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Alle Rezensionen zu Paatos
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Kallocain
(2004, Inside Out/SPV 085-60762)

Obwohl das Quintett mit unsymmetrischen Metren und orchestralen Passagen noch immer gelegentlich an Progrocker wie Yes und Genesis erinnert, gerieten die Songs auf dem zweiten Album straffer und zielgerichteter. Die Virtuosität steht nicht mehr dominant im Vordergrund – besonders dem Gitarristen Peter Nylander, der den auf »TIMELOSS« tätigen Reine Fiske ersetzt, sind trotz seines Könnens als studierter Jazzer die Klangfarben weit wichtiger als Soli.

Alles klingt somit ein wenig langsamer, surrealer, verträumter und letztlich auch moderner als auf dem Vorgänger-Album – so, als träfen sich Björk und Portishead mit einer 4AD-Künstlerin wie Kristin Hersh zum Stelldichein. Steven Wilson von Porcupine Tree, verantwortlich für den Mix, mag seine Spuren hinterlassen haben. Auffällig bleibt in jedem Fall Paatos' verstärktes Interesse an Melodien, und das zahlt sich bekanntlich immer aus. (peb)



Siehe auch:
Landberk
Jeanette Lindström
Puckspony
Elephant9 with Reine Fiske


Zum Artikel über Paatos

 Paatos: Kallocain

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.paatos.com

   

Breathing
(2011, GlassVille Records)

Und es tut nicht mehr weh. Es tut nicht mehr weh. Paatos haben sich fünf Jahre Zeit gelassen für die Veröffentlichung von »BREATHING« und sich dabei für den sicheren Weg entschieden: Bloß nicht anecken! Die Schweden um Sängerin Petronella Nettermalm bewegen sich zwar weiterhin in psychedelischen Gegenwelten. Aber kultivieren dabei eine Pop-Sensibilität, die eher der beschaulichen Seelenschau huldigt als experimentellen Zuständen. Das ist leicht goutierbar und angenehm melancholisch, bleibt aber immer wohltemporiert. Die pathetischen Gefühlswallungen, die Paatos in den Anfangszeiten ausgezeichnet hat, verkommen auf diese Weise zu Langatmigkeit. Die Schweden erstarren in balladigen Tracks wie »Gone« in ihrer eigenen Version von Klassik.

Auf »No More Rollercoaster« kommt die unvermeidliche Verneigung vor Übermutti Björk. Zwischendurch kommen gar Chanson-Gefühle auf oder wagt man sich weit in die überfischten Gewässer des Befindlichkeits-Pop vor. Stete Abwechslung zwischen laut und leise wirktauf mitunter einschläfernd. Paatos machen inzwischen Feierabend-Musik für gestresstes Bürovolk. Das tut nicht mehr weh. (emv)

   

Silence Of Another Kind
(2006, Inside Out/SPV 48962)

Zwei Dinge ließen die Musik der Prog-Rocker etwas einfacher – kompositorisch wie produktionstechnisch – werden: Zum einen haben sie sich (wohl bedingt durch die gemeinsame 2004er-Tour mit The Gathering?) ihren holländischen, stilistisch ganz ähnlich agierenden Kollegen noch stärker angenähert. Zum anderen lässt der von der Decke baumelnde Mann in Verbindung mit dem CD-Titel und Petronella Nettermalms folgender Aussage einige Schicksalsschläge vermuten: »Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn man einen nahestehenden Menschen verliert und nicht weiß, ob ohrenbetäubender Lärm im Schädel tobt oder lähmende Stille herrscht.«

Einfachere Songs heißt aber nicht unbedingt überzeugender oder gar spannender. Im Falle von »SILENCE OF ANOTHER KIND« bleiben wirklich atmosphärische Songs leider die Ausnahme; die meisten Tracks plätschern ohne Höhepunkte dahin, Tristesse mit Langweile verwechselnd. (peb)

   

Timeloss
(2002, Stockholm/Universal 066.147-2)

Ein Fender Rhodes nuschelt gemütlich, dazu verströmen Congas und zischelnde Becken südafrikanisches Jazzflair. Dann ein abrupter Break, und Paatos toben mit klebrigem Mellotron, wirbelnden Drums und einer hymnischen Gitarre durch kunstvollen Art-Progrock. In der traumwandlerischen Welt von »Hypnotique« reichen sich dann die Björk-haft geflüsterte Stimme Petronella Nettermalms und die an John Scofields Brillanz erinnernde Gitarre die Hand.

Das 12minütige »Quits« schließlich lässt nach einem straffen Pop-Intro und Drum'n'Bass-Flirts den Seventies-(Free-)Jazzrock hochleben, unterstützt von Gästen an Sax, Trompete und Posaune. Den Text für »Téa« – der gemeinsamen Tochter von Petronella und Huxflux gewidmet und der einzige schwedische auf dieser CD – schrieb übrigens Turid Lundquist. (peb)



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