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Alle Rezensionen zu Teitur
(Genre »Pop«, Land »Färöer«)

 

The Singer
(2008, Edel 0187622ERE)

Bei seinem dritten Album hat sich der bekannteste Popsänger der Färöer Inseln noch mehr zurückgenommen: »THE SINGER« klingt noch reduzierter, nachdenklicher und – bis auf wenige Ausnahmen – in sich gekehrter. Die über einen Zeitraum von sieben Jahren entstandenen Lieder zeigen Teitur nicht nur wie ehedem als Sänger mit wackliger Charakterstimme und höchst aufmerksamen Geschichtenerzähler, sondern mehr als bisher als Meister der wenigen Töne, der mit ein paar hingeworfenen Tönen von Piano, Bass-Klarinette oder Marimba die wunderschönsten Songs zustande bringt.

»The Legendary Afterparty« zum Beispiel handelt davon, wie Teitur Lassen in einem modrigen Hotelflur in Austin zusammen mit dem mittlerweile an Krebs gestorbenen Chris Whitley Bier trank: »You're still my hero, if I ever had one«. Oder »Guilt By Association«, eine vielleicht typische Färöer-Geschichte: Zwei Männer ballern im Nebel auf einen Hund, erschießen jedoch den Besitzer, der seinen Hund ausführen will. Passend dazu entstand das Album während des Winters im Anwesen einer schwedischen Prinzessin auf Gotland. Man vermeint die Abgeschiedenheit, die ganz eigene Stimmung des Aufnahmeortes zu spüren in der in sich selbst ruhenden Musik – die dann aber auch wieder unvermittelt umschwenken kann zur Vaudeville-Fröhlichkeit eines Musicals. Die Pappfigur auf der Puppen-Bühne des CD-Covers: Ist das Teitur selbst? Viel Stoff zum Nachdenken. (peb)


Zum Artikel über Teitur

 Teitur: The Singer

Offizielle Website

Offizielle Website      www.teitur.com

   

A night at the Opera
(CD+DVD, 2010, earmusic 0204742ERE)

Man kann sich natürlich auch einfach von Teiturs Stimme allein verzaubern lassen – diesem seltsam hohen, immer leicht zerbrechlich klingenden Organ, das sich sanft durch sanfte Songs streichelt. Den Sänger die Songs seines letzten Albums »THE SINGER« aber auf der Bühne präsentieren zu sehen, noch dazu auf dieser Bühne, das gibt dem stets selbstironisch angehauchten Pathos der Songs noch mal eine ganz andere Tiefe. Die Bühne ist nämlich die der Oper von Kopenhagen. Die Musiker sind nicht nur die Band, sondern dazu noch ein Background-Chor und ein Streichensemble. Und das Album dieses Live-Auftritts in rotem Samt vor Logen und Parkettplätzen wird im schicken Digipack begleitet von einer DVD mit Bildern vom Konzert.

Der Film beschränkt sich aufs Wesentliche. Zum Intro von »The Ship« gibt’s ein paar Stimmungsbilder von ankommenden Zuschauern, Teitur bei der letzten Zigarette hinter der Bühne. Der Rest: Mitschnitt vom Konzert. Sonst nichts, keine Bonus-Features, keine Interviews, keine Kommentare. Gott sei Dank. Denn nur so fängt die DVD tatsächlich die ebenso intime wie gefühlsgeladene Performance dieses wunderbaren, blassen Hutträgers mit der Träne im Knopfloch ein. Seine großen Gesten und kleinen Eitelkeiten, seine Konzentration beim Singen, die ganze wuchtige Schlichtheit seiner Songs, die hier in schönen Arrangements mit akustischem Orchester-Samt ausgekleidet werden. Macht Lust, den Färinger auch mal live zu sehen. Am besten in einer so schmucken Oper wie der Kopenhagenschen. (sep)

   

Stay Under The Stars
(2006, Arlo & Betty Recordings/Edel 0174372ERE)

Manche Alben entwickeln sich zu unverzichtbaren Begleitern. Sind sie nicht greifbar, dann fehlt etwas. »STAY UNDER THE STARS« ist eine dieser raren Platten. Teitur überzeugt beim Zweitling als eigenständiger, vielseitiger und selbstironiefähiger Musiker. Sollte es mit rechten Dingen zugehen, wird er den Geheimtipp-Status bald hinter sich lassen. Wie schafft er das? Mit Ehrlichkeit, mit Persönlichkeit, mit unbedingter Hingabe und souveränem Songwriting-Qualitäten. Und viel Wärme und Zärtlichkeit,

Das lakonisch-trotzige »All My Mistakes« ist einer der wunderbarsten Songs des Jahres und »You Get Me« ein eine fragil-poetische Liebeserklärung. Unbestrittener Höhepunkt aber ist das verlangsamte, todtraurige Cover des Klassikers »Great Balls Of Fire«. Diese Schönheit geht an die Schmerzgrenze. (emv)

   

Poetry & Aeroplanes
(2004, Universal B0000378-02)

Teitur Larsen ist viel unterwegs gewesen, seit er mit siebzehn Jahren sein Geburtsland verließ: die Färöer Inseln. Es zog ihn nach Dänemark, nach Frankreich und England und immer wieder in die Staaten, wo er heute die meiste Zeit lebt – auch wenn er immer wieder auf die Färöer zurückkehrt und ausdrücklich hier seine musikalischen Wurzeln verortet.

In seiner ersten Band entzog man ihm den Posten des Lead-Gitarristen und verbannte ihn an die akustische Gitarre. Zum Glück: Denn so entdeckte Teitur sein Talent als filigraner wie empfindsamer Songwriter. Manchmal erinnern seine Songs wie auch sein Gesang stark an Sting, dann wieder an Paul Simon – was ja nicht weit voneinander entfernt ist. Und was keineswegs von Nachteil ist, wenn man die Platte öfter hört und sich bald beim Mitsingen der Liedzeilen ertappt. Einen der schönsten Songs (»Josephine«) unter vielen gelungenen steuerte die Dänin Annette Bjergfeldt bei. (frk)



Siehe auch:
Annette Bjergfeldt



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