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Alle Rezensionen zu Mirja Klippel
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Lift Your Lion
(2016, Eigenverlag MK 1)

Gäbe es bei NORDISCHE MUSIK eine Rubrik wie beim amerikanischen Jazz-Magazin »Downbeat« namens (oder inhaltlich vergleichbar) »Talents Deserving Wider Recognition«, dann stünde Mirja Klippel dort ganz oben – wobei sie ja auch in Deutschland nicht völlig unbekannt ist: Mit dem eher experimentellen Folk-»Duo Kämmi« war sie hierzulande auf Tournee für die Deutsch-Finnische Gesellschaft. Schon dieses Duo hat ganz außerordentliche Musik gemacht, wenn auch in völlig anderem musikalischen Kontext. Ziemlich ungewöhnlich auch, dass sie auf das Cover eine Zeichnung setzt, wie sie in 40 Jahren aussehen könnte – Mirja Klippel ist Jahrgang 1987.

Mirja Klippel konzentriert sich auf »LIFT YOUR LION« auf ihr Talent als Songwriterin – und das ist beachtlich. Es braucht mehrfaches Hören, ihre Songs kommen nicht gerade als Ohrwürmer daher. Aber das lohnt sich: Ihre Lieder sind einfach, wo Einfachheit hilft und raffiniert, wo Raffinesse den entscheidenden Kick gibt – das ist mit Joni Mitchell vergleichbar. Mirja Klippel begleitet sich mit Finger Picking auf der spanischen Gitarre. Selten nur spielt sie ganze Akkorde, sie bricht diese auf. Das harmoniert wunderbar mit der elektrischen Gitarre von Alex Jønsson: Er, eigentlich im Jazz zuhause, schmückt mit kleinen Linien und stehenden Tönen die Songs und macht sie zu wahren Juwelen. Ein ganz feines Debüt! (tjk)



Siehe auch:
Duo Kämmi
Alex Jønsson

Mirja Klippel: Lift Your Lion

Offizielle Website

Offizielle Website      http://mirja.klippel.fi

   

River Of Silver
(2018, Stargazer Records/Broken Silence)

Nähe zulassen. Körperliche Nähe und emotionale Nähe. Das ist in heutiger Zeit, in der Liebesbeziehungen bitteschön perfekt in Instagram-Ästhetik in Szene gesetzt werden müssen, ein mit Angst behaftetes Thema. Was kaum einer jemals offen zugeben würde. Mirja Klippel, die finnische Singer-Songwriterin mit Wohnsitz in Kopenhagen, allerdings schon. Denn viele ihrer poetischen Texte auf dem Debütalbum »RIVER OF SILVER« kreisen um das Sich-Öffnen und Sich-Verletzbarmachen. Der erste Longplayer Klippels ist bewusst auf Gitarre und Stimme reduziert, unterstützt von ihrem musikalischen Partner Alex Jønsson. Dessen Falsettstimme feine Akzente setzt. Zusätzliche Instrumente tauchen nur vereinzelt auf: Wie eine alte Waldzither und ein Mandocello. Die bestens in diese ruhig Atmosphäre voller stiller Geheimnisse passen.

Eine harmlose Klampferin ist Mirja Klippel mit Sicherheit nicht. In ihren Texten zerbricht sie Spiegel, spießt lebende Schmetterlinge auf Nadeln und füllt Gläser mit Blut. Oder betätigt sich als hellsichtige Kassandra und sieht die Welt in »Low Tide« in Wassermassen verschwinden.
Silber ist übrigens ein Element, das für Klippel Klarheit, Transparenz und Hellsichtigkeit symbolisiert. Gleichwohl lernen wir hier, flüchtigen Gefühlen intensiv nachzuspüren. Gelassen, nuanciert und tiefgründig: Mirja Klippels Stimme beherrscht die Zwischentöne! Ebenso wie Joni Mitchell oder Margo Timmins von den Cowboy Junkies. Unbedingt ein Album zum Immer-Wieder-Hören! (emv)

Video-Link



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