bisschen »krautig« durch Belfis unablässig treibendes Schlagzeug, verändert sich in seiner zweiten Hälfte hin zum hypnotischen Drone-Opus. Eine würdige Fortsetzung des starken Debütalbums. (ijb)



Siehe auch:
Havnes.Järymr.Serries

Audio-Link



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