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Alle Rezensionen zu Sunna Gunnlaugs
(Genre »Jazz«, Land »Island«)

 

Cielito Lindo
(2015, Sunny Sky 733)

Und Sunna Gunnlaugs macht einfach weiter, unermüdlich tourt die Pianistin durch die Länder und spielt in regelmäßigen Abständen ein neues Album ein, nun bereits das dritte im Trio mit Þorgrímur Jónsson und 
Scott McLemore. Keine Überraschung: »CIELITO LINDO« schreibt mühelos die hervorragende Qualität der beiden Vorgänger fort, mit etwas zupackenderen Tempowechseln und im Detail mehr stilistischen Assoziationen als zuletzt vor zwei Jahren das ein wenig ruhigere »DISTILLED«. Unter den isländischen Jazztrios gehört das Trio zweifelsfrei zur Top-Riege, und unter den europäischen wäre es nun aber wirklich mal an der Zeit, dass den dreien, zum Beispiel via ECM oder ACT eine größere Aufmerksamkeit zuteil würde. Herr Eicher, Herr Loch, hören Sie und streiten Sie um diese Band!

Was Sunna Gunnlaugs und ihre beiden Mitspieler über gut eine Stunde hier mit elf eigenen Stücken, kurzen und langen, mit einem mexikanischen Volkslied, einem Gassenhauer von George Gershwin (»Summertime«, ausgerechnet!) und einer exzellenten Interpretation von Tom Waits' »Johnsburg, Illinois« anstellen, mit welcher souveränen Eleganz und Poesie, das verdient ein größeres Publikum, auch international. Hier spielt ein zusammengewachsenes Trio zeitlosen Jazz mit emotionaler Dichte und Präsenz. Wer zuhört, wird ein wenig glücklicher. (ijb)



Siehe auch:
Sunna Gunnlaugs Quartet
Scott McLemore
Angelika Niescier, Hilmar Jensson & Scott McLemore
Jónsson & More

Sunna Gunnlaugs: Cielito Lindo

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sunnagunnlaugs.com

   

Distilled
(2013, Sunny Sky 730)

Nach dem großen Erfolg von »Long Pair Bond« war es nur konsequent, dass Sunna Gunnlaugs, Ehemann/Drummer Scott McLemore und Bassist ƥorgrímur Jónsson eine adäquate Fortsetzung folgen lassen würden. Und die ist in Form von »DISTILLED« so überzeugend geworden, dass die beiden Alben wie Yin und Yang zusammen gehören, sich tatsächlich gegenseitig zu einer bestechenden Doppel-CD ergänzen, worauf bereits die äußere Gestaltung unmissverständlich hinweist.

Alles Lob für den Vorgänger kann rückhaltlos ebenso auf »DISTILLED« übertragen werden: Das ausgereifte, traumhaft sichere Zusammenspiel, das den anderen Freiheiten und jedem der drei Musiker eine ebenbürtige Rolle schenkt; der verfeinerte, nationale Stile ignorierende Brückenschlag zwischen »klassischem« Modern Jazz der New Yorker Tradition (Hancock, Evans, Jarrett) und sublimen skandinavischen Färbungen; die faszinierende Emotionalität, die aus der Einfachheit und Klarheit der persönlichen Kompositionen im vorwiegend mittleren Tempo wächst... Ein weiteres makellos fesselndes Album, full of joy and wonder. (ijb)

Video-Link

   

Long Pair Bond
(2011, Sunny Sky 728)

Wer Sunna Gunnlaugs kennt, der weiß, dass ihr weitaus mehr am traditionellen, melodiestarkem Jazz der »alten Schule« der US-amerikanischen Sixties liegt als am europäischen Neutönen oder atmospärischen Klangmalen. Ihr siebtes Album, seit langer Zeit mal wieder im Trio, legt davon bestens Zeugnis ab. So klar und einfach scheint diese leicht und auf den ersten Eindruck kantenlos gespielte neue Kollektion persönlicher Stücke daherzukommen, dass man die superbe Klasse der drei Musiker schnell übersehen oder unterschätzen kann.

Wenn »LONG PAIR BOND« anfangs auch einen glatten, harmlosen Eindruck hinterlässt, beeindruckt doch die sensible Raffinesse dieses Trios. Bei aller subtilen Vielseitigkeit kommen die zehn Stücke aus einem Guss daher, ob nun Gunnlaugs' eigene Kompositionen, die drei persönlichen Beiträge von Ehemann und Schlagzeuger Scott McLemore, das bewegende Highlight »Fyrir Brynhildi«, das Bassist Þorgrímur »Toggi« Jónsson zur Geburt seiner Tochter schrieb, sowie nicht zuletzt die beiden Songs von Ben Harper und Rufus Wainwright, kaum als fremde Werke erkennbar eingegliedert, so sehr machen sich Gunnlaugs und ihre beiden Mitstreiter sie zu eigen. Alle Stücke pegeln sich im langsamen und (fast) mittleren Tempo ein, was zu einer Art gemütlichen Feierabendstimmung passt, gleichermaßen zum Entspannen wie zum aufmerksamen Eintauchen einladend. Diese unaufdringliche, introspektive und nicht wenig verträumte CD offenbart sich nicht sofort, doch sie wird sich bald zu einem guten Freund entwickeln. Und womöglich zu einem Klassiker des Jahres 2012. (ijb)

   

Fagra Veröld
(2002, Sunny Sky 721)

Mal ehrlich Freunde – manchmal geht einem dieser nordische Folkjazz á la Gabarek, Seglem & Co. schon gehörig auf den Senkel. Immer diese Anleihen bei althergebrachten Traditionals und dazu diese Verbeugungen vor den angeblichen Segnungen der Provinz, die sich da in Tönen äußern. Da möchte man statt dessen mal wieder urbanen Jazz hören; weltlich, abstrakt, rüde und nächtlich. Und so greife man beherzt zu den Werken der Pianistin Sunna Gunnlaugs, die einst im isländischen Radio eine Sendung mit dem Titel »Jazz Gallery New York« hatte.

Damit ist über ihre musikalischen Vorbilder wie Maßstäbe bereits einiges gesagt. Dennoch muss man im vorliegenden Fall auf Lokalkolorit und ein gewisses Sentiment nicht verzichten: Die Sängerin Kristjana Stefánsdóttir begleitet die Pianistin auf isländisch, und das gibt dieser sehr konsequent-expressiven Produktion denn doch einen entschiedenen Anstrich des Nordischen. (frk)



Siehe auch:
Jan Garbarek
Karl Seglem

   

Mindful
(2000, Sunny Sky 720)

Von Island in die USA ist es nur ein Katzensprung; entsprechend rege ist auch der kulturelle Austausch. Und so pendelt Sunna Gunnlaugs seit zehn Jahren zwischen beiden Sphären hin und her, dazu mittels Stipendien beider Staaten gefördert – auch wenn sie ihren Hauptwohnsitz mittlerweile in Brooklyn, New York hat.

»MINDFUL« ist dabei ein Zeugnis, wie tief sie der amerikanische Jazz zwischenzeitlich geprägt hat. Was sich auch in der Wahl und damit im Spiel ihrer Begleitmusiker ausdrückt: Tony Malby am Saxophon, Drew Gress am Bass und ihr Mann Scott McLemore an den Drums – die drei sind grad die richtigen, um sie aus der Enge des rein isländischen Jazz mit seinen verpflichtenden Folkanleihen zu befreien. (frk)



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