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Alle Rezensionen zu John Alexander Ericson
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Savannah Songs
(2004, Warsaw Recordings/Broken Silence WR001)

Und noch ein Schwede in Berlin: Der in Uppsala geborene Songpoet braucht anscheinend diese Berliner Mischung aus Morbidität und Aufbruch, aus versteckter Hinterhof-Romantik und offener Brutalität, um sich solch wunderbar reduzierte Liebeslieder aus dem Herzen zu schneiden. »Sweet lover, where do you go from here? These roads must lead somewhere ... Drive slowly through my hometown ... Years fading, a pale river moon«, singt Ericson anrührend mit gebrochener Stimme und öffnet damit eine Pandorabox verschütteter Emotionen.

»SAVANNAH SONGS« wurde in ein paar Tagen in Schweden live und ohne Firlefanz aufgenommen: Neun Lieder, eine Gitarre, gelegentlich ein verbeultes Streicher-Keyboard und Ericsons Stimme, die sich mal mit Sängerin Lisa Veit und mal mit der elektrischen Gitarre seines Vaters zum Gebet über die schweren Momente des Lebens trifft. Das erinnert an Kristofer Åströms reduziertes »Loupita«-Album oder einen ernsthaft deprimierten Leonard Cohen – Musik, bei dessen Hören man alle zum Selbstmord tauglichen Utensilien weit weg legen sollte. Dann also auf zum Abtauchen in die eigene Seele. (peb)



Siehe auch:
Kristofer Åström

John Alexander Ericson: Savannah Songs

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.alexanderericson.com

   

Black Clockworks
(2006, Kalinkaland Records/Broken Silence 2515)

Das dritte Solo-Album des Vollblut-Melancholikers entstand sehr spontan, und solche Sessions sind oft die besten: Als der in Uppsala geborene Sänger eine Zeitlang in Berlin lebte, radelte er um die Ecke in ein Kreuzberger Studio und nahm dort innerhalb von zwei Stunden 10 Songs auf. Voilà! Ein wolkig klingendes Piano spielt die Hauptrolle, ab und zu wimmert eine Mundharmonika; auch Keyboards stützen den stillen Singer/Songwriter.

Track Nummer 3 überrascht: Eine Mundharmonika beginnt klagend; erst beim Einsetzen des Gesangs erkennt man schließlich den Kraftwerk-Song »Radioactivity«. Ein müder Maschinenbeat marschiert mit, und Ericsons Stimme verliert sich in immer stärker verzerrten Räumen. Trotz all der betörenden Schwermut hat man andere Sänger aber schon besser leiden hören. (peb)

   

Essentials Of The Northern Territories
(2005, Upscene/Indigo 4040155559325)

Wir haben es hier mit einer Auswahl von Songs der schwedischen Band The Northern Territories zu tun, deren Songwriter unser bekannter Mister Ericson ist. Das Presseinfo spricht von einer cinematischen Kompositionsgabe, was man etwa bei »Stay Awake« unterschreiben kann. Man darf auf diesem Album breitwandige Popsongs erwarten, getränkt von Melancholie, dabei selten weinerlich und meist kraftvoll melodisch.

Stücken wie »Glide« mit seiner bombastischen Keyboard/Gitarren-Architektur haftet etwas vom U2-schen Stadionrock an. Es geht aber auch weniger pompös: »Hypnotized« ist recht minimalistischer Synthiepop, »Something Vicious And Dark« eine nahezu reine Klavierballade und »Sorrow In May« extrem britpop-lastig. Ericsons Gesang dazu: wandlungsfähig, mal schmachtend, mal fordernd und oft relaxt. (chd)

   

Songs For Quiet Souls
(2004, Rose/Soulfood 0472)

Wer wird wohl den Soundtrack bestücken für den Fall, dass die Welt untergeht? Mit einem Song wird mit Sicherheit John Alexander Ericson vertreten sein; einst Sänger der »The Northern Territories«. Denn zu passend verzehrt sich seine Stimme nach Gefühl und Ewigkeit; nach Schmerz und Sehnsuchtsvollem.

Dazu quengeln gelegentlich die Polizei-Sirenen, und auch der Text hat es in sich: »When No One Is Left / Not A Single One / The Universe Will Rest«. Wuchtige und geradezu demonstrative Chorpassagen lassen nicht locker, die Orgel ist auf Dauereinsatz eingestellt. Gelegentlich meint man alle Vertreter des legendären 4AD-Label im Hintergrund zu spüren. Für Hörer und Hörerinnen mit schwerem und schwersten Liebeskummer, der nicht endet, weil er nicht enden soll. (frk)



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